{"id":420,"date":"2012-09-26T16:06:40","date_gmt":"2012-09-26T14:06:40","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.roteskreuz.at\/sociologist\/?p=420"},"modified":"2012-09-26T16:06:40","modified_gmt":"2012-09-26T14:06:40","slug":"in-anderen-spharen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/sociologist\/2012\/09\/26\/in-anderen-spharen\/","title":{"rendered":"In anderen Sph\u00e4ren?"},"content":{"rendered":"<p>Einige grunds\u00e4tzliche Ideen zu den Sektoren unserer Gesellschaft und den dort geltenden Normen. Selbstverst\u00e4ndlich im Zusammenhang mit den Leistungen des Roten Kreuzes ebendort.<\/p>\n<blockquote><p><em>Statt eines Vorwortes m\u00f6chte ich mich hier bedanken: Im Rahmen eines Vortrages wurde ich j\u00fcngst dazu animiert, mich wieder intensiver mit dem Grunds\u00e4tzlichen und Letztg\u00fcltigen auseinander zu setzen. Dieser Text ist nach langer theoretischer Abstinenz wieder ein Schritt in diese Richtung.<\/em><\/p><\/blockquote>\n<h1>Was der Zivildienst mit der Diskussion um Ausschreibungen zu tun hat?<\/h1>\n<p>Gerade jetzt wird wieder breit diskutiert \u00fcber den <a href=\"http:\/\/www.roteskreuz.at\/berichten\/aktuelles\/news\/zivildienstdiskussion\/\">Zivildienst und die Wehrpflicht<\/a>, aber auch \u00fcber die <a href=\"http:\/\/diepresse.com\/home\/politik\/innenpolitik\/1293220\/Gerry-Foitik_Keine-Kommerzialisierung-des-Sozialen?from=suche.intern.portal\">Ausschreibung von Leistungen des Rettungsdienstes<\/a>. Auch wenn diese Diskussionen zun\u00e4chst scheinbar nichts miteinander gemeinsam haben, will ich zeigen, dass uns ein Gesamtdiskurs \u00fcber zuk\u00fcnftige Modelle der Gesellschaft fehlt. Einzelne Teill\u00f6sungen bringen leider oft mehr Probleme, weil sie das Gesamtsystem oftmals wo anders hinbringen, als man das urspr\u00fcnglich m\u00f6chte. Mein Aufruf ist daher ein Gesamtdiskurs zu des wirtschafts- und sozialpolitischen Zielen unserer Gesellschaft.<\/p>\n<h1>Eine Wirtschaft: F\u00fcnf Sektoren<\/h1>\n<p><a href=\"http:\/\/www.arbeit-wirtschaft.at\/servlet\/ContentServer?pagename=X03\/Page\/Index&amp;n=X03_1.a_2009_02.a&amp;cid=1233605923168\">Luise Gubitzer<\/a>, Wiener \u00d6konomin und WU-Professorin erkl\u00e4rt die Wirtschaft (oder besser die Gesellschaft) mit f\u00fcnf verschiedenen Sektoren, die sich nicht nur in ihren Aufgaben unterscheiden, sondern auch in den zugrundeliegenden Normen und Handlungsmaximen. Ausgehend vom Haushalt, der Grundlage jeglichen wirtschaftlichen Handelns (Oikos \u2013 der Wortstamm von \u00d6konomie \u2013\u00a0 bedeutet ja das Haus oder die Hausgemeinschaft), spannt sie die Sektoren in Richtung des \u201eFor-Profit\u201c-Sektors, dem was gemeinhin als \u201edie Wirtschaft\u201c bezeichnet wird und dem \u00f6ffentlichen Sektor des staatlichen Handelns.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/sociologist\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2012\/09\/gubitzer-5Sektorenmodell.