{"id":253,"date":"2010-10-23T20:19:15","date_gmt":"2010-10-23T18:19:15","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.roteskreuz.at\/sociologist\/?p=253"},"modified":"2010-10-23T20:19:15","modified_gmt":"2010-10-23T18:19:15","slug":"ehrenamt2-0-neue-organisationsstrukturen-fur-neue-aufgaben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/sociologist\/2010\/10\/23\/ehrenamt2-0-neue-organisationsstrukturen-fur-neue-aufgaben\/","title":{"rendered":"Ehrenamt2.0 \u2013 Neue Organisationsstrukturen f\u00fcr neue Aufgaben?"},"content":{"rendered":"<p>Das F\u00fchren und Entwickeln von Nonprofit-Organisationen im Umfeld des Katastrophenschutzes war das Thema der Konferenz <a href=\"http:\/\/www.katastrophenschutz-noe.at\/\">Ehrenamt2.0<\/a> die Freitag den 22. und Samstag, den 23. Oktober in der Landesfeuerwehrschule in Tulln stattfand. Die Konferenz wurde von der N\u00d6 Landesregierung gemeinsam mit der Region S\u00fcdm\u00e4ren in Tschechien als Teil eines transregionalen Europ\u00e4ischen Projekts (<a href=\"http:\/\/www.roteskreuz.at\/site\/saveregions\/home\/\">save.regions<\/a>) realisiert und von zahlreichen Organisationen aus dem Katastrophenschutz in \u00d6sterreich und Tschechien unterst\u00fctzt. Daher waren auch die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus beiden L\u00e4ndern, wobei die \u00d6sterreicherInnen die Mehrheit hatten. (Innerhalb dieser Fraktion mit den -Innen in der klaren Minderheit)<\/p>\n<p>Die Location selbst, der Geb\u00e4udekomplex der Feuerwehrschule am Ortsrand  der (nicht nur geruchsm\u00e4ssig) von der Zuckerindustrie gepr\u00e4gten  Bezirkshauptstadt Tulln, 30 Kilometer westlich von Wien, war perfekt f\u00fcr  die Veranstaltung geeignet: ein postmoderner Verwaltungs- und  Schulungsbau eindeutig Nieder\u00f6sterreichischer Pr\u00e4gung mit allen  notwendigen elektronischen Unterst\u00fctzungen, eigenen Technik- und  Dolmetsch-Kabinen und dreifach-Videoprojektion.<\/p>\n<p>Der Er\u00f6ffnungstag war ganz als Konferenz durch einst\u00fcndige Vortr\u00e4ge charakterisiert, die in deutscher und tschechischer Sprache gehalten wurden und in die jeweils andere Sprache synchron \u00fcbersetzt wurden. Der zweite Tag wurde zum Workshop-Tag, an dem die Themenkomplexe in verschiedenen zweieinhalbst\u00fcndigen Workshops in Kleingruppen intensiv aufbereitet werden konnten.<\/p>\n<p>Da ich selbst als Workshopleiter einen Workshop zum Thema \u201eSocial Media: Fluch oder Segen?\u201c moderieren durfte, kann ich aus den anderen Themenbereichen leider keine Erkenntnisse vom zweiten Tag berichten.<\/p>\n<p>Die Konferenz begann mit offiziellen Er\u00f6ffnungsstatements der politischen Seite, die \u2013 egal ob nun der tschechische Landeshauptmann-Stellvertreter, oder der zust\u00e4ndige N\u00d6 Landesrat \u2013 die Wichtigkeit der Freiwilligenorganisationen f\u00fcr die Gesellschaft betonten, ihre besonderen Aufgaben im Bereich des Katastrophenschutzes herausstrichen und nat\u00fcrlich auch die verbesserte Zusammenarbeit der beiden Regionen erfreut best\u00e4tigten. (Details im <a href=\"http:\/\/noe.orf.at\/stories\/477567\/\">ORF-N\u00d6-Bericht<\/a> dazu). Im Anschluss wurden die Pr\u00e4sidentInnen\/KommandantInnen\/EinsatzleiterInnen der teilnehmenden Organisationen auf die B\u00fchne gebeten, mehr als 15 an der Zahl, um jeweils individuell Botschaften zur Bedeutung der jeweils eigenen Organisation von sich zu geben. Warum mir bei dieser Gelegenheit das Karl Valentin Zitat (\u201eEs ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen\u201c) brauche ich hier nicht zu kommentieren?