{"id":50,"date":"2007-07-04T16:34:00","date_gmt":"2007-07-04T16:34:00","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.roteskreuz.at\/redcrosswebmaster\/2007\/07\/04\/disaster-20\/"},"modified":"2007-07-04T16:34:00","modified_gmt":"2007-07-04T16:34:00","slug":"disaster-20","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/redcrosswebmaster\/2007\/07\/04\/disaster-20\/","title":{"rendered":"Disaster 2.0"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.roteskreuz.at\/prod_images\/Der_Rettungs-_und_Krankentransport-_dienst__58ed1c99e96cfe58e9ad8a3afdcd8512.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.roteskreuz.at\/prod_images\/Der_Rettungs-_und_Krankentransport-_dienst__58ed1c99e96cfe58e9ad8a3afdcd8512.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><\/a><br \/>\nF\u00fcr den Bereich der Katastrophenkommunikation \u2013 so berichtete Thomas Pleil, Kommunikations-wissenschafter an der Uni Darmstadt (<a href=\"http:\/\/thomaspleil.wordpress.com\/2007\/06\/27\/katastrophenkommunikation-rotes-kreuz-setzt-auf-twitter-und-blogs\/\">Textdepot auf thomaspleil.wordpress.com<\/a>, s. auch <a href=\"http:\/\/redcrosswebmaster.blogspot.com\/2007\/06\/web-20-und-rotes-kreuz-in-den-usa.html\">Bericht im Webmaster&#8217;s Blog<\/a>) \u2013 begann das Amerikanische Rote Kreuz mit dem Ansatz, pro Einsatz einen monothematischen Blog zu erstellen, der s\u00e4mtliche online- Kommunikationsma\u00dfnahmen des Roten Kreuzes zu diesem Ereignis b\u00fcndeln soll. <\/p>\n<p>\nNach meiner eigenen Erfahrung in der Kommunikationsverantwortung bei den letzten gro\u00dfen Katastrophen- und (geplanten) Gro\u00dfeins\u00e4tzen kann keine 1:1-Implementierung dieses amerikanischen Konzepts erfolgen. Im Bereich des \u00d6sterreichischen Roten Kreuzes ist eine derartige Ma\u00dfnahme partiell sicher interessant, allerdings m\u00fcssen zun\u00e4chst die einzelnen Teilanspruchsgruppen und ihre Bed\u00fcrfnislagen in der Katastrophe vorab im Detail herausgearbeitet werden.<\/p>\n<p>Hier ein kurzer \u00dcberblick \u00fcber diese Teil\u00f6ffentlichkeiten und ihre Anspr\u00fcche: Im Rahmen der Rotkreuz-F\u00fchrungskr\u00e4fteausbildung erarbeiten wir im Normalfall vier (bzw. bei der Ber\u00fccksichtigung der Nichtbetroffenen f\u00fcnf) unterschiedliche Stakeholdergruppen (in nicht priorisierter Reihenfolge): Die eigenen <strong>MitarbeiterInnen<\/strong> (1), die <strong>Medien<\/strong> (2) als Vermittler und Verst\u00e4rker der Information, die <strong>Betroffenen<\/strong> (3) (bzw. potentiell weitere Betroffene), <strong>Spender und G\u00f6nner <\/strong>(4) und die gr\u00f6\u00dfte Gruppe, die <strong>Nichtbetroffenen<\/strong> (5).<\/p>\n<p>Betrachtet man die unterschiedlichen Erwartungshaltungen dieser Akteure im Detail, so ergibt sich folgendes Bild:<\/p>\n<blockquote><p>(1)Die eigenen MitarbeiterInnen werden wohl \u00fcber den \u201eDienstweg\u201c im Rahmen der f\u00fcr diese Eins\u00e4tze geltenden Stabs-Linienstruktur informiert, Zus\u00e4tzlich wird das Rotkreuz-Personal als Opinon-Leader und oftmals erste Ansprechpartner zum Thema im gesamten Bundesgebiet t\u00e4tig und ben\u00f6tigen daher einen \u201eexklusiven\u201c Zugang zu Informationen. Hierzu gibt es auf Rotkreuz-Bundesebene neue Ans\u00e4tze zur Internen Kommunikation im Einsatzfall, die mangels gro\u00dfer Katastrophen im vergangenen Jahr noch nicht getestet werden konnten.<\/p><\/blockquote>\n<blockquote><p>(2) Das Interesse der Medien an Katastrophen ist vielschichtig: Auf der einen Seite gilt die Expertise (a) des Roten Kreuzes als wichtiges Asset, auch die tats\u00e4chliche Hilfeleistung vor Ort (b) interessiert. Zahlen, Daten und Fakten zur Katastrophe (c) , zu den Betroffenen und die m\u00f6gliche weitere Entwicklung sind ebenso Teil der Interessenslage, wie das (m\u00f6gliche) direkte Gespr\u00e4ch (d) mit Betroffenen, Helfern oder Verantwortlichen f\u00fcr das Einsatzmanagement. Nat\u00fcrlich ist auch die (weitere) Katastrophenvorbeugung (e) ein wesentlicher Aspekt des Medieninteresses. Je nach Art des Mediums werden zus\u00e4tzlich verschiedene Zusatzinformationen (f), also Fotos, Videos oder Audioclips ben\u00f6tigt. (Podcasts, oder die Portale Flickr bzw. Youtube als Plattformen k\u00f6nnen hierbei ein wenig helfen)<br \/>\nGanz wesentlich erscheint mir in diesem Zusammenhang zu betonen, dass gerade erfolgreiche Pressearbeit (auch im Katastrophenfall) eine langfristige soziale Beziehung des Kommunikationsverantwortlichen zu den relevanten JournalistInnen voraussetzt. Glaubw\u00fcrdigkeit und Vertrauen zwischen den beteiligten Akteuren ist die Grundlage f\u00fcr effiziente und funktionierende Medienarbeit im Anlassfall.