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-421 alignleft\" title=\"gubitzer-5Sektorenmodell\" src=\"https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/sociologist\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2012\/09\/gubitzer-5Sektorenmodell-300x281.jpg\" alt=\"F\u00fcnfsektorenmodell von Luise Gubitzer\" width=\"300\" height=\"281\" srcset=\"https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/sociologist\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2012\/09\/gubitzer-5Sektorenmodell-300x281.jpg 300w, https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/sociologist\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2012\/09\/gubitzer-5Sektorenmodell.jpg 412w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Den Platz dazwischen, sozusagen \u201ezwischen Markt- und Staatsversagen&#8220; f\u00fcllen zwei weitere Sektoren: Einerseits der Platz des zivilgesellschaftlichen Handelns, der Bereich der Nonprofits und andererseits der illegale bzw. kriminelle Sektor &#8211; \u00a0in jeder \u00d6konomie ebenfalls nicht zu untersch\u00e4tzen.<\/p>\n<p>Interessanterweise unterscheiden sich die Normen (oder nach <a href=\"http:\/\/blog.roteskreuz.at\/sociologist\/2009\/12\/09\/die-theorien-pierre-bourdieus\/\">Bourdieu auch der jeweilige Habitus<\/a> ) in den \u00a0Sektoren derartig stark, dass es f\u00fcr Vertreter des einen Feldes nicht nachvollziehbar ist, wie Handlungen oder Mechanismen in anderen Sektoren funktionieren.<\/p>\n<h1>Jeder Sektor eine eigene Welt?<\/h1>\n<p>W\u00e4hrend die mittel und langfristige F\u00fcrsorge-, Versorgung und Vorsorge zur Strategie des Haushaltssektors geh\u00f6rt, sozusagen das Denken in \u00a0\u201eforstwirtschaftlichen Dimensionen also \u00a0in Generationen\u201c, um den Generalsekret\u00e4r des \u00d6sterreichischen Roten Kreuzes Dr. Werner Kerschbaum zu zitieren, so ist der For-Profit-Sektor von Gewinnmaximierung und Optimierung der Shareholder-Values\u00a0 gepr\u00e4gt. Die zeitliche Komponente ist in diesem Fall zumeist auf ein Jahr beschr\u00e4nkt, weil das auch die betriebswirtschaftliche Berichtsperiode ist. Politische und ethische Grundlagen pr\u00e4gen den Non-Profit-Sektor, der sich damit auch oft einer eindimensionalen betriebswirtschaftlichen Effizienz-Betrachtung entzieht, da diese strategischen Ziele oft nicht so klar im banalen Doppik-Modell operationalisierbar sind. Es wundert daher wenig, dass einerseits Wirtschaftsliberale behaupten, die NPOs w\u00e4ren alle ineffizient und andererseits namhafte NPO-VertreterInnen immer wieder feststellen, der Wirtschaft fehle es an Werten.<\/p>\n<h1>Ist Rettungsdienst eine kommerzielle Angelegenheit?<\/h1>\n<p>Unter Daseinsvorsorge versteht man die Bereitstellung von Leistungen und G\u00fctern, die f\u00fcr das menschliche \u201eDasein\u201c notwendig sind. Dazu geh\u00f6rt auch das \u00f6ffentliche Gesundheitswesen, und als Teil dessen der Rettungsdienst. Ein weiterer zum Beispiel in der EU g\u00e4ngiger Begriff daf\u00fcr ist \u201eDienstleistungen von allgemeinem Interesse\u201c(DAI) oder \u201eDienstleistungen von allgemeinem wirtschaftlichem Interesse\u201c (DAWI). Die Daseinsvorsorge ist Aufgabe der EU-Mitgliedsstaaten. Bund, L\u00e4nder und Gemeinden m\u00fcssen ihre eigene Definition der Daseinsvorsorge nach Br\u00fcssel einmelden und daf\u00fcr auch die Verantwortung \u00fcbernehmen. In \u00d6sterreich ist der Rettungsdienst ein inh\u00e4renter Bestandteil des \u00f6ffentlichen Gesundheitswesens und daher auch Teil der Daseinsvorsorge. Dies ist auch im \u00f6sterreichischen Bundes-Verfassungsgesetz so festgelegt. Im Sinne des oben geschilderten Sektorenmodells ist der Rettungsdienst in \u00d6sterreich \u2013 obwohl nach