{"id":3182,"date":"2016-07-22T14:46:31","date_gmt":"2016-07-22T13:46:31","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.roteskreuz.at\/einsatz\/?p=3182"},"modified":"2016-07-22T14:46:31","modified_gmt":"2016-07-22T13:46:31","slug":"von-eitrigen-mandeln-diabetes-und-lebensrettungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/2016\/07\/22\/von-eitrigen-mandeln-diabetes-und-lebensrettungen\/","title":{"rendered":"Von eitrigen Mandeln, Diabetes und Lebensrettungen"},"content":{"rendered":"<p>Die Frage, die man mir auch diesmal im Freundeskreis immer stellt, ist: Wie wichtig bzw. wie spannend ist die Mission?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Zum Thema Wichtigkeit:<\/p>\n<figure id=\"attachment_3193\" aria-describedby=\"caption-attachment-3193\" style=\"width: 169px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2016\/07\/WP_20160719_10_10_03_Selfie.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-3193 size-medium\" src=\"https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2016\/07\/WP_20160719_10_10_03_Selfie-169x300.jpg\" alt=\"Mit Lumia Selfie aufgenommen\" width=\"169\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2016\/07\/WP_20160719_10_10_03_Selfie-169x300.jpg 169w, https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2016\/07\/WP_20160719_10_10_03_Selfie-768x1367.jpg 768w, https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2016\/07\/WP_20160719_10_10_03_Selfie-575x1024.jpg 575w, https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2016\/07\/WP_20160719_10_10_03_Selfie.jpg 1456w\" sizes=\"auto, (max-width: 169px) 100vw, 169px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-3193\" class=\"wp-caption-text\">Wiedersehen mit Omar<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify\">Jeder Mensch, der bei uns als Mensch bzw. Patient und nicht als Fl\u00fcchtling, Bittsteller oder St\u00f6renfried behandelt und Ernst genommen wird, ist wichtig. Das ist in Kilkis nicht anders, als in Wien, Graz oder St. P\u00f6lten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Menschen kommen, weil sie krank sind, oder einfach Angst haben krank zu werden. Wenn man den ganzen Tag zum Nichtstun verdammt ist, h\u00f6rt man intensiver auf seinen K\u00f6rper. Es fehlt jeglicher Alltag.<\/p>\n<h1 style=\"text-align: justify\">PTSD- Wenn man schlimme Dinge einfach nicht vergessen kann<\/h1>\n<p style=\"text-align: justify\">Ein Vater kam mit seinem 8 j\u00e4hrigen Sohn, der laut seiner Aussage epileptische Anf\u00e4lle hat. Jedes Mal wenn der Kleine spiele und von anderen Kindern getriezt werde, falle er um, sei nicht ansprechbar und n\u00e4sst ein- also macht in die Hose. Ebenso wenn jemand die Autot\u00fcr laut zu knallt. Auf die Frage, seit wann das so sei, bekam ich zur Antwort: seit einem Bombenangriff in Syrien. Die n\u00e4chste halbe Stunde verbrachte ich damit, dem Vater verst\u00e4ndlich zu machen, da<a href=\"https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2016\/07\/WP_20160721_12_28_52_Pro.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-3196 alignright\" src=\"https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2016\/07\/WP_20160721_12_28_52_Pro-300x169.jpg\" alt=\"WP_20160721_12_28_52_Pro\" width=\"300\" height=\"169\" srcset=\"https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2016\/07\/WP_20160721_12_28_52_Pro-300x169.jpg 300w, https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2016\/07\/WP_20160721_12_28_52_Pro-768x432.jpg 768w, https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2016\/07\/WP_20160721_12_28_52_Pro-1024x576.