{"id":984,"date":"2005-03-17T11:21:57","date_gmt":"2005-03-17T10:21:57","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.roteskreuz.at\/einsatz\/?p=984"},"modified":"2005-03-17T11:21:57","modified_gmt":"2005-03-17T10:21:57","slug":"banda-aceh-und-retour-donnerstag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/einsatz\/2005\/03\/17\/banda-aceh-und-retour-donnerstag\/","title":{"rendered":"Banda Aceh und retour: Donnerstag"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>Dieser mehrteilige Reisebericht des stv. Generalsekret\u00e4rs Dr. Werner Kerschbaum erschien auf der Homepage des \u00d6sterreichischen Roten Kreuzes im M\u00e4rz 2005. Anl\u00e4sslich des f\u00fcnften Jahrestags der Tsunamikatastrophe m\u00f6chten wir diese Beitr\u00e4ge erneut ver\u00f6ffentlichen.<\/p><\/blockquote>\n<p>Um 7.30 starten wir den 2. Tag der \u00dcbergabe. Nach dem t\u00e4glichen Routinebesuch im \u201eHauptquartier\u201c der F\u00f6deration \u2013 kurze Lagebesprechung mit dem Delegationsleiter und einigen Spezialisten \u2013 holen wir unsere indonesische Kollegin ab und fahren in Richtung Westk\u00fcste. Der Verkehr ist schon entsprechend rege. Auffallend sind die vielen Mopeds und Roller. Wir machen eine kurze Verkehrsz\u00e4hlung und stellen fest: 60 % aller Fahrzeuge sind einspurig, und von den mehrspurigen sind 80-90% Mini-Vans, und nur der verschwindende Rest PKW-Limousinen. Auf den Mopeds und Motorrollern fahren im Durchschnitt 2,5 Personen. Eine f\u00fcnfk\u00f6pfige Familie mit Kleinkindern auf einem Moped ist wirklich keine Seltenheit. Vorrang im Kreisverkehr haben diejenigen, die sich ihn nehmen, und das funktioniert alles ohne Fluchen und Drohgeb\u00e4rden \u2026 Benzin kostet \u00fcbrigens 0,2 Euro pro Liter.<br \/>\nIn Richtung Westen wird der Verkehr etwas d\u00fcnner. In K\u00fcstenn\u00e4he bietet sich das gleiche Bild wie am ersten Tag: Viele kleine D\u00f6rfer und Siedlungen am Rande von Banda Aceh existieren einfach nicht mehr. Die immer wieder notd\u00fcrftig reparierte Asphaltstra\u00dfe f\u00fchrt durch die schon einmal beschriebene \u201eM\u00fcllhalde\u201c.<\/p>\n<table border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\" width=\"520\">\n<tbody>\n<tr>\n<td><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/old.roteskreuz.at\/prod_images\/5747b4adc54aea5e0b31993e3a9f1e6a.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" hspace=\"0\" width=\"190\" height=\"142\" align=\"left\" \/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/old.roteskreuz.at\/images\/spacer_1x1.gif\" border=\"0\" alt=\"space\" width=\"10\" height=\"142\" align=\"left\" \/><\/p>\n<div>Dort, wo hinter der K\u00fcste aufsteigende bewaldete H\u00fcgel Schutz geboten haben, sind die Siedlungen noch intakt. Man kann \u00fcbrigens das \u201eEinzugsgebiet\u201c des Tsunami genau verfolgen, weil die geknickten B\u00e4ume entlang der H\u00fcgelketten eine f\u00fcr das Auge deutlich wahrnehmbare Trennlinie markieren. Dort, wo die Topographie keinen nat\u00fcrlichen Schutz bot, haben die Flutwellen bis zu 10 km ins Landesinnere alles verw\u00fcstet. Beim Aufsuchen der zahlreichen Wassertanks in den verstreuten Siedlungen beweist Teamleiter Werner Meisinger gro\u00dfartige Ortskenntnis.<\/p>\n<p>Alle Tanks sind \u00fcbrigens ausreichend bef\u00fcllt und die Entnahmestellen (Taps genannt) funktionieren ebenfalls. Vereinzelt begr\u00fc\u00dfen uns erwachsene Dorfbewohner; auffallend wie immer das Winken und strahlende Lachen der vielen Kinder. Apropos Kinder: Die Geburtenrate pro Frau ist mit 2,4 um 70% h\u00f6her als in \u00d6sterreich und nur 5% der Bev\u00f6lkerung ist \u00e4lter als 65 Jahre.<br \/>\nAm fr\u00fchen Nachmittag machen wir kurz Pause direkt am Meer. Das klare Wasser und der sch\u00f6ne Sandstrand beeindrucken uns. Die gesamte K\u00fcste ist menschenleer, die einheimische Bev\u00f6lkerung hat schon vor der Flutkatastrophe dem Baden im und Sonnen am Meer nicht viel abgewinnen k\u00f6nnen, erkl\u00e4rt uns unsere indonesische Begleiterin. Aus dem Meer ragen deutlich sichtbar die St\u00fcmpfe von Palmen und machen deutlich, wo die Strandlinie vor dem Tsunami verlaufen ist. An einzelnen Stellen wurde der Strand bis zu 1km ins Landesinnere \u201everlegt\u201c.<\/p><\/div>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/old.roteskreuz.at\/prod_images\/d32fe95dfc9a678efff1bedfc25f9694.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" width=\"190\" height=\"142\" align=\"right\" \/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/old.roteskreuz.at\/images\/spacer_1x1.gif\" border=\"0\" alt=\"space\" width=\"10\" height=\"142\" align=\"right\" \/><\/p>\n<div>Zur\u00fcck in der Stadt besuchen wir das Feldspital des IKRK. Anschlie\u00dfend fahren wir zu den 2 Wasserstationen unseres \u201eERU Water\u201c Teams. Dort treffen wir den Generalsekret\u00e4r des Norwegischen Roten Kreuzes, der sich von der Arbeit des Teams beeindruckt zeigt.<br \/>\nNorwegen betreibt f\u00fcr das IKRK das erw\u00e4hnte Feldspital direkt neben dem Fu\u00dfballstadion von Banda Aceh.<br \/>\nNach der Ankunft im \u00d6RK-Quartier bleibt nur mehr kurz Zeit, um sich frisch zu machen f\u00fcr das Abschiedsessen beim \u201eBr\u00fcckenwirt\u201c; so nennen die Teammitglieder das indonesische Lokal, welches direkt an der Br\u00fccke \u00fcber den gro\u00dfen Kanal liegt.<br \/>\nDas alte und das neue Team lassen den Abend fr\u00f6hlich ausklingen bei indonesischen Spezialit\u00e4ten. Das gibt mir die Gelegenheit, mich bei den beiden Teamleadern und der gesamten Mannschaft f\u00fcr den professionellen Einsatz und das gro\u00dfartige Teamwork zu bedanken. Als besondere Zugabe gibt es nach der R\u00fcckkehr ins Quartier noch ein paar Dosen Bier und lange, einerseits von herzlichem Lachen, andererseits von etwas Wehmut begleitete Erz\u00e4hlungen \u00fcber die vergangenen 5 Einsatzwochen.<\/div>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieser mehrteilige Reisebericht des stv. 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