{"id":3221,"date":"2016-11-14T14:32:19","date_gmt":"2016-11-14T13:32:19","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.roteskreuz.at\/einsatz\/?p=3221"},"modified":"2016-11-14T14:32:19","modified_gmt":"2016-11-14T13:32:19","slug":"sonntag-427-uhr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/2016\/11\/14\/sonntag-427-uhr\/","title":{"rendered":"Sonntag 4:27 Uhr"},"content":{"rendered":"<h2 style=\"text-align: justify\"><strong>Sonntag 4:27\u2026.<\/strong><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify\">Attention to all stations: boat ahead proceed to your station. There will be a rescue..<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Es wurde also nichts mit dem Ausschlafen. Tagwache w\u00e4re eigentlich um 4:50 gewesen. Aber wer braucht schon Schlaf. Diese Nacht, bereits die vierte am Schiff, konnte ich kaum schlafen. Bis zwei Uhr w\u00e4lzte ich mich im Bett hin und her, wobei nicht die Wellen Schuld waren. Es w\u00fcrde den ersten Kontakt geben&#8230;..<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Innerhalb von 10 Minuten waren wir angezogen, ich hatte mir noch im Vorbeigehen eine Packung Mannerschnitten und zwei Wasserflaschen geschnappt und mit Rettungsweste, Overall und Helm bewaffnet standen wir an Deck. MOAS, die Hilfsorganisation, die die Rettungen durchf\u00fchrt, war gerade dabei, die Ghal<a href=\"https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2016\/11\/WP_20161113_13_26_32_Pro.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-3225 alignright\" src=\"https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2016\/11\/WP_20161113_13_26_32_Pro-169x300.jpg\" alt=\"wp_20161113_13_26_32_pro\" width=\"169\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2016\/11\/WP_20161113_13_26_32_Pro-169x300.jpg 169w, https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2016\/11\/WP_20161113_13_26_32_Pro-768x1365.jpg 768w, https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2016\/11\/WP_20161113_13_26_32_Pro-576x1024.jpg 576w, https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2016\/11\/WP_20161113_13_26_32_Pro.jpg 918w\" sizes=\"auto, (max-width: 169px) 100vw, 169px\" \/><\/a>ib, unser kleines Schiff, ins Wasser zu lassen. Ein Holzschiff mit 28 Personen trieb am Wasser. Zwei Mal musste die Ghalib hin fahren, um alle Menschen an Bord der &#8222;Responder&#8220; zu bringen. Keiner von uns hatte es ausgesprochen, aber sp\u00e4ter waren wir einhellig dankbar daf\u00fcr, dass das erste Boot so wenige Menschen beherbergte. Wir waren das Schema einige Male \u201etrocken\u201c durchgegangen, aber bei der geringen Zahl konnten wir uns leichter an alles gew\u00f6hnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Geretteten kommen an Deck, m\u00fcssen zuerst ihre Rettungswesten abgeben, danach kommt Eddie ins Spiel. Er ist f\u00fcr die Durchsuchung der G\u00e4ste zust\u00e4ndig. Es spielt sich in etwa wie bei einem Fu\u00dfballspiel am Eingang ab: Arme ausstrecken, Hose und Shirt- mehr haben sie, wenn \u00fcberhaupt, nicht an-\u00a0 nach gef\u00e4hrlichen Gegenst\u00e4nden durchsucht, danach weiter zu Abdel oder Eleonore, meinen Rotkreuz- KollegInnen ein Armband abholen. Das sind in Wirklichkeit Haargummis einer Farbe \u201eBracelets\u201c, um die Menschen zu den Schiffen zuzuordnen. Alle Menschen einer Rettungsaktion haben die Armb\u00e4nder in gleicher Farbe.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Am Ende steht Johanna und l\u00e4sst die Menschen in Reihen zu 10 Personen hin setzen. Thorir, mein Kollege ist f\u00fcr die Z\u00e4hlung und die Fotos zust\u00e4ndig. Wir ben\u00f6tigen exakte Zahlen, daher steht er beim Eingang und z\u00e4hlt durch. Am Ende werden alle nochmals gez\u00e4hlt. 28 Menschen.