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>ss es sich dabei nicht um Epilepsie sondern den Zustand der Dissoziation handle. Dabei geraten Menschen wieder in diese Extremsituation (in diesem Fall den Bombenangriff) und kommen alleine nur schwer aus dieser Erinnerung. Warum denn seine beiden T\u00f6chter \u201enormal\u201c seien und nur der Sohn so- wollte der Mann wissen? Diese wurden erst sp\u00e4ter geboren und haben die Angriffe kaum mitbekommen. Zum Gl\u00fcck waren unsere KollegInnen von der psychologischen Hilfe da und k\u00fcmmerten sich sehr liebevoll um die beiden. Der Vater schien zu verstehen, dass es sich dabei um eine normale Reaktion des K\u00f6rpers um eine vollkommen abnormale Extremsituation handelte. Ich hoffe, der Kleine bekommt die Hilfe, die er braucht- und viel Verst\u00e4ndnis und Liebe von seinen Eltern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Wir haben aber auch viele ganz \u201enormale\u201c PatientInnen. Metformin- ein oftmals eingesetztes Zucker Medikament, ist derzeit unsere Schwachstelle. Man mag es nicht glauben, aber auch Fl\u00fcchtlinge haben Diabetes. Seit wir unsere Pharmazeutin hier haben, die sich um das Medikamentendepot bzw. die Nachbestellung k\u00fcmmert, geht alles besser. Unter Depot darf man sich kein riesiges Lager vorstellen. Es ist ein kleiner LKW Container, in dem mehr schlecht als recht eine Klimager\u00e4t arbeitet um die Temperaturen der Medikamente auf den 2 Stellagen halbwegs stabil zu halten. Letzte Woche hatten wir maximum 51\u00b0C im Freien- im Zelt habe ich irgendwann zu Messen aufgeh\u00f6rt.<\/p>\n<h1 style=\"text-align: justify\">unertr\u00e4gliche Hitze f\u00fcr alle<\/h1>\n<p style=\"text-align: justify\">Ab 14 Uhr n\u00fctzen die Ventilatoren nicht mehr, da sie nur die ohnehin bereits sehr hei\u00dfe<\/p>\n<figure id=\"attachment_3176\" aria-describedby=\"caption-attachment-3176\" style=\"width: 169px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2016\/07\/WP_20160710_16_41_47_Pro-e1469482765346.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-3176 size-medium\" src=\"https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2016\/07\/WP_20160710_16_41_47_Pro-e1469482765346-169x300.jpg\" alt=\"WP_20160710_16_41_47_Pro\" width=\"169\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2016\/07\/WP_20160710_16_41_47_Pro-e1469482765346-169x300.jpg 169w, https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2016\/07\/WP_20160710_16_41_47_Pro-e1469482765346-768x1365.jpg 768w, https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2016\/07\/WP_20160710_16_41_47_Pro-e1469482765346-576x1024.jpg 576w, https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2016\/07\/WP_20160710_16_41_47_Pro-e1469482765346.jpg 918w\" sizes=\"auto, (max-width: 169px) 100vw, 169px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-3176\" class=\"wp-caption-text\">Morgens 10 Uhr in Greece<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify\">Luft noch brutaler auf dich zu pusten. Trinken ist wichtig und ab und zu kleine Pausen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Menschen hier haben eitrige Mandeln genauso wie auch Menschen in \u00d6sterreich. Sie haben Husten Schnupfen, oder Wunden, die wir n\u00e4hen. Eine Klinik, wie unsere, hilft auch dem Gesundheitssystem indem wir Alarm schlagen k\u00f6nnen, wenn es zum Beispiel zu vermehrten Durchf\u00e4llen kommt. Letzte Woche hatten wir ein paar Tage, wo wir einige PatientInnen mit Scharlach hatten. Es hat sich nicht weiter ausgebreitet, aber ich war auf der Hut.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Ein Junge hatte Schmerzen im Bereich der Ohrspeicheldr\u00fcse, was auf Mumps hinweisen h\u00e4tte k\u00f6nnen. Er wies aber nicht die typischen Symptome auf und wurde f\u00fcr den kommenden Tag einbestellt. Ich informierte unsere Teamleaderin, aber es best\u00e4tigte sich zum Gl\u00fcck nicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Unser WatSan und Hygieneteam unterst\u00fctzt uns tatkr\u00e4ftig. Ihre freiwilligen HelferInnen schw\u00e4rmen in den Lagern aus, geben Tipps, kontrollieren WCs auf Spuren von Durchfall und melden auch uns alles zur\u00fcck. Auf der anderen Seite machen sie Werbung f\u00fcr unsere Impfaktion.