{"id":3209,"date":"2016-11-12T16:57:18","date_gmt":"2016-11-12T15:57:18","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.roteskreuz.at\/einsatz\/?p=3209"},"modified":"2016-11-12T16:57:18","modified_gmt":"2016-11-12T15:57:18","slug":"leinen-los","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/2016\/11\/12\/leinen-los\/","title":{"rendered":"Leinen los.."},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\">\u00a0 <a href=\"https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2016\/11\/WP_20161110_16_19_34_Pro.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-3213 alignright\" src=\"https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2016\/11\/WP_20161110_16_19_34_Pro-300x168.jpg\" alt=\"wp_20161110_16_19_34_pro\" width=\"300\" height=\"168\" srcset=\"https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2016\/11\/WP_20161110_16_19_34_Pro-300x168.jpg 300w, https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2016\/11\/WP_20161110_16_19_34_Pro-768x431.jpg 768w, https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2016\/11\/WP_20161110_16_19_34_Pro-1024x575.jpg 1024w, https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2016\/11\/WP_20161110_16_19_34_Pro.jpg 1632w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Ein drittes und letztes Mal geht es heuer ans internationale Helfen. Immer wieder ist es ein sch\u00f6nes und doch auch komische Gef\u00fchl wegzugehen. Der letzte Einsatz hat es in sich.<\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify\">Die Responder<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify\">Die \u201eResponder\u201c ist ein Schiff, dass seit einigen Monaten im Mittelmeer seinen Dienst versieht. Ziel ist es, in Seenot geratene Menschen vor dem sicheren Tod zu retten. Offiziell kann es bis zu 350 Menschen transportieren. Der letzte Hafen wurde mit etwa 700 angelaufen. Das w\u00e4ren 700 Menschen, von denen man nie wieder etwas geh\u00f6rt h\u00e4tte, die einfach gestorben w\u00e4ren. Gesamt wurden seit Ende Juli \u00fcber 5.000 Menschen vor dem sicheren Tod gerettet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><em>\u201eMeine Verordnungen werde ich treffen zu Nutz und Frommen der Kranken, nach bestem Verm\u00f6gen und Urteil; ich werde sie bewahren vor Schaden und willk\u00fcrlichem Unrecht.\u201c<\/em> So schrieb schon Hippokrates. Daher war es selbstverst\u00e4ndlich, dass ich auf Anfrage des Roten Kreuzes gerne dieses Schiff bestiegen habe.<\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify\">Malta<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify\">Am Sonntag Nachmittag war es soweit. Zwei Stunden Flug sind sehr ungew\u00f6hnlich fuer einen Einsatz. Haiti, Indonesien oder Sierra Leone waren dann doch weiter entfernt. Sogar nach Idomeni betrug die Fahrzeit damals mit PKW knapp 10 Stunden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Am Montag wurden dann die ersten Briefings durchgef\u00fchrt. An sich war geplant, am Montag Abend bereits die Responder zu besteigen, um wieder abzufahren. Da diese aber gerade auf dem Weg nach Brindisi war, verz\u00f6gerte sich die Ankunft um 2 Tage.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Diese nutzten wir, um uns im Team untereinander vertraut zu machen. Eleonore, eine schwedische Krankenschwester, Johanna, eine isl\u00e4ndische und Thorir ein Kollege aus Island komplettieren mit Abdel, unserem italienischen Teamleader unser Team.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><a href=\"https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2016\/11\/WP_20161111_15_01_31_Pro-e1478965381442.