<\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify\">Menschen frieren, sind durchn\u00e4sst<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify\">Sie frieren, diese hier haben zumindest Hosen und Shirts, manche Pullover. Das sollte sich aber heute noch \u00e4ndern. Nachdem alles passt, bekommen sie Rettungsdecken, wie man sie aus dem Auto- Erste-Hilfe-Kasten kennt. Danach kommt die medizinische Untersuchung, die sehr grob durchgef\u00fchrt wird. Wir messen die Temperatur, schauen, ob die Menschen dehydriert sind, Blutarmut haben, schauen auf die H\u00e4nde, um evt. Ver\u00e4tzungen zu finden oder Skabies. Das sind niedliche Tierchen, die sich unter der Haut einnisten und f\u00fcrchterlichen Juckreiz verursachen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Das ganze dauert etwa 15 Sekunden: Temperatur messen, wobei das Thermometer aufgrund der Unterk\u00fchlung der meisten eh nur \u201eLO\u201c anzeigt,\u00a0 Zunge raus Strecken, in die Augen sehen, Finger und Unterarme zeigen lassen und THANK YOU sagen. H\u00f6flichkeit ist mir sehr wichtig. Wir sind keine Zoow\u00e4rter, die ihre Tiere f\u00fcttern. Jeder Mensch ist zuallererst MENSCH. Ein Mann fragt mich, wie ich hei\u00dfe? Michael.. und wie ist der Name des Schiffes? Responder. God bless you, Michael- Gott sch\u00fctze Dich&#8230;<a href=\"https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2016\/11\/WP_20161113_12_59_09_Pro.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-3228 alignleft\" src=\"https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2016\/11\/WP_20161113_12_59_09_Pro-300x168.jpg\" alt=\"wp_20161113_12_59_09_pro\" width=\"300\" height=\"168\" srcset=\"https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2016\/11\/WP_20161113_12_59_09_Pro-300x168.jpg 300w, https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2016\/11\/WP_20161113_12_59_09_Pro-768x431.jpg 768w, https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2016\/11\/WP_20161113_12_59_09_Pro-1024x575.jpg 1024w, https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2016\/11\/WP_20161113_12_59_09_Pro.jpg 1632w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Ich kann nur danke sagen und mich umdrehen. Mehr schaffe ich nicht..<\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify\">einfach weitermachen und konzentrieren.<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify\">Es gibt noch genug Arbeit. Nach knapp 90 Minuten ist der Spuk auch schon wieder vorbei. Die G\u00e4ste sitzen auf den Paletten, die sie vor N\u00e4sse an Deck bei hohem Seegang sch\u00fctzen sollen. Alle haben Decken, Wasser und Kekse. Es gab keine medizinischen F\u00e4lle. Eleonora hat Dienst bis acht. Dann beginnt meine Schicht. Also ab ins Bett. Das wichtigste hier am Schiff: Essen und schlafen so oft es geht. Jede Minute nutzen, da man nie wei\u00df, wann der n\u00e4chste Einsatz kommt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">7:05.. der n\u00e4chste Funkspruch. Wie lange habe ich geschlafen? Knapp 57 Minuten. \u201eImmerhin\u201c denke ich mir und mach mich wieder bereit. Helm, Overall, Schuhe, Schwimmweste. Ich habe mich diesmal f\u00fcr meine Shorts entschieden. Die sind bequemer unter dem Overall und man schwitzt weniger.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Ein kleines Gummiboot, etwa 8m lang und 4m breit ist neben uns. Zu Beginn denke ich an 30-40 Personen. Am Rand, auf den Gummiw\u00fclsten sitzen Menschen, Ein Bein im Meer. Ich sollte mich soetwas von irren- mein MOAS Kollege lacht mich etwas aus&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Zu Beginn werden an alle Menschen Rettungswesten verteilt und sie aufgefordert ruhig zu bleiben. Immer wieder f\u00e4hrt die Ghalib hin und her, bringt ein ums andere Mal <a href=\"https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2016\/11\/WP_20161113_13_26_43_Pro.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-3226 alignleft\" src=\"https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2016\/11\/WP_20161113_13_26_43_Pro-169x300.jpg\" alt=\"wp_20161113_13_26_43_pro\" width=\"169\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2016\/11\/WP_20161113_13_26_43_Pro-169x300.jpg 169w, https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2016\/11\/WP_20161113_13_26_43_Pro-768x1365.jpg 768w, https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2016\/11\/WP_20161113_13_26_43_Pro-576x1024.jpg 576w, https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2016\/11\/WP_20161113_13_26_43_Pro.jpg 918w\" sizes=\"auto, (max-width: 169px) 100vw, 169px\" \/><\/a>Menschen, Jugendliche Frauen und M\u00e4nner zu uns. Es sollen etwa 120 werden. Je leerer das Rettungsboot wird, umso ruhiger werden auch die verbleibenden Menschen an Bord. Peter springt ins Gummiboot um zu beruhigen laut\u00a0 gibt er seine Anweisungen. Seil fangen, halten, einer nach dem anderen&#8230;Dieses mal klappt das Zusammenspiel auch bei uns schon etwas besser. Wir haben ja noch soo viel Zeit zu \u00fcben. W\u00e4hrend der Bergung bekommen wir die Info, dass 4km westlich von uns das n\u00e4chste Boot gesichtet wurde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">M\u00e4nner steigen aus, humpeln und beklagen ihre massiven Beinschmerzen. Drei andere haben auf ihrem Bein gesessen. Kein Wunder, so dicht wie das am Boot war. Aber es sind keine ernsten Verletzungen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Auch unsere MOAS Freunde haben immer wieder Angst, dass sie Tote finden. Nat\u00fcrlich geh\u00f6ren sie \u201ezum Gesch\u00e4ft\u201c, aber man gew\u00f6hnt sich nie ganz dran.