<a href=\"https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2016\/07\/WP_20160721_18_10_27_Pro.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-3192 alignleft\" src=\"https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2016\/07\/WP_20160721_18_10_27_Pro-300x169.jpg\" alt=\"WP_20160721_18_10_27_Pro\" width=\"300\" height=\"169\" srcset=\"https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2016\/07\/WP_20160721_18_10_27_Pro-300x169.jpg 300w, https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2016\/07\/WP_20160721_18_10_27_Pro-768x432.jpg 768w, https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2016\/07\/WP_20160721_18_10_27_Pro-1024x576.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><a href=\"https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2016\/07\/WP_20160721_17_37_35_Pro-e1469483349793.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-3191 alignright\" src=\"https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2016\/07\/WP_20160721_17_37_35_Pro-e1469483349793-169x300.jpg\" alt=\"WP_20160721_17_37_35_Pro\" width=\"169\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2016\/07\/WP_20160721_17_37_35_Pro-e1469483349793-169x300.jpg 169w, https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2016\/07\/WP_20160721_17_37_35_Pro-e1469483349793-768x1365.jpg 768w, https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2016\/07\/WP_20160721_17_37_35_Pro-e1469483349793-576x1024.jpg 576w\" sizes=\"auto, (max-width: 169px) 100vw, 169px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Nat\u00fcrlich haben wir auch Menschen mit Herz- Kreislauf Erkrankungen. Ein 80 J\u00e4hriger wollte Bustickets, um im Krankenhaus Nachschub f\u00fcr seine diversen Medikamente zu bekommen. Abgesehen davon, dass auch das Krankenhaus nur bedingt Vorr\u00e4te hat, ist der Weg nach Kilkis beschwerlich. T\u00e4glich gehen nur drei Busse in jede Richtung. Daher nahm ich mir seine Liste vor und organisierte ihm f\u00fcr 14 Tage alle seine Medis bzw. \u00e4hnliche. Am Ende k\u00fcsste er mich wie einen Sohn auf die Backe und verabschiedete sich mehrfach mit \u201eshoukran\u201c was auf Arabish \u201eDanke\u201c bedeutet.<\/p>\n<h1 style=\"text-align: justify\">Lebensrettung in letzter Sekunde<\/h1>\n<p style=\"text-align: justify\">Der H\u00f6hepunkt war aber vor allem f\u00fcr Daniela, unsere Kinderkrankenschwester, und Sanna, unsere Hebamme, eine tolle Lebensrettung. Sie erz\u00e4hlten, dass kurz nach Dienstende ein Vater zu ihnen kam und um Hilfe fragte. Seine Frau habe vor 2 oder 3 Tagen per Kaiserschnitt Zwillinge entbunden und sie w\u00e4ren seit drei Stunden wieder daheim im Zelt. Meine beiden Kolleginnen eilten ins Zelt und fanden die beiden (2kg und 2,4kg) mitsamt einer schwachen Mutter vor. Die Kinder bewegten sich kaum mehr und waren so rot wie unsere Uniformen. Es hatte an diesem Tag 47\u00b0.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die jeweils handvoll Mensch wurde in unseren gek\u00fchlten Container der Hebamme gebracht, wo sie sich von der Hitze erholen konnten. Anschlie\u00dfend ging es f\u00fcr weitere 2 Tage ins Krankenhaus. Gestern waren sie zur Kontrolle bei uns und ich konnte sie erstmals sehen. Sie sahen nicht so schlecht aus. Ein oder zwei Stunden l\u00e4nger im Zelt und die Kinder w\u00e4ren tot gewesen. Vorw\u00fcrfe kann man niemandem machen. Das Gesundheitssystem hier ist schw\u00e4cher als bei uns. F\u00fcr das Gebiet um Kilkis (etwa 30.000 Einwohner) stehen im Schnitt zwei Ambulanzen zur Verf\u00fcgung. Wir sind da, um den Menschen hier zu helfen und das System zu entlasten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Allein f\u00fcr diese beiden kleinen Erdenb\u00fcrger w\u00e4re die Mission jeden Cent wert gewesen. Aber wir tun mehr&#8230;<\/p>\n<h1 style=\"text-align: justify\">Pr\u00e4vention ist genauso wichtig<\/h1>\n<p style=\"text-align: justify\">Kommende Woche wird eine Impfaktion f\u00fcr Mumps- Masern und R\u00f6teln durchgef\u00fchrt. Alles drei Erkrankungen die zu Komplikationen und zum Teil zum Tod f\u00fchren k\u00f6nnen. Die Herausforderung ist es dann alles so zu dokumentieren, dass die Info nicht verloren geht. In Idomeni haben \u00c4rzte ohne Grenzen scheinbar schon Impfaktionen durchgef\u00fchrt. Scheinbar haben aber viele die Best\u00e4tigung nicht mehr. Damit ist es schwer zu entscheiden, was man wie impft. Wir wollen das Risiko aber m\u00f6glichst gering halten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Wir wollen die Menschen auch auf die europ\u00e4ische Art der Medizin vorbereiten. In ihren Herkunftsl\u00e4ndern war es oft usus, dass man Antibiotika in das Ges\u00e4\u00df injiziert bekommen hat. Dies wird bei uns sehr selten bis gar nicht angewandt. Au\u00dferdem wurde oftmals f\u00fcr jeden Schnupfen ein Antibiotikum verschrieben. Daher gibt es oftmals ein Nord- S\u00fcd Gef\u00e4lle von Antibiotika Resistenzen. Je \u00f6fter man grundlos dieses Medikament einnimmt, umso gr\u00f6\u00dfer ist die Wahrscheinlichkeit, dass das Antibiotikum irgendwann nicht mehr wirkt. Diese Resistenzen kommen in Finnland, Schweden,&#8230; weniger h\u00e4ufig vor als zum Beispiel bereits in Griechenland, \u00c4gypten usw.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Daher gilt es im positiven Sinn die Menschen zu erziehen, wie ich es auch bei \u00f6sterreichischen PatientInnen mache. Oftmals war es daheim bei ihnen so, dass Besuche beim Hausarzt bezahlt werden mussten, nicht aber die im Krankenhaus. Daher gilt es auch, den Menschen begreiflich zu machen, dass das System bei uns ein ganz anderes ist. Daher auch f\u00fcr uns als med. Personal: Geduld und Verst\u00e4ndnis haben, da man Dinge, die man seit Jahren gewohnt ist zu tun, nicht so einfach absch\u00fcttelt.<\/p>\n<figure id=\"attachment_3188\" aria-describedby=\"caption-attachment-3188\" style=\"width: 584px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2016\/07\/WP_20160721_09_37_13_Pro.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-3188 size-large\" src=\"https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2016\/07\/WP_20160721_09_37_13_Pro-1024x576.jpg\" alt=\"WP_20160721_09_37_13_Pro\" width=\"584\" height=\"329\" srcset=\"https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2016\/07\/WP_20160721_09_37_13_Pro-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2016\/07\/WP_20160721_09_37_13_Pro-300x169.jpg 300w, https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2016\/07\/WP_20160721_09_37_13_Pro-768x432.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 584px) 100vw, 584px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-3188\" class=\"wp-caption-text\">Ablenkung f\u00fcr Kinder<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify\">Wir haben tolle HelferInnen aus den Lagern, die sehr passables Englisch sprechen und uns auf Arabisch dolmetschen. Wir mussten aber feststellen, dass ihnen auch vieles \u201ean die Nieren geht\u201c. Manchmal m\u00fcssen wir PatientInnen sagen, dass sie 2 Monate auf einen Termin beim Facharzt warten m\u00fcssen, wie jeder andere auch. Manche Menschen fragen nach Zertifikaten, um schneller aus dem Camp raus zu kommen oder bitten einfach nur um etwas Geld. Das k\u00f6nnen bzw. d\u00fcrfen wir alles nicht hergeben. Nat\u00fcrlich wissen das auch die DolmetscherInnen, aber das den oft sehr verzweifelten Menschen sagen zu m\u00fcssen macht diese oft auch fertig. Sie leben selbst in diesen Lagern und werden oftmals daf\u00fcr verantwortlich gemacht, weil sie die schlechte Nachricht \u00fcberbringen. Auch hier werden unsere PsychologInnen aktiv werden.