<\/p>\n<p>Danach ging es aber mit den Keynotes los. Gleich zu Beginn pr\u00e4sentierte Eva More-Hollerweger vom <a href=\"http:\/\/www.npo.or.at\/index.htm\">NPO-Institut<\/a> Ausz\u00fcge aus dem <a href=\"http:\/\/www.bmsk.gv.at\/cms\/site\/attachments\/3\/4\/0\/CH0016\/CMS1245323761951\/freiwilligenbericht.pdf\">\u00d6sterreichische Freiwilligenbericht<\/a>, einer Publikation die offenbar doch nicht so bekannt ist, wie ich es mir eigentlich f\u00fcr dieses Zielpublikum \u2013 Entscheider auf der taktisch-operativen Ebene von Einsatzorganisationen \u2013 gedacht h\u00e4tte. Wesentliche Erkenntnisse waren f\u00fcr viele, dass viele Menschen nur deswegen nicht ehrenamtlich engagiert sind, weil sie nie gefragt wurden. Mit Sicherheit ern\u00fcchternd, wenn man Jahr um Jahr versucht, neue Mitglieder zu finden und erst nach langer Reflexion findet, dass man immer nur im selben Teich gefischt hat, und grosse andere Zielgruppenpotentiale schlichtweg nicht n\u00fctzt. Auch neue Angebote, durchaus im Bereich des informalen Engagements \u2013 zumindest aber weg vom \u201elebenslangen Binden an eine Organisation\u201c sollten angestrebt werden, um die durchaus hohen Barrieren des Eintritts zu reduzieren. Insgesamt oft Strategien, die zumindest eine Adaption der eigenen Organisationskultur und -Struktur erfordern, wie sich in vielen Diskussionen, die ich im Laufe der zwei Tage f\u00fchrte herausstellen sollte.<\/p>\n<p>Gefolgt wurde die Pr\u00e4sentation von einer Runde an Organisationsvertretern, (Feuerwehr, Arbeiter-Samariterbund, Rotes Kreuz, Team \u00d6sterreich, Team Morava, Wasser-Rettung, Bergrettung, H\u00f6hlenrettung) die die Freiwilligenwerbestrategien ihrer Organisationen pr\u00e4sentierten. Aufgrund der ganz verschiedenen Statements ist von dieser Stunde bei mir leider nicht viel h\u00e4ngen geblieben, ausser der Tatsache, dass jede Organisation irgend welche Strategien an den Tag legt, die mehr oder auch weniger theoretisch fundiert bzw. strategisch und taktisch geplant werden. (Karl Valentin hatte ich schon erw\u00e4hnt?)<\/p>\n<p>Nach dem Mittagessen war der Themenbereich \u201eDurch Ehrenamt fitter im Job &#8211; Hat die Wirtschaft einen Nutzen vom K\u00f6nnen der Freiwilligen?\u201c am Plan. Zun\u00e4chst der Personalberater Othmar Hill und danach Christian Koller, ein Feuerwehmann, der seine Masterthesis \u201eF\u00fchrungskompetenz durch Ehrenamt\u201c pr\u00e4sentierte. Diesen musste ich aus technischen Gr\u00fcnden (unser Webserver hatte sich aus technischen Gr\u00fcnden verabschiedet) auslassen und kann dar\u00fcber leider nicht berichten.<\/p>\n<p>Der dritte Programmteil dieses Tages widmete sich dem Themenkomplex \u201eSocial Media: Fluch oder Segen?\u201c (meinem Lebensabschnittsthema?) und begann mit einer engagierten Pr\u00e4sentation von <a href=\"http:\/\/www.123people.at\/s\/alexandra+w%C3%B6gerbauer-flicker\">Alexandra W\u00f6gerbauer-Flicker<\/a>, die als Expertin zum Thema unter anderem an der Donau-Uni t\u00e4tig ist. Ihre Pr\u00e4sentation wurde von jungen Mitgliedern der Einsatzorganisationen unterst\u00fctzt, die potentielle Fallen von Facebook&amp;Co f\u00fcr Organisationen und Personen anschaulich darstellten (Datenschutz, Geolocation-Services, Urheberrechte). Insgesamt \u2013 danke an dieser Stelle an Alexandra \u2013 wurden die <a href=\"http:\/\/www.roteskreuz.at\/service\/social-media\/\">Social-Media-Aktivit\u00e4ten des \u00d6sterreichischen Roten Kreuzes<\/a> als best practices mehrfach gelobt und als \u201eK\u00fcr\u201c bezeichnet, was mich pers\u00f6nlich nat\u00fcrlich sehr freut. Grundaussage dieser Stunde war wohl, dass die Sozialen Medien des \u201eWeb2.0\u201c ein ad\u00e4quates Mittel sind, um vor allem junge Menschen zu erreichen, die ja mit alten Medien kaum mehr zu erwischen sind (<a href=\"http:\/\/tinyurl.com\/2u6op6s\">Armin Wolf hat dazu beispielsweise seine Master-Thesis gemacht<\/a>). Allerdings braucht es dazu, wie f\u00fcr andere operative T\u00e4tigkeiten zuvor gr\u00fcndlicher strategischer und auch taktischer Planung. Warum soll auch das <a href=\"http:\/\/www.bmi.gv.at\/cms\/BMI_Zivilschutz\/mehr_zum_thema\/SKKM.aspx\">F\u00fchrungsverfahren<\/a> mit Beurteilung der Lage, Plan der Durchf\u00fchrung, Auftragserteilung und \u00dcberpr\u00fcfung auch auf einmal nicht mehr gelten, wenn es um Kommunikation oder Mitarbeiterrekrutierung geht?