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-3212 alignright\" src=\"https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2016\/11\/WP_20161111_15_01_31_Pro-e1478965381442-169x300.jpg\" alt=\"wp_20161111_15_01_31_pro\" width=\"169\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2016\/11\/WP_20161111_15_01_31_Pro-e1478965381442-169x300.jpg 169w, https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2016\/11\/WP_20161111_15_01_31_Pro-e1478965381442-768x1365.jpg 768w, https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2016\/11\/WP_20161111_15_01_31_Pro-e1478965381442-576x1024.jpg 576w, https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2016\/11\/WP_20161111_15_01_31_Pro-e1478965381442.jpg 918w\" sizes=\"auto, (max-width: 169px) 100vw, 169px\" \/><\/a>Gemeinsam mit MOAS, einer Organisation, die bei uns an Bord f\u00fcr die eigentliche Seerettung verantwortlich ist, werden wir das Schiff schon schaukeln.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Kim, die letzte \u00c4rztin am Schiff, berichtete von ihren Erlebnissen, den beiden Freunden seit Kindertagen, die irgendwo aus Zentral-Afrika fl\u00fcchteten, von Menschenh\u00e4ndlern gefangen wurden, nach zwei Jahren auch von diesen fl\u00fcchten konnten und durch die Responder gerettet worden waren. Am Schiff erlitt einer der beiden einen epileptischen Anfall. Da unklar war, warum dieser aufgetreten war, wurde beschlossen, ihn zu evakuieren. Obwohl Kim, nachdem sie die Lage der beiden Freunde erkl\u00e4rt hatte, zugesichert worden war, dass die beiden gemeinsam evakuiert werden k\u00f6nnten, wurden sie getrennt. Einer sitzt nun auf Malta fest, der andere in ItalienSehr emotional erz\u00e4hlte sie, dass sie sich vorgenommen hatte, auf dieser Mission nicht zu weinen. Aber da konnte auch sie nicht mehr anders&#8230;<\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify\">Gefahr durch Chemikalien<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify\">Peter, ein britischer MOAS Kollege erz\u00e4hlte, wie die Schiffe von Lybien starten, man den Menschen erz\u00e4hlte, dass es zur K\u00fcste etwa 100 Meilen w\u00e4re. In Wirklichkeit sind es 300 Meilen. Ein Schiff kommt aber keine 100. Der Sprit wird mit Chemikalien versetzt, um die Oktanzahl und damit die Verbrennungsleistung zu erh\u00f6hen. Viele Menschen erleiden Vergiftungen\u00a0 und sterben aufgrund der D\u00e4mpfe. Ihn selbst habe es bei einer Rettung auch erwischt. Er wisse noch, dass er 3 Menschen aufs Boot geholfen habe, dann sei alles schwarz geworden&#8230;.<\/p>\n<figure id=\"attachment_3216\" aria-describedby=\"caption-attachment-3216\" style=\"width: 414px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2016\/11\/WP_20161112_10_36_11_Pro.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-3216\" src=\"https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2016\/11\/WP_20161112_10_36_11_Pro-300x169.jpg\" alt=\"wp_20161112_10_36_11_pro\" width=\"414\" height=\"240\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-3216\" class=\"wp-caption-text\">MIt diesen beiden Booten werden Schiffbruechige gerettet<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify\">W\u00e4hrend wir G\u00e4ste an Bord haben, m\u00fcssen wir an Deck IMMER feste Schuhe, eine Schwimmweste und einen Helm tragen. Dies hat Peter auch das Leben gerettet. Menschen haben oft Ver\u00e4tzungen an Armen, Beinen und am Ges\u00e4\u00df, weil sie im Sprit sitzen&#8230;Ein Mann hatte Verbrennungen von 50% der Hautoberfl\u00e4che&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Mit diesen Hintergrundinformationen ging es heute auf hoher See zum 1. Training. Der Ablauf einer Bergung wurde durchgegangen. Rettungsringe, aufblasbare Gegenst\u00e4nde, an denen sich Menschen anhalten k\u00f6nnen, gezeigt. Die Notfallsignale wurden durchgegangen. Es gibt viele Regeln und Verbote- jede und jedes zu unserem Wohl. Keine Messer mit einer Klinge, die l\u00e4nger als 6cm ist sind erlaubt, Macheten und \u00e4hnliches sowieso nicht. Rauchen f\u00fcr das Personal nur an wenigen Stellen, f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge nicht erlaubt. Auch hier geht es wieder darum, dass evt. Menschen in Kleidung mit Chemikalien herum laufen. Diese k\u00f6nnte Feuer fangen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Jean, der Vizekapit\u00e4n und MOAS Chef am Schiff meinte, er habe vor wenigem Angst, aber vor Feuer an Bord hatte jeder Seemann Angst.