{"id":2811,"date":"2013-12-12T09:30:38","date_gmt":"2013-12-12T08:30:38","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.roteskreuz.at\/einsatz\/?p=2811"},"modified":"2013-12-12T09:30:38","modified_gmt":"2013-12-12T08:30:38","slug":"rotkreuz-hilfe-hautnah","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/2013\/12\/12\/rotkreuz-hilfe-hautnah\/","title":{"rendered":"Rotkreuz-Hilfe hautnah"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2013\/12\/Taclob_TH-03.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" alt=\"Rotkreuz-Landesrettungskommandant Toni Holzer\" src=\"https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2013\/12\/Taclob_TH-03-300x211.jpg\" width=\"300\" height=\"211\" \/><\/a><em><strong>Der Salzburger Rotkreuz-Landesrettungskommandant Ing. Toni Holzer Berichtet von der INsel Leyte aud den Philippinen von der Rotkreuz-Hilfe nach dem katastrophalen Taifun Haiyan.<\/strong><\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wir machen uns am fr\u00fchen Morgen mit der F\u00e4hre von Cebu nach Ormoc auf der Insel Leyte. Auf der \u00dcberfahrt mit der Personenf\u00e4hre werden wir von vielen Filipinos, die f\u00fcr Ihre Familien selbst Hilfsg\u00fcter transportieren, begleitet. Neben Matratzen und Lebensmitteln geh\u00f6ren auch H\u00fchner zu den privaten Hilfslieferungen.<\/p>\n<p>Unsere Delegation ist noch um Emilio, dem Spanier den wir schon aus Manila kennen und der f\u00fcr das Deutsche Rote Kreuz arbeitet, Wolfgang ein Architekt des DRK, Matteo vom Italienischen Roten Kreuz und das Organisationstalent Denise vom Philippinischen Roten Kreuz gewachsen. Wir haben alle das Ziel, gemeinsam zu helfen und im Sinne der Opfer des Taifuns unsere Hilfe abzustimmen, damit durch die weltweite Rotkreuzfamilie m\u00f6glichst vielen der Betroffenen geholfen wird.<\/p>\n<h2>In Ormoc<\/h2>\n<p>Wir erreichen den zerst\u00f6rten Hafen von Ormoc, einer Stadt mit rund 180.000 Einwohnern am sp\u00e4ten Vormittag. Zwischen den Tr\u00fcmmern und herabh\u00e4ngenden Kabeln haben es die Hafenbeh\u00f6rden und die Reedereien geschafft wieder einen provisorischen Betrieb zu organisieren.<\/p>\n<p>Am Hafen werden wir von Lidwina Dox, einer Lungauerin, die f\u00fcr das \u00d6RK in Tacloban als Mitarbeiterin des Emergency Response Teams \u201eMass Sanit\u00e4tion Module\u201c des Roten Kreuzes im Einsatz, empfangen. Sie ist international sehr erfahren und seit rund 3 Wochen in Dulog als Expertin f\u00fcr Hygiene und Trinkwasseraufbereitung beim Deutsch-\u00d6sterreichischen Team eingesetzt.<\/p>\n<p>Unsere Fahrt f\u00fchrt uns durch das zerst\u00f6rte Ormoc, welches vom des Zentrums des Taifuns \u00fcberquert wurde. Vorbei an hunderten zerst\u00f6rten H\u00e4usern und kilometerlangen vernichteten Palmenw\u00e4ldern geht es weiter \u00fcber die Berge nach Tacloban.<\/p>\n<h2>Zuerst kam der Wind und dann die Flut<\/h2>\n<p>Die 250.000 Einwohner gro\u00dfe Stadt, war nach der Insel Samar der zweite Punkt wo der Supertaifun der Klasse 5 mit einer Windgeschwindigkeit von 320 km\/h auf Land getroffen ist. Alles was der Taifun mit dieser unfassbaren Windgeschwindigkeit nicht sofort zerst\u00f6rt hat, vernichtete die kurz darauf folgende Sturmflut mit einer acht bis zehn Meter hohen Welle. Knapp vier Wochen nach der Katastrophe gleicht die Stadt einem Tr\u00fcmmerfeld, die meisten H\u00e4user wurden vollkommen zerst\u00f6rt, Strommasten,<\/p>\n<p>Mobilfunkmasten, Stra\u00dfenbeleuchtungsmasten sind abgeknickt oder ausgerissen, die widerstandsf\u00e4higen Palmen sind entwurzelt oder am halben Stamm abgebrochen, die Wassert\u00fcrme liegen auf den Tr\u00fcmmern der H\u00e4user, \u00fcberall auf den Stra\u00dfen liegt M\u00fcll der zum Teil in Brand steht, die Menschen suchen noch immer in den Tr\u00fcmmern nach ihren Habseligkeiten, die Kinder holen von den Wasserausgabestellen Trinkwasser, mit schweren Frontladern werden die Schuttberge abtransportiert, in denen immer wieder Opfer dieser apokalyptischen Katastrophe gefunden werden.\u00a0Die \u00fcberall verstreuten Tr\u00fcmmer, der rauchende Schutt und Abfall, die Stumpen der abgebrochenen Palmen und die B\u00e4ume, denen der Taifun alle \u00c4ste und Bl\u00e4tter abgerissen hat ergeben einen schauerlichen Anblick, der selbst uns als erfahrene Katastrophenhelfer die Worte nimmt.