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Menschen hier im 2. und 3. sind leicht bekleidet, manchmal nur in Unterw\u00e4sche. Abdel sucht nach Kleidung, schaut drauf, dass jeder zumindest ein Oberteil und eine Hose oder \u00e4hnliches hat. Die ersten Frauen kommen an Bord.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Pl\u00f6tzlich ein Hilferuf von einem MOAS Kollegen: eine Frau stolpert beim Einsteigen, droht ins Wasser zu st\u00fcrzen- er kann sie nicht alleine halten. Drei Kollegen st\u00fcrzen hin und ziehen und schieben sie ins Schiff. Gl\u00fcck gehabt. Die Frau steht noch etwas unter Schock, setzt sich aber dann hin und atmet erst einmal durch. Das h\u00e4tte schief gehen k\u00f6nnen. Zum Gl\u00fcck stehen immer zwei Rettungsschwimmer inkl. Neopren-Anzug bereit. Die Gefahr ist aber, dass jemand der ins Wasser f\u00e4llt, zwischen die Schiffe kommt und zerdr\u00fcckt wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Meine Hauptaufgabe ganz zu Beginn ist einerseits den Menschen zu helfen, die Rettungsweste abzunehmen und , viel wichtiger, ganz kurz auf jeden Neuank\u00f6mmling zu schauen, ob er oder sie potentiell schwer verletzt ist oder in Lebensgefahr ist. Das k\u00f6nnen jetzt Wunden sein, die angesprochenen Ver\u00e4tzungen oder einfach die massive Unterk\u00fchlung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Menschen freuen sich, dass sie am Schiff sind&#8230;. Manchmal h\u00f6rt man ein nicht b\u00f6se gemeintes \u201eShut up please\u201c, wenn es zu laut wird. Gefolgt von: We want to rescue your friends\u201c- wir wollen auch eure Freunde retten. Erst als alle an Bord sind entspannen sich auch unsere MOAS Kollegen. Jetzt k\u00f6nnen sie durchatmen und die Arbeit des Roten Kreuzes wird interessant. Als unsere G\u00e4ste realisieren, dass sie alle in Sicherheit sind, brandet spontan Jubel auf. Menschen applaudieren, fallen einander um den Hals. Ich weiss nicht, ob ich lachen oder weinen soll, entschlie\u00dfe mich aber mich auf meine Arbeit zu konzentrieren. Die G\u00e4nsehaut werde ich aber nicht so schnell los.<\/p>\n<figure id=\"attachment_3227\" aria-describedby=\"caption-attachment-3227\" style=\"width: 169px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2016\/11\/WP_20161113_13_25_37_Pro.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-3227 size-medium\" src=\"https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2016\/11\/WP_20161113_13_25_37_Pro-169x300.jpg\" alt=\"wp_20161113_13_25_37_pro\" width=\"169\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2016\/11\/WP_20161113_13_25_37_Pro-169x300.jpg 169w, https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2016\/11\/WP_20161113_13_25_37_Pro-768x1365.jpg 768w, https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2016\/11\/WP_20161113_13_25_37_Pro-576x1024.jpg 576w, https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2016\/11\/WP_20161113_13_25_37_Pro.jpg 918w\" sizes=\"auto, (max-width: 169px) 100vw, 169px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-3227\" class=\"wp-caption-text\">Unsere &#8222;Prinzessin&#8220;<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify\">Abdel schnappt sich unseren neuen Gast und verschwindet mit ihm im Bauch des Schiffes. Ein etwa 1,5 j\u00e4hriges M\u00e4dchen avanciert zum Liebling. Sie weint, ist durchn\u00e4sst. Als ich nach ein paar Minuten in meine Ambulanz gehe, sehe ich Abdel mit dem M\u00e4dchen. Es hat neue Kleidung, etwas zum spielen und strahlt.\u00a0 \u201eTres Jolie\u201c sage ich nur- sehr h\u00fcbsch. Ich habe keine Ahnung, ob die kleine Franz\u00f6sisch spricht oder Englisch. Abdel spricht mit ihr auf Englisch. Ich muss nat\u00fcrlich ein Foto von den beiden machen. Danach kommt sie wieder zu ihrer Mutter.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">In Summe gibt es auch f\u00fcr mich etwas zu tun. Johanna, war in der Zwischenzeit nicht unt\u00e4tig und hat bereits eine Wunde am Fu\u00df einer aelteren Frau versorgt. Sie war frisch und wir \u00fcberlegen zu n\u00e4hen, lassen es aber bleiben. Eine zweite Frau bekommt Schmerzmittel. Eine Schusswunde, die sie vor zwei Monaten am Unterschenkel hatte, schien infiziert zu sein, aber geschlossen. Ich entschlie\u00dfe mich zu einem Antibiotikum.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die dritte d\u00fcrfte einen Mittelfu\u00dfknochen gebrochen haben und einige Damen haben Ver\u00e4tzungen am Ges\u00e4\u00df vom Sprit. Bei dunkler Haut sind viele Dinge f\u00fcr uns Mitteleuropaer schwerer zu sehen. Aber die Hautverf\u00e4rbungen, die sie nicht nur am Ges\u00e4\u00df hat, sind eindeutig.<\/p>\n<figure id=\"attachment_3224\" aria-describedby=\"caption-attachment-3224\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2016\/11\/WP_20161113_12_58_56_Pro.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-3224 size-medium\" src=\"https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2016\/11\/WP_20161113_12_58_56_Pro-300x169.jpg\" alt=\"wp_20161113_12_58_56_pro\" width=\"300\" height=\"169\" srcset=\"https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2016\/11\/WP_20161113_12_58_56_Pro-300x169.jpg 300w, https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2016\/11\/WP_20161113_12_58_56_Pro-768x432.jpg 768w, https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2016\/11\/WP_20161113_12_58_56_Pro-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/wp-content\/uploads\/sites\/6\/2016\/11\/WP_20161113_12_58_56_Pro.jpg 1632w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-3224\" class=\"wp-caption-text\">Die PHOENIX<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify\">Keine gr\u00f6beren Erkrankungen, keine Toten. Alles in allem ein gutes Gef\u00fchl. Am fr\u00fchen Nachmittag bekamen wir dann die Ph\u00f6nix zu sehen. Dies ist unser Schwesternschiff, die gerade auf dem Weg nach Italien ist. Sie nahmen unsere G\u00e4ste zu sich und werden sie nach Italien bringen. Ich lernte meinen Kollegen vom italienischen Roten Kreuz kennen. Wir machten eine \u00dcbergabe der Patientinnen. Er erz\u00e4hlte mir von Patienten, die in ihrer Heimat mit Zigaretten gepeinigt worden waren. Einer h\u00e4tte noch die Abdr\u00fccke von einem Hammer, mit denen er maltr\u00e4tiert worden war. Der italienische Arzt war am Ende seiner Reise auf See, meinte aber das es eine einzigartige Erfahrung auch f\u00fcr ihn war.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Wir cruisen hier weiter und warten auf andere Menschen 317 konnten wir retten. Mir ist eal woher sie kommen, dass z\u00e4hlt zu unseren Grunds\u00e4tzen- ich will, dass sie leben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Ich wurde heute, wie schon so oft bei Interviews gefragt, ob nicht auch wir Schuld daran sind, dass so viele Menschen kommen- in dem Wissen, dass wir sie sowieso retten. Wenn man mit den Kollegen spricht, einer macht das seit fast 12 Monaten durchgehend, so sind alle der gleichen Auffassung:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Wenn Menschen sich dieses Wagnis antun, dann steckt sehr viel Verzweiflung dahinter. Sie werden es versuchen, auch wenn wir ab Dezember nicht mehr da sein werden. Sie haben Hoffnung, Hoffnung, das Festland zu erreichen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Aber was macht das schon, sterben halt ein paar Hundert , ein paar Tausend Menschen mehr&#8230;. Das erscheint in den letzten Monaten zunehmend die Meinung vieler \u201eMenschen\u201c zu sein. Ich glaube aber immer noch an das Gute im Menschen, auch, wenn das Wort Gutmensch f\u00fcr manche zum Schimpfwort geworden ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Ich werde hier die n\u00e4chsten zwei Wochen weiter versuchen, dieses Sterben zumindest zu vermindern..<\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><strong>Aus Liebe zum Menschen und gro\u00dfem Respekt vor dem Leben&#8230;<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sonntag 4:27\u2026. Attention to all stations: boat ahead proceed to your station. There will be a rescue.. 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