Bundesverfassung eine staatliche Aufgabe \u2013 aufgrund der fr\u00fcher fehlenden staatlichen Strukturenin diesem Bereich\u00a0 zur Aufgabe der Zivilgesellschaft geworden, was auch die <a href=\"http:\/\/www.roteskreuz.at\/organisieren\/organisation\/jahresbericht\/mitarbeiter\/\">Zahlen der dort t\u00e4tigen Personen<\/a> zeigen: 32.365 ehrenamtlich t\u00e4tige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Rettungsdienstes standen im Jahr 2011 8.336 besch\u00e4ftigten Personen (allerdings in allen Bereichen des Roten Kreuzes) gegen\u00fcber. Zus\u00e4tzlich wurden diese Personengruppen durch insgesamt 4263 Zivildienstleistende unterst\u00fctzt, doch das ist eine andere Geschichte.<\/p>\n<h1>Wieso Ausschreibungen?<\/h1>\n<p>Obwohl die Zugeh\u00f6rigkeit des Rettungsdienstes zur Daseinsvorsorge unbestritten ist wird er zunehmend Gegenstand von \u00f6ffentlichen Ausschreibungen verschiedener Gebietsk\u00f6rperschaften. Ausschreibungen verfolgen das \u00f6konomistische Ziel, das g\u00fcnstigste Angebot zu finden. In den meisten F\u00e4llen sind die Kriterien auch auf die (technische) Qualit\u00e4t und die Kostenseite beschr\u00e4nkt, ohne komplexe Input-Output geschweige denn Outcome-Parameter zu definieren. Sie befinden sich daher klar im Bereich des For-Profit-Sektors um wieder das initial ausgebreitete Modell zu bem\u00fchen.\u00a0 Doch unter diesem \u2013 in anderen Bereichen berechtigten \u2013 betriebswirtschaftlichen Aspekt wird im Rettungsdienst ein k\u00fcnstlicher Wettbewerb entfacht, der gro\u00dfen Schaden f\u00fcr die Daseinsvorsorge zur Folge haben kann. Einerseits wird ein Multiperspektivisches Zielb\u00fcndel auf \u00f6konomische oder noch besser betriebswirtschaftliche Ziele reduziert. Dabei werden (ceteris paribus, wie die \u00d6konomen sagen) alle anderen wesentlichen Aspekte au\u00dfen vor gelassen. Zudem werden weiters die systemischen Komponenten nicht beachtet, die mit einer Entkoppelung und distinkten Optimierung von Einzelleistungen in einem sozialen Gesamtsystem einhergehen. Anders, als bei Betrieben handelt es sich bei den meisten Organisationen des Rettungsdienstes n\u00e4mlich um komplexe Sozialsysteme, die neben dem Rettungsdienst noch vielf\u00e4ltige andere Aufgaben im \u00f6ffentlichen Interesse wahrnehmen. Nimmt man nun den Rettungsdienst heraus, beispielsweise durch Umgr\u00fcndungen, so finden unintendierte Umwandlungen und Abkoppelungen statt, deren Ausgang (und Auswirkung f\u00fcr die anderen erbrachten Dienste) nicht vorhersehbar ist.<\/p>\n<h1>Zivilgesellschaftliche L\u00f6sungen sind gesamtwirtschaftlich sinnvoller<\/h1>\n<p>Betrachtet man die Systeme oder Sektoren breiter und sieht man die unterschiedlichsten Bed\u00fcrfnisse und Stakeholder, so kann man erkennen, dass die dezentral und f\u00f6deral organisierten Organisationen der Rettungsdienste (und das ist nicht nur das \u00d6sterreichische Rote Kreuz mit seinen Landesverb\u00e4nden und Bezirksstellen) ein vielf\u00e4ltiges B\u00fcndel an T\u00e4tigkeiten, Verantwortlichkeiten und Aufgaben in unserer Gesellschaft zu erf\u00fcllen haben. Einerseits sind das genau jene Aufgaben, die aufgrund von Markt- und Staatsversagen bei den NPOs\u00a0 gelandet sind (lange Zeit war das der Rettungsdienst vor der \u00d6konomisierung des Gesundheitswesen), andererseits sind es die Aufgaben eines