<\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify\">Weniger Ausstattung als ein Notarztwagen<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify\">Unser bzw. mein Reich ist der Sanit\u00e4tsraum. Ein Raum mit einem Krankenbett, Medikamenten und den wichtigsten Dingen. Die Ausstattung ist weit entfernt von einem durchschnittlichen Notarztwagen in \u00d6sterreich. Die Medikamente gegen Schmerzen, viele gegen \u00dcbelkeit, Antibiotika, Notfallmedikamente, wie Adrenalin oder Insulin sind sehr begrenzt. Einen Defi, wie im normalen Rettungswagen, zwei Sauerstoffflaschen etwas zum Intubieren, was zum N\u00e4hen. Viel mehr ist da nicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Wie haben diskutiert, ob und in welchem Ausma\u00df wir Menschen wiederbeleben. Nat\u00fcrlich will man das, wir sind aber nicht darauf ausgelegt, einen Menschen wie auf einer Intensivstation am leben zu halten. Die Entscheidung, wann wir aufh\u00f6ren obliegt mir. Ich hoffe, ich muss sie in diesem Einsatz nicht treffen, werde aber auch nicht z\u00f6gern das zu tun, was ich f\u00fcr richtig halte..<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Ich freue mich, dass ich zwei sehr erfahrene Krankenschwestern an meiner Seite habe. Mit ihnen wird alles leichter werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Heute Abend werden wir noch eine \u00dcbung haben, danach werden wir die Plastikpaletten an Deck verteilen. Wenn die See unruhig ist, schwappt oft Wasser an Deck. Wir wollen aber nicht, dass die Menschen im Nassen sitzen, daher kann das Wasser unter den Paletten entlang laufen und die Menschen sind gesch\u00fctzter.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Sobald wir Menschen am Schiff haben, werden sie mit Rettungsdecken gegen W\u00e4rmeverlust, Wasser und Keksen versorgt. Es gibt dreimal t\u00e4glich Kekse, eint\u00f6nig, aber innerhalb von max. 48 Stunden haben sie Festen Boden unter den F\u00fc\u00dfen. F\u00fcr Babies haben wir ein paar Gl\u00e4ser Babynahrung.<\/p>\n<figure id=\"attachment_3214\" aria-describedby=\"caption-attachment-3214\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2016\/11\/WP_20161110_17_13_50_Rich.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-3214 size-medium\" src=\"https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2016\/11\/WP_20161110_17_13_50_Rich-300x169.jpg\" alt=\"wp_20161110_17_13_50_rich\" width=\"300\" height=\"169\" srcset=\"https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2016\/11\/WP_20161110_17_13_50_Rich-300x169.jpg 300w, https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2016\/11\/WP_20161110_17_13_50_Rich-768x432.jpg 768w, https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2016\/11\/WP_20161110_17_13_50_Rich-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2016\/11\/WP_20161110_17_13_50_Rich.jpg 1632w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-3214\" class=\"wp-caption-text\">seit 2007 immer dabei: JAMES<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify\">Morgen Fr\u00fch werde wir das Einsatzgebiet erreicht haben. Dann wird uns vermutlich auch die erste Bergung haben- meistens so gegen 5 oder 6 Uhr morgens.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Es ist, wie immer, eine Mischung auf Vorfreude und Kn\u00f6del im Magen&#8230; Aktion Menschen retten. Ich werde noch weitere Blogs schreiben zu finden unter reiseimpfungen-wien.at und auch hier beim Roten Kreuz<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Immerhin ist die See dzt ruhig und mein Magen freut sich. Sogar Delfine konnten wir heute beim Training sehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Ab morgen weht ein rauherer Wind&#8230;<\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify\">Aus Liebe zum Menschen und gro\u00dfem Respekt vor dem Leben&#8230;.<\/h2>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0 Ein drittes und letztes Mal geht es heuer ans internationale Helfen. 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