<\/p>\n<h2>Wasser ist Leben<\/h2>\n<p>Die Menschen leben in Zelten oder in notd\u00fcrftig hergestellten H\u00fctten aus Tr\u00fcmmern oder in den Ruinen ihrer ehemaligen H\u00e4user, in denen sie durch Planen vor Sonne und Regen unzureichend Schutz finden. Die internationalen Einheiten des Roten Kreuzes haben mit ihren Experten f\u00fcr Wasseraufbereitung und Hygiene Trinkwasseraufbereitungsanlagen, Ausgabestellen die t\u00e4glich mit Wasser beliefert werden und Latrinen errichtet. Unsere \u00f6sterreichischen Kollegen haben in Dulog und in Tacloban Stellung bezogen. Wir besuchen das deutsch-\u00f6sterreichische Camp und treffen Stefan, einen Kollegen aus Ober\u00f6sterreich und einige Kollegen des Deutschen Roten Kreuzes. W\u00e4hrend uns Dieter, der Teamleiter eine Einweisung gibt, findet in den Tr\u00fcmmern der benachbarten Kirche, eine Beerdigungszeremonie f\u00fcr eines der vielen Opfer von \u201eYolanda\u201c, wie der Taifun hier genannt wird, statt.<\/p>\n<p>Seit ungef\u00e4hr einer Woche sind die wichtigsten Stra\u00dfen wieder passierbar. Die alles vernichtende Kernzone des Taifuns hatte eine Breite, die der Strecke von Salzburg nach Linz gleicht. Durch diese gro\u00dfr\u00e4umige Zerst\u00f6rung und die Topographie der Philippinen mit ihren 7.000 Inseln dauerte es Tage bis die betroffenen Gebiete erreicht werden konnten.<\/p>\n<h2>Die Hilfe des Roten Kreuzes<\/h2>\n<p>Das Rote Kreuz hat mittlerweile in Cebu, in Tacloban, Ormoc, Roxas und lIoilo Logistikzentren eingerichtet. Von dort werden die Hilfsg\u00fcter verteilt und in die Katastrophengebiete gebracht. Die Logistik des Philippinischen Roten Kreuzes wird von Experten des Britischen und des D\u00e4nischen Roten Kreuzes unterst\u00fctzt. Neben der Erreichbarkeit der betroffenen Orte ist vor allem die Verf\u00fcgbarkeit von Lastw\u00e4gen und F\u00e4hren eine Herausforderung. Viele der Inseln sind nur schwer erreichbar, weil die H\u00e4fen zerst\u00f6rt sind. Die Britische Armee hat Landungsboote zur Verf\u00fcgung gestellt, diese reichen jedoch nicht aus. Das Philippinische Rote Kreuz hat bereits selbst die Beschaffung von drei weiteren Landungsbooten und LKWs begonnen, um alle betroffenen Menschen mit Hilfsg\u00fctern versorgen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_2813\" aria-describedby=\"caption-attachment-2813\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2013\/12\/Taclob_warehouse.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-2813\" alt=\"Im Logistikcenter des Roten Kreuzes in Tacloban\" src=\"https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2013\/12\/Taclob_warehouse-300x225.jpg\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2013\/12\/Taclob_warehouse-300x225.jpg 300w, https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2013\/12\/Taclob_warehouse-768x576.jpg 768w, https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2013\/12\/Taclob_warehouse-1024x768.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-2813\" class=\"wp-caption-text\">Im Logistikcenter des Roten Kreuzes in Tacloban<\/figcaption><\/figure>\n<p>Im Logistikzentrum Tacloban erkl\u00e4rt mir der Pr\u00e4sident des Roten Kreuzes der Region Leyte die Hilfsma\u00dfnahmen. Das Rote Kreuz hat tausende freiwillige Mitarbeiter rekrutiert um neben der Hilfsg\u00fcter- und Trinkwasserverteilung auch die Aufr\u00e4umarbeiten unterst\u00fctzen. Dabei findet man auch Mitarbeiter in Rotkreuzadjustierung als Fahrer von gro\u00dfen Frontladern, aber auch Tankw\u00e4gen zur Trinkwasserverteilung. Wir sind beeindruckt von der Mobilisierungskraft unserer Philippinischen Kollegen und wissen unsere Spenden hier in guten H\u00e4nden. Die Verteilaktionen sind ausgezeichnet organisiert. Alle Betroffenen werden registriert, erhalten Ausgabekarten und werden mit verschiedenen Sicherheitsma\u00dfnahmen vertraut gemacht.<\/p>\n<p>Bei der Fahrt zum Operations Center in Tacloban, sehen wir viele der Menschen mit den Hilfspaketen des Roten Kreuzes. Neben einem Zelt sehe ich zwei Kinder die gerade mit einem Lachen Bekleidung aus einer Tasche mit dem Logo des PRK betrachten.<\/p>\n<p>Von den Logistikzentren werden auch schon Werkzeuge verteilt und vereinzelt sieht man schon Filipinos die dabei sind ihre H\u00e4user wiederaufzubauen. Werkzeug und Baumaterial wird aber nicht ausreichen. Es wurden mehr als 500.000 H\u00e4user zerst\u00f6rt und ebenso viel besch\u00e4digt. Unsere Philippinischen Kollegen werden f\u00fcr ihren laufenden Einsatz und f\u00fcr den Wiederaufbau von der weltweiten Rotkreuzfamilie jede m\u00f6gliche Unterst\u00fctzung brauchen, vor allem Finanzielle.\u00a0 Es gibt schon ein sehr gutes Konzept f\u00fcr den Bau von H\u00e4usern, die Taifuns besser \u00fcberstehen k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Salzburger Rotkreuz-Landesrettungskommandant Ing. 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