{"id":439,"date":"2008-10-26T17:16:48","date_gmt":"2008-10-26T16:16:48","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.roteskreuz.at\/einsatz\/?p=439"},"modified":"2008-10-26T17:16:48","modified_gmt":"2008-10-26T16:16:48","slug":"verkehr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/2008\/10\/26\/verkehr\/","title":{"rendered":"..Verkehr&#8230;"},"content":{"rendered":"<p>Heute hab ich mir vorgenommen, euch etwas \u00fcber den Strassenverkehr in Haiti aus der Sicht eines Europ\u00e4ers zu erz\u00e4hlen.<\/p>\n<p>Also, wenn man das nicht gesehen hat, ist es schwer, sich eine Vorstellung von den Verh\u00e4ltnissen zu machen. Zun\u00e4chst einmal, geht es grunds\u00e4tzlich in der Stadt nur im Schrittempo voran, weil die Strassenbedingungen nichts anderes zulassen. Die L\u00f6cher im Asphalt, die ohne weiteres einen halben Meter tief sein k\u00f6nnen, Fussg\u00e4nger und jede Menge anderer Hindernisse lassen keine h\u00f6heren Geschwindigkeiten zu. Und sollte (was selten genug vorkommt) ein kleiner Abschnitt der Strasse halbwegs ok sein, dann befindet sich dort sicher eine Speed-Break, aber eine der ordentlichen Sorte. Die Dinger hei\u00dfen hier \u201eSchlafende Polizisten\u201c. Vorrangregeln sind weitgehend unbekannt, man f\u00e4hrt, soweit es eben geht, ohne in einen anderen hineinzufahren. Dass dadurch ein anderer auch abrupt abbremsen muss, ergibt sich von selbst und ist unvermeidbar. Aber hier z\u00e4hlt jeder Zentimeter, den man gefahren ist, egal ob ein anderer Vorrang gehabt h\u00e4tte. Die Autos, die hier fahren, sind aus verst\u00e4ndlichen Gr\u00fcnden nahezu ausschlie\u00dflich Gel\u00e4ndefahrzeuge, andere Fahrzeuge h\u00e4tten bei diesen Strassenverh\u00e4ltnissen keine lange Lebensdauer und k\u00e4men kaum irgendwo hin. Es kommt oft vor, dass die Hauptstrassen und die angrenzenden Nebenstrassen v\u00f6llig verstopft sind, dann dauert so ein Trip vom Office zum Hotel der sonst 10 Minuten braucht, eben zwei Stunden. Auch die Hauptstrassen sind nicht wesentlich breiter als die Nebenstrassen, \u00fcberall liegt M\u00fcll und an allen Ecken und Enden der Stadt wird M\u00fcll einfach angez\u00fcndet und die Rauchschwaden sind kilometerweit zu riechen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.roteskreuz.at\/einsatz\/files\/2008\/10\/verkehr-tap-tap.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-440\" src=\"http:\/\/blog.roteskreuz.at\/einsatz\/files\/2008\/10\/verkehr-tap-tap-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" \/><\/a><\/p>\n<p>Als \u00f6ffentliche Verkehrsmittel dienen TapTaps, das sind Pickups, bei denen man ein Dach \u00fcber den Lastbereich gebaut hat und die nach hinten hin um einen Sitz verl\u00e4ngert sind. Sie sind oft bunt bemalt und weil sie auch h\u00e4ufig voll sind, h\u00e4ngen an allen Ecken und Enden noch Passagiere aussen dran. Aber es gibt auch Busse, alte amerikanische Schulbusse, orange, wie man sie aus den Filmen kennt. Andere Busse sind bunt angemalt und alle sind immer voller Menschen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.roteskreuz.at\/einsatz\/files\/2008\/10\/verkehr-bus.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-441\" src=\"http:\/\/blog.roteskreuz.at\/einsatz\/files\/2008\/10\/verkehr-bus-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" \/><\/a><\/p>\n<p>\u00dcberland sind die Verh\u00e4ltnisse jedoch ganz anders. Abgesehen von kurzen Strassenabschnitten, die asphaltiert (oder was man hier so bezeichnen kann) sind, gibt es praktisch nur Schotterstrassen und Pisten und viele Flussdurchfahrten. Die sind aber daf\u00fcr so, dass ein Land Cruiser (immerhin ein anerkannt gutes Gel\u00e4ndefahrzeug) an seine Leistugsgrenzen st\u00f6sst. Manchmal auch dar\u00fcber.