{"id":2808,"date":"2013-12-10T18:10:27","date_gmt":"2013-12-10T17:10:27","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.roteskreuz.at\/einsatz\/?p=2808"},"modified":"2013-12-10T18:10:27","modified_gmt":"2013-12-10T17:10:27","slug":"in-dulag-am-dorfplatz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/2013\/12\/10\/in-dulag-am-dorfplatz\/","title":{"rendered":"In Dulag am Dorfplatz"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ein Blogbeitrag von Lidwina Dox aus dem Katastrophengebiet auf den Philippinen:<\/strong><\/p>\n<p>Es sch\u00fcttet derma\u00dfen, dass ich die Zeit nutze, ein paar Zeilen zu schreiben&#8230;Wir f\u00fchlen uns hier in <a href=\"https:\/\/maps.google.com\/maps?q=dulag,+philippines&amp;hl=de&amp;sll=48.149998,16.357207&amp;sspn=0.00748,0.013078&amp;hnear=Dulag,+Leyte,+Eastern+Visayas,+Philippinen&amp;t=m&amp;z=13\">Dulag <\/a>schon richtig heimisch. Tacloban mit seinem Leyte Park Hotel liegt weit hinter uns! Bei uns im Camp gibt es nun wieder richtiges Essen, genug Wasser zum Trinken, Waschen und WC und Ventilatoren machen das Nachtleben mehr als ertr\u00e4glich.<\/p>\n<p>Das Gef\u00fchl selbst ein IDP (internal displaced person) \u2013 also ein Fl\u00fcchtling im eigenen Land &#8211; zu sein, ist vor\u00fcber\u2026 Aber es war eine gute Erfahrung diesen Umst\u00e4nden ausgesetzt zu sein, vor allem wenn man als Hygiene Promotion Delegate hier ist. Man erlebt am eigenen Leib, wie schwierig es unter solchen Umst\u00e4nden ist, den elementaren Hygienealltag einzuhalten. Irgendwann \u2013 und zwar schneller als man glaubt \u2013 schleicht sich eine gef\u00e4hrliche Gleichg\u00fcltig ein. Wie muss es dann nur f\u00fcr jemanden sein, der keine Option auf eine schnelle Verbesserung der Lage in Aussicht hat?<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2013\/11\/IMG_1271_1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-2801\" alt=\"IMG_1271_1\" src=\"https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2013\/11\/IMG_1271_1-300x225.jpg\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2013\/11\/IMG_1271_1-300x225.jpg 300w, https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2013\/11\/IMG_1271_1-768x576.jpg 768w, https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2013\/11\/IMG_1271_1-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2013\/11\/IMG_1271_1.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Unser Camp liegt mitten in Dulag am Dorfplatz, unweit vom Meer entfernt. Gleich neben uns steht eine Kirche im spanischen Stil und direkt daneben die wildromantisch verwachsene Ruine eines alten Hauses. Bisher gab es jeden Abend einen Fackelumzug mit Gesang zu diesen beiden Geb\u00e4uden und zur\u00fcck, sehr stimmungsvoll. Auf der gegen\u00fcberliegenden Seite des Platzes steht das zerst\u00f6rte Geb\u00e4ude der Polizei und des Gemeindeamts.\u00a0 Dazwischen hat sich eine \u201ekleine medizinische Katastropheneinheit\u201c niedergelassen; Kinder werden dort zur Weltgebracht (gestern zum Beispiel zwei), Impfungen durchgef\u00fchrt, Wunden verbunden&#8230;<\/p>\n<p>Die Polizei sitzt im zweiten Stock ihres mauerlosen Hauses und beh\u00e4lt den \u00dcberblick \u00fcber den Dorfplatz. Direkt neben unserem Camp baut das Philippinische Rote Kreuz ein Subcamp auf. Wir werden langsam zu einem kleinen Zeltdorf. Auch ACF, Save the Children und andere Organisationen verirren sich gelegentlich hier her, lassen sich jedoch nicht nieder. Das Spanische Rote Kreuz versorgt uns mit Wasser, wir haben einen Bladder (5000) bei uns liegen \u2013 und zwischen all dem liegen rechts und links die riesigen meterhohen Wurzeln, St\u00e4mme und \u00c4ste der umgefallenen B\u00e4ume. Vom restlichen Unrat haben wir uns schon befreit.<\/p>\n<p>Der Tag beginnt fr\u00fch im Camp, zwischen 5 und 5.30 wecken uns t\u00e4glich die Glocken der Kirche, es wird in Ruhe gefr\u00fchst\u00fcckt und der Arbeitstag beginnt. In den letzten Wochen wurden Kontakte mit den B\u00fcrgermeistern der Distrikte Tolosa und Dulag und deren Captains der Barangays gekn\u00fcpft, mit den Zust\u00e4ndigen f\u00fcr Gesundheit und Sanit\u00e4rem diskutiert und Pl\u00e4ne entwickelt und nat\u00fcrlich mit dem lokalen Roten Kreuz sowie den Spaniern eine Kooperation aufgebaut. Das Philippinische Rote Kreuz ist sehr klar in seinen Vorstellungen und gibt \u00fcber weite Bereiche hin genau vor, was zu passieren hat.<\/p>\n<p>Stefan und Thorsten sind mittlerweile voll im sanit\u00e4ren Bereich aktiv, sie k\u00fcmmern sich haupts\u00e4chlich um Schulen, Bianca und ich sind gemeinsam mit dem Philippinischen Rotkreuz-Freiwilligen ganz in Hygiene Promotion eingetaucht. Poster und kleine Booklets wurden im lokalen Dialekt entwickelt und gedruckt, die ersten Trainings sind im Gange, die n\u00e4chsten schon vorbereitet. Am Freitag beginnen die ersten Aktivit\u00e4ten der neuausgebildeten Volont\u00e4re im Feld&#8230; ich bin schon sehr gespannt, wie sie sich schlagen werden. Auch Vectorcontroll wird vorbereitet, es ist nur meine eine Frage der Zeit, dass wir damit beginnen k\u00f6nnen. Wir werden uns auf Schulen und Gesundheitszentren konzentrieren. Dieter leitet und koordiniert das gesamte\u00a0 MSM20 Team mit seiner gewohnten Ruhe und gibt uns den Rahmen in Ruhe zu arbeiten.<\/p>\n<p>Tolosa und Dulag, die Distrikte in denen wir aktiv sind, sind schwer in Mitleidenschaft gezogen. Erst gestern wurden wieder drei Leichen freigelegt und begraben, die Lkws und Autos liegen kreuz und quer, die H\u00e4user sind zerst\u00f6rt, alles ist mit Unrat bedeckt, den die Welle und der Wind mit sich gebracht haben. Dennoch schlagen sich die Menschen unglaublich, begegnen uns immer freundlich und mit Dankbarkeit und arbeiten schwer, um ihren Lebensalltag irgendwie in den Griff zu bekommen. T\u00e4glich wenn man durch die Stra\u00dfen f\u00e4hrt, sind Ver\u00e4nderung festzustellen. Und dennoch wird es noch eine Ewigkeit dauern, bis wieder so etwas wie Normalit\u00e4t einkehren wird. Die Menschen hier sind bewundernswert, sie tragen ihr Schicksal mit Fassung!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Blogbeitrag von Lidwina Dox aus dem Katastrophengebiet auf den Philippinen: Es sch\u00fcttet derma\u00dfen, dass ich die Zeit nutze, ein<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_monsterinsights_skip_tracking":false,"_monsterinsights_sitenote_active":false,"_monsterinsights_sitenote_note":"","_monsterinsights_sitenote_category":0,"footnotes":""},"categories":[25],"tags":[131,193,200,400],"class_list":["post-2808","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-philippinen","tag-dulag","tag-haiyan","tag-hilfe","tag-taifun"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2808","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2808"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2808\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2808"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2808"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2808"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}