<\/p>\n<p>Eine wesentliche Erkenntnis dieses Themenbereichs, die auch am zweiten Tag in unserer Gruppe diskutiert wurde, war die Adaption von Organisationskultur und -Struktur auf die Herausforderungen einer Gesellschaft mit Wertepluralismus (manche nennen die Gesellschaft auch <a href=\"http:\/\/www.scribd.com\/doc\/33651272\/Postmoderne-Soziale-Steuerung-und-Sozialer-Wandel\">postmodern<\/a>). Gerade der breite Einsatz von Social Media als \u201epostmoderne Kommunikationskan\u00e4le\u201c stehen oftmals in Konflikt mit dem Selbstverst\u00e4ndnis der klassischen Stabs-Linienstruktur im Weberschen B\u00fcrokratiemodell aller Organisationen im Katastrophenschutz &#8211; einem Modell, das sich allerdings im akuten und operativen Einsatz mehr als bew\u00e4hrt hat und dort auch nicht in Frage gestellt werden soll. Ein \u00e4lterer Blogbeitrag von mir (i<a href=\"..\/..\/..\/..\/..\/2009\/11\/25\/interne-herausforderungen-fur-web2-0-in-npos\/\">nterne Herausforderungen f\u00fcr Web2.0 in NPOs<\/a>) hat sich mir diesem Thema bereits konkreter besch\u00e4ftigt, speziell mit dem \u201edigital divide\u201c als Segregationsfaktor innerhalb klassischer (Nonprofit-)Organisationen.<\/p>\n<p>Allen an dieser Thematik Interessierten (wahrscheinlich geh\u00f6rst Du zu der Zielgruppe, wenn Du bis hiereher gelesen und noch nicht aufgegeben hast) lege ich die <a href=\"http:\/\/npoblogparade.wordpress.com\/\">NPO-Blogparade<\/a> ans Herz \u2013 ein deutschsprachiger online-Diskurs zum Thema Social Media und NPOs aus interdisziplin\u00e4rer Sicht. Das letzte Thema dort, zu dem ich aus Zeitgr\u00fcnden keinen Beitrag liefern konnte besch\u00e4ftigte sich mit einem der Themen unseres Workshops: <a href=\"http:\/\/kulturmanagement.wordpress.com\/2010\/10\/04\/das-war-die-17-runde-der-npo-blogparade-social-media-wie-uberzeuge-ich-meinen-chef\/\">Social Media: How to educate your boss?<\/a><\/p>\n<p>Weitere Blogbeitr\u00e4ge als Erg\u00e4nzung des Textes:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"..\/..\/..\/..\/..\/2010\/06\/28\/gibt-es-eine-sinnvolle-verknupfung-zweier-welten\/\">http:\/\/blog.roteskreuz.at\/sociologist\/2010\/06\/28\/gibt-es-eine-sinnvolle-verknupfung-zweier-welten\/<\/a><\/li>\n<li><a href=\"..\/..\/..\/..\/..\/2010\/02\/16\/integrierte-marketingkommunikation-jugend-web2-0\/\">http:\/\/blog.roteskreuz.at\/sociologist\/2010\/02\/16\/integrierte-marketingkommunikation-jugend-web2-0\/<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>Gerne ersuche ich alle Leserinnen und Leser, meinen Blogbeitrag in den Kommentaren zu erg\u00e4nzen, sowohl was die Konferenz Ehrenamt 2.0 betrifft, als auch was die Inhalte generell betrifft. Nat\u00fcrlich stehe ich auch auf allen Kommunikationskan\u00e4len zu kontroversiellen Diskussionen zum Thema zur Verf\u00fcgung: <a href=\"http:\/\/www.roteskreuz.at\/service\/kontakt\/internet-und-webservices\/\">Kontakt<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das F\u00fchren und Entwickeln von Nonprofit-Organisationen im Umfeld des Katastrophenschutzes war das Thema der Konferenz Ehrenamt2.0 die Freitag den 22. und Samstag, den 23. Oktober in der Landesfeuerwehrschule in Tulln stattfand. 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