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.roteskreuz.at\/einsatz\/files\/2008\/10\/verkehr-dorf.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-442\" src=\"http:\/\/blog.roteskreuz.at\/einsatz\/files\/2008\/10\/verkehr-dorf-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" \/><\/a><br \/>\nGefahren wird so, dass die Belastung auf Mensch und Material ungef\u00e4hr gleich (dem Maximum) bleibt, variiert wird nur die Geschwindigkeit. Das hei\u00dft, 4 Stunden Fahrt sind vier Stunden an der Grenze des Ertr\u00e4glichen. Mehr h\u00e4lt man auf einmal sowieso nicht aus, man ist dann derartig durchgesch\u00fcttelt, dass man oben und unten nicht mehr auseinander halten kann. Das hei\u00dft aber nicht, dass man schnell untewegs war. Eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 17 km\/h gilt als durchaus zufriedenstellend.<br \/>\n<a href=\"http:\/\/blog.roteskreuz.at\/einsatz\/files\/2008\/10\/verkehr-gps.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-443\" src=\"http:\/\/blog.roteskreuz.at\/einsatz\/files\/2008\/10\/verkehr-gps-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" \/><\/a><br \/>\nOft geht es auch durch Furten und dann muss der Fahrer \u00f6fters die herumstehenden Menschen fragen wo es an der anderen Flusseite \u00fcberhaupt weitergeht.<br \/>\n<a href=\"http:\/\/blog.roteskreuz.at\/einsatz\/files\/2008\/10\/verkehr-furt.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-444\" src=\"http:\/\/blog.roteskreuz.at\/einsatz\/files\/2008\/10\/verkehr-furt-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" \/><\/a><br \/>\nDie Rechtsregel ist unbekannt, w\u00e4re auch l\u00e4cherlich, gefahren wird, wo es eben geht. \u2013 und soweit es geht. Es gilt das Recht des St\u00e4rkeren. Fussg\u00e4nger sind in dieser Rangordnung ganz unten, dann kommen Radler, Autos und LKWs. Wenn es geregnet hat, ist auf diesen Strassen das Durchkommen unm\u00f6glich \u2013 wie lange? Solange es eben dauert bis sich der erste traut, Tage, Wochen, Monate. Auf Motorr\u00e4dern sitzt man grunds\u00e4tzlich zu dritt, an praktisch allen Fahrzeugen h\u00e4ngen irgendwo aussen Menschen drauf oder sitzen auf dem Dach. Oft balancieren sie waghalsig auf den hoffnungslos \u00fcberladenen LKWs.<br \/>\n<a href=\"http:\/\/blog.roteskreuz.at\/einsatz\/files\/2008\/10\/verkehr-dranhangen.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-445\" src=\"http:\/\/blog.roteskreuz.at\/einsatz\/files\/2008\/10\/verkehr-dranhangen-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" \/><\/a><br \/>\nDie Strassen sind ges\u00e4umt von liegengebliebenen Fahrzeugen und Reifenpannen sind bei uns ca. einmal pro Woche \u00fcblich. Wenn man Gl\u00fcck hat, ist der Wagenheber brauchbar und einsatzbereit, wenn nicht, dann behilft man sich eben anders.<br \/>\n<a href=\"http:\/\/blog.roteskreuz.at\/einsatz\/files\/2008\/10\/verkehr-patschen.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-446\" src=\"http:\/\/blog.roteskreuz.at\/einsatz\/files\/2008\/10\/verkehr-patschen-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" \/><\/a><\/p>\n<p>Aber dazu gibts in K\u00fcrze noch eine andere spannende Geschichte&#8230;vom Field Trip letzte Woche, also,<\/p>\n<p>stay tuned!<br \/>\nSmidi<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute hab ich mir vorgenommen, euch etwas \u00fcber den Strassenverkehr in Haiti aus der Sicht eines Europ\u00e4ers zu erz\u00e4hlen. 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