<\/p><\/blockquote>\n<blockquote><p>(3) Die Betroffenenperspektive ist im Sinne des Rotkreuz-Mission-Statements (\u201edie Situation von Menschen in Not und sozial Schwachen durch die Kraft der Menschlichkeit zu verbessern\u201c, aus der <a href=\"http:\/\/www.roteskreuz.at\/1282.html\">Strategie 2010 der Internationalen F\u00f6deration der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften<\/a>) das zentrale Element der Hilfeleistung, aber auch der Kommunikation. F\u00fcr die Betroffenen ist es ganz wichtig, dass das Vertrauen erhalten wird. Informationen \u00fcber die Gesamtsituation und \u00fcber die Hilfeleistung sind hier wichtig, auch \u201eHowtos\u201c \u2013 also, wie man zu Hilfe kommt, wo man sich melden kann, wie man weiteren Schaden verhindern kann, wo man seine Angeh\u00f6rigen finden kann, \u2026- m\u00fcssen f\u00fcr diese Stakeholder sinnvollerweise Barrierearm auf m\u00f6glichst vielen Kommunikationskan\u00e4len angeboten werden.<\/p><\/blockquote>\n<blockquote><p>(4) Spender und G\u00f6nner wollen ihrem Hilfsbed\u00fcrfnis Folge leisten und rasch, einfach und ohne gro\u00dfem Aufwand direkt f\u00fcr die Betroffenen spenden. Dazu ist es wichtig, die Bed\u00fcrfnislage genau zu kommunizieren und auch den konkreten Bedarf vor Ort. Vertrauen in die Hilfeleistung des Roten Kreuzes sind Basis daf\u00fcr &#8211; die Spenderkommunikation am besten direkt und zeitnah \u00fcber die Medien ist daf\u00fcr ebenso essentiell. (In diesem Zusammenhang muss vor nicht-ben\u00f6tigten Sachspenden gewarnt werden, die nicht nur logistisch, sondern auch vom Image her schnell zur Herausforderung werden k\u00f6nnen)<\/p><\/blockquote>\n<blockquote><p>(5) Die Bed\u00fcrfnisse der Nicht-Betroffenen sind eher heterogen und reichen von altruistischem Interesse f\u00fcr die Betroffenen oder f\u00fcr die Hilfeleistung, \u00fcber allgemeine Informationsbed\u00fcrfnisse bis hin zu Arroganz. Im schlimmsten Falle opponieren Nicht-Betroffene sogar aus den unterschiedlichsten Gr\u00fcnden gegen die Hilfeleistung f\u00fcr die Betroffenen vor Ort<\/p><\/blockquote>\n<p>Diese erste oberfl\u00e4chliche Stakeholderanalyse zeigt, dass sich diese Erwartungen nicht alle mit einem Tool l\u00f6sen werden lassen, schon gar nicht nur mit einem Weblog. Trotzdem \u2013 so denke ich \u2013 w\u00fcrde die laufend aktualisierte Zusammenfassung (auch wenn sie redundant erstellt wird) wesentlicher Informationen zu einem Katastrophenereignis viele Prozesse innerhalb und au\u00dferhalb des Roten Kreuzes vereinfachen.<\/p>\n<p>\nNeben fundierter Analyse ist es allerdings auch oft die Praxis, die im Endeffekt entscheidet. Das ist der Grund, dass ich in Zukunft einfach ausprobieren will, ob sich der Blog-Einsatz im Katastrophenfall lohnt.<\/p>\n<p>Wie sehen andere Rotkreuz-Mitarbeiter die Situation, wie wird meine Analyse von anderen eingesch\u00e4tzt? Schreibt Eure Kommentare dazu!<\/p>\n<p>Ein manuelles Trackback:<\/p>\n<p>Thomas Pleil reagiert in seinem Blog: <a href=\"http:\/\/thomaspleil.wordpress.com\/2007\/07\/05\/online-pr-einer-ngo-fallbeispiel-rotes-kreuz-at\/\">http:\/\/thomaspleil.wordpress.com\/2007\/07\/05\/online-pr-einer-ngo-fallbeispiel-rotes-kreuz-at\/<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcr den Bereich der Katastrophenkommunikation \u2013 so berichtete Thomas Pleil, Kommunikations-wissenschafter an der Uni Darmstadt (Textdepot auf thomaspleil.wordpress.com, s. auch Bericht im Webmaster&#8217;s Blog) \u2013 begann das Amerikanische Rote Kreuz mit dem Ansatz, pro Einsatz einen monothematischen Blog zu erstellen, der s\u00e4mtliche online- Kommunikationsma\u00dfnahmen des Roten Kreuzes zu diesem Ereignis b\u00fcndeln soll. 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