nicht-virtuellen sozialen Netzes, in dem bundesweit viele Tausende Ehrenamtliche (um nicht den in anderen Diskussionen inzwischen ambivalent verwendeten \u201eFreiwilligen\u201c-Begriff zu verwenden) daf\u00fcr ausgebildet sind, im Notfall auch ihren Familien und Freunden zur Seite zu stehen, in Katastrophen und bei Ungl\u00fccksf\u00e4llen vor Ort nachhaltig zu helfen und schon im Vorfeld eben diese Risiken mitzudenken und an ihrer Verhinderung mitzuarbeiten (Mitigation nennen das die ExpertInnen). Beispiele, wie die gro\u00dfen Hochwasser-Katastrophen der Jahre 2002 oder 2005 zeigen, dass gerade der breite zivilgesellschaftliche Ansatz im Katastrophenmanagement nachhaltig dazu beitr\u00e4gt, Sch\u00e4den zu vermeiden bzw. zu verhindern und in Folge das Ausma\u00df der Sch\u00e4den an Personen, Geb\u00e4uden und Infrastruktur zu reduzieren und rasch wieder zu beseitigen. Doch diese zivilgesellschaftlichen Akteure werden in \u00d6sterreich von den Freiwilligen des Rettungsdienstes gestellt. Eine betriebswirtschaftlich optimierte Firma wird nicht in der Lage sein, hier viel an Personal bereit zu stellen, oder spontane Freiwillige zu organisieren, wie das Team \u00d6sterreich.<\/p>\n<p>Doch f\u00fcr solche Perspektiven bedarf es einer Betrachtung der gesamtgesellschaftlichen und gesamtwirtschaftlichen Situation und Auswirkungen. Lokale und regionale sektorale Optimierungen f\u00fchren hier \u2013 im Sinne eines Morbus F\u00f6deralis \u2013 zur Fragmentierung und Entkoppelung der Einzelorganisationen und in Summe zu h\u00f6heren Kosten und Aufwendungen.<\/p>\n<h1>\u00d6konomischer Sektor greift nach neuen Bet\u00e4tigungsfeldern?<\/h1>\n<p>Gerade wenn \u00fcberall das Versagen marktwirtschaftlicher Mechanismen in der Krisenbew\u00e4ltigung sogar Inhalt des Mainstream-Diskurses werden \u2013 Stichworte wie Bankenskandal, ENRON-Pleite oder Euro-Krise samt Rettungsschirm sollten reichen, die notwendigen Bilder im Kopf entstehen zu lassen \u2013 ist es doch verwunderlich, wenn immer mehr Institutionen des Non-Profit-Bereichs (aber auch des governmentalen Sektors) \u00f6konomisiert werden und damit das <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Chicago_Boys\">Gespenst der Chicago-Boys<\/a> auch noch dort hinkommt, wo man fr\u00fcher den Opfern eben jener Politik helfen konnte.<\/p>\n<p>Das soll bitte \u2013 um mich nicht missverst\u00e4ndlich zu verstehen \u2013 kein Aufruf sein, die betriebswirtschaftliche Perspektive in Non-Profit-Organisationen zu vernachl\u00e4ssigen, im Gegenteil. Gerade professionelle Non-Profit-Manager sind sich der multiperspektivischen Zielhierarchien bewusst und in der Lage hier die Ressourcen (die \u00fcbrigens auch nicht nur \u00f6konomischer Natur sind) hinsichtlich unterschiedlicher Aspekte zu optimieren und damit effizient und effektiv einzusetzen.<\/p>\n<h1>\u00d6konomisierung durch Bezahlung von Freiwilligen<\/h1>\n<p>Die vorher ausgef\u00fchrten Beschreibungen des Sozialsystems definieren es als klar dem zivilgesellschaftlichen NPO-Sektor zugeh\u00f6rig und erkl\u00e4ren auch den Widerstand gegen ein vom Sozialministerium vorgeschlagenes Programm unter dem <a href=\"http:\/\/derstandard.at\/1347493126706\/Rotes-Kreuz-lehnt-Hundstorfer-Modell-fuer-Sozialjahr-ab\">Titel \u201eHundsdorfer-Modell\u201c<\/a> oder bezahltes Freiwilligenjahr. Einerseits gibