{"id":244,"date":"2010-06-28T18:32:05","date_gmt":"2010-06-28T16:32:05","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.roteskreuz.at\/sociologist\/?p=244"},"modified":"2010-06-28T18:32:05","modified_gmt":"2010-06-28T16:32:05","slug":"gibt-es-eine-sinnvolle-verknupfung-zweier-welten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/sociologist\/2010\/06\/28\/gibt-es-eine-sinnvolle-verknupfung-zweier-welten\/","title":{"rendered":"Gibt es eine sinnvolle Verkn\u00fcpfung zweier Welten?"},"content":{"rendered":"<p>Ole Seidenberg, <a href=\"http:\/\/socialaction20.wordpress.com\/\">Soziologe und SocialBlogger.de, <\/a> schreibt im <a href=\"http:\/\/socialaction20.wordpress.com\/2010\/06\/07\/npo-blogparade-nr-16\/\">Aufruf zur 16. NPO- Blogparade<\/a><\/p>\n<blockquote><p>Nicht selten \u2013 wie fast immer, wenn es etwas neues gibt \u2013 wurden vom Web 2.0 \u201eWunder\u201c erwartet. Die bislang ausbleibenden Freiwilligen, die zur\u00fcckgehenden Spender, die Kampagne, die nicht so recht funktionieren wollte: Das Wundermittel Web 2.0 w\u00fcrde es schon richten.<\/p>\n<p>Doch vermehrt kommt die Frage auf: Wie l\u00e4sst sich tats\u00e4chliches Handeln, wie Verhaltensmuster der Menschen \u201eauf der Stra\u00dfe\u201c durch Social Media \u00e4ndern.<\/p><\/blockquote>\n<p>Und er fragt weiter (auch im Original in Orange): <span style=\"color: #ff6600\"><strong>Wie gelingt die sinnvolle Verkn\u00fcpfung von Social-Media-Werkzeugen mit Offline-Aktionen\/Handeln? <\/strong><\/span><\/p>\n<p>Obwohl die Frist zum Kommentar bereits vergangene Woche abgelaufen ist, erlaube ich mir hier ebenfalls meine Kommentare dazu abzugeben \u2013 wenn ich Gl\u00fcck habe werden sich diese auch noch in der Zusammenfassung wiederfinden.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst erscheint es mir wichtig, mein bekanntes Credo zu wiederholen: bei Social-Media-Tools handelt es sich \u201enur\u201c um weitere Tools der Kommunikation, die in den bestehenden Kommunikationsmix einer Organisation eingebunden sein sollten. Die sinnvolle Verkn\u00fcpfung ergibt sich daher bereits vor dem Einsatz des Werkzeugs oder dem operativen Offline-Handeln in der dahinterliegenden Strategie, dem die Kommunikationstools, egal ob on- oder offline.<\/p>\n<h2>Problemkreis eins: Entkoppelte Teilsysteme<\/h2>\n<p>Vergangenes \u00a0Jahr habe ich eine <a href=\"http:\/\/socialaction20.wordpress.com\/2008\/12\/15\/npo-blogparade-nr-3-die-kehrseite-des-web-20-hypes-fur-den-nonprofit-sektor\/\">Frage, die ebenso von Ole kam<\/a> \u2013 zu den <a href=\"..\/2009\/01\/07\/npo-blogparade-kehrseiten-des-web20-fur-npos\/\">Kehrseiten des Web 2.0 f\u00fcr NPO<\/a> \u2013 unter anderem damit beantwortet:<\/p>\n<blockquote><p>Das Medium (wenn man das Web2.0-Toolb\u00fcndel als solches subsummieren darf) eignet sich zwar im Bereich des breiten intellektuellen Diskurses als weiteres Tool im akademischen Medienmix im Sinne einer Demokratisierung der Meinungen, aber es ist kein ad\u00e4quates Mittel, um die Bed\u00fcrftigen als Stakeholderinnen auf der einen und die SpenderInnen auf der anderen Seite des Stakeholderkontinuums zuverl\u00e4ssig zu erreichen. Die Tools k\u00f6nnen bestenfalls die bew\u00e4hrten Systeme erg\u00e4nzen und klassische Kommunikation auf eine andere Ebene heben, also im Sinne Luhmanns anschlussf\u00e4hig machen. Aber Achtung \u2013 genau das kann auch zu einer Abkopplung des Web2.0 Bereichs und laufender Anschlusskommunkation und konstruktivistischer Selbstdefinition des Kommunikationsversuchs als <a href=\"http:\/\/heinz.typepad.com\/lostandfound\/2006\/09\/in_arbeit_web_p.html\">selbstreferentielles Subsystem<\/a> f\u00fchren, das lediglich im (auch nicht viel mehr externen) Web2.0 rezipiert wird.<\/p><\/blockquote>\n<p>Probleme dieser Art des fehlenden Einkoppelns von medialer Kommunikation in die Offline-Realit\u00e4t werden immer wieder beobachtet, weil sich eben diese Subsysteme bilden, die dann keinerlei Verbindung mehr in andere Systeme ben\u00f6tigen. Hier muss nach der Anschlussf\u00e4higkeit der Systeme getrachtet werden.<\/p>\n<h2>Problemkreis zwei: Digital divide<\/h2>\n<p>Ein zweiter Problemkreis kann sich aufgrund der Mediennutzung unterschiedlicher Anspruchsgruppen ergeben, dieser Effekt ist im Bereich der klassischen Medien als \u201eStreuverlust\u201c bekannt. Doch wenn der Streuverlust die tats\u00e4chliche Wirkung um ein mehrfaches \u00fcbersteigt, so kann wohl nicht mehr von effizienter Kommunikation gesprochen werden. Wie bereits 2007 im <a href=\"..\/2007\/08\/08\/blogs-und-web20-als-instrumente-der-segregation\/\">Blogbeitrag \u201eBlogs und Web2.0 als Instrumente der Segregation\u201c<\/a> geschrieben \u2013 heute hoffentlich weniger krass als vor drei Jahren \u2013 hat das Web und Social Media n\u00e4mlich ein Problem, gewisse Bev\u00f6lkerungsschichten zu erreichen. Selbst Personen, die technisch dazu in der Lage w\u00e4ren, sind jedoch resistent gegen verschiedene Ma\u00dfnahmen der online-Kommunikation \u2013 gerade wenn sich diese au\u00dferhalb ihres Lebensstils abspielt. Ein Beispiel daf\u00fcr ist das ganze Thema der Xenophobie oder das Thema Migration, wo <a href=\"http:\/\/game.roteskreuz.at\/\">Argumente offenbar anders vermittelt<\/a> werden m\u00fcssen, als in <a href=\"http:\/\/henri.cantat.com\/?w=3&amp;ic=7&amp;ii=34\">Magazinen<\/a>.<\/p>\n<h2>Neuinterpretation der Frage<\/h2>\n<p>Weitere Hermeneutik der Fragestellung (\u201eWie gelingt die sinnvolle Verkn\u00fcpfung von Social-Media-Werkzeugen mit Offline-Aktionen\/Handeln?\u201c) kann auch zum Ergebnis f\u00fchren, dass diese eigentlich genau die Entkopplung der Kommunikation gemeint hat, und wie man diese verhindern kann. Doch auch bei der Entkoppelung von kommunikativer Realit\u00e4t und Alltagsumwelt unterscheiden sich die einzelnen Medien (also On- und Offline) \u00a0nicht. Inwiefern wird ein <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/politik\/2010-06\/rechtsextremismus-studie\">Artikel aus der \u201eZeit\u201c<\/a> real, wenn er gedruckt ist? Unterscheidet er sich damit hinsichtlich seines Eintritts in die Realit\u00e4t von einem Tweet, einem Facebook-Termin oder einem Youtube-Video?<\/p>\n<p>Hier geht es m\u00f6glicherweise auch \u2013 aus Sicht eines kommunikationstheoretischen Ansatzes \u2013 um das lebensweltliche und reale Manifestieren von Kommunikationszusammenh\u00e4ngen jeglicher Medien. Das gelingt \u2013 und jetzt h\u00e4ngt es vom jeweiligen sozialwissenschaftlichen Paradigma ab, mit dem man seine subjektive Realit\u00e4tskonstruktion begr\u00fcnden m\u00f6chte \u2013 nur unter Zuhilfenahme sozialwissenschaftlicher Theorien, beispielsweise mit jenen von <a href=\"http:\/\/www.scribd.com\/doc\/33652335\/Wissenschafts-und-Erkenntnistheorie-Pierre-Bourdieus\">Bourdieu<\/a> (mein Favorit), oder um wieder nach Deutschland zu schauen, von <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Niklas_Luhmann\">Luhmann<\/a> oder <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/J%C3%BCrgen_Habermas\">Habermas<\/a>.<\/p>\n<p>Wer es mit dem Theoretischen nicht so hat, kann sich auch die Taktik verschiedenster politischer Thinktanks ansehen. Wie ist beispielsweise der Neoliberalismus aus den dunklen Gruften unter der Chicagoer Universit\u00e4t wiederauferstanden?<\/p>\n<h2>Antworten oder noch mehr Fragen?<\/h2>\n<p>Wenn ich mir mein Posting nun durchlese, so sehe ich, dass ich eigentlich wieder einmal geschafft habe, aus einer einfachen Frage mehrere komplizierte Fragen abzuleiten, f\u00fcr die ich \u2013 mangels weiterer Zeit zum nachdenken \u2013 so konkret \u00fcberhaupt keine Antworten habe.<\/p>\n<p>Vielleicht ist das der Grund warum ich immer seltener um meine Meinung zu verschiedenen Themen gefragt werde?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ole Seidenberg, Soziologe und SocialBlogger.de, schreibt im Aufruf zur 16. NPO- Blogparade Nicht selten \u2013 wie fast immer, wenn es etwas neues gibt \u2013 wurden vom Web 2.0 \u201eWunder\u201c erwartet. 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