<\/p>\n<h1 style=\"text-align: justify\">Situation besser aber weit weg von normal<\/h1>\n<p style=\"text-align: justify\">Ansonsten kann man sagen, dass sich die Bedingungen im Verh\u00e4ltnis zu Idomeni deutlich gebessert haben. Nat\u00fcrlich ist man weit weg von Normalit\u00e4t, hat oftmals Wasserprobleme. Das Milit\u00e4r verteilt zum Teil 1l Wasser pro Person und Tag, was bei diesen Temperaturen nichts ist- mehr ist aber geldm\u00e4\u00dfig nicht drin. Ob das Wasser aus der Leitung trinkbar ist, ist umstritten und unser Team ist dabei genauere Tests zu machen. Aber zumindest Duschen und Latrinen entsprechen den sogenannten SPHERE Standards.<\/p>\n<h1 style=\"text-align: justify\">Keine \u00c4rzte&#8230;<\/h1>\n<p style=\"text-align: justify\">Wir haben hier leider auch einen akuten \u00c4rztemangel. F\u00fcr drei Kliniken stehen drei \u00c4rztInnen zur Verf\u00fcgung. Damit ist es schwer, einen freien Tag zu haben. Griechische \u00c4rztInnen anzustellen geht auch kaum. Die, die es sich leisten konnten in der Krise in andere L\u00e4nder zu gehen, sind weg. Die anderen versuchen das Gesundheitssystem aufrecht zu erhalten. Diese dann auch noch abzuwerben empfinden wir als nicht m\u00f6glich und unfair.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Wir m\u00fcssen aber bei jedem Patienten voll konzentriert sein. Das macht m\u00fcde. Nach 12 Tagen en suite ohne freien Tag genie\u00dfe ich jetzt mal frei zu haben und meinen Blog und meinen Abschluss Report zu schreiben. Morgen wird dann mein letzter Arbeitstag sein und schon sind sie wieder vorbei&#8230; Die zwei Wochen aus Liebe zum Menschen&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Was bleibt sind viele Eindr\u00fccke, ein Wiedersehen mit Omar, unserem \u00dcbersetzer aus Idomeni, viele sehr motivierte KollegInnen, ein tolles WatSan Team bestehend aus Chris, Flo, Werner und Mandeep, einer britischen Kollegin und die Gewissheit, dass man nicht umsonst hier war&#8230;hier in Kilkis wo die Welt bei 51\u00b0 etwas anders tickt, wo noch nicht alle Hoffnung vergebens ist.<a href=\"https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2016\/07\/WP_20160720_20_58_01_Pro.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-3189\" src=\"https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2016\/07\/WP_20160720_20_58_01_Pro-300x169.jpg\" alt=\"WP_20160720_20_58_01_Pro\" width=\"300\" height=\"169\" srcset=\"https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2016\/07\/WP_20160720_20_58_01_Pro-300x169.jpg 300w, https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2016\/07\/WP_20160720_20_58_01_Pro-768x432.jpg 768w, https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2016\/07\/WP_20160720_20_58_01_Pro-1024x576.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Frage, die man mir auch diesmal im Freundeskreis immer stellt, ist: Wie wichtig bzw. wie spannend ist die Mission?<\/p>\n","protected":false},"author":17,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_monsterinsights_skip_tracking":false,"_monsterinsights_sitenote_active":false,"_monsterinsights_sitenote_note":"","_monsterinsights_sitenote_category":0,"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-3182","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-griechenland"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3182","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/wp-json\/wp\/v2\/users\/17"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3182"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3182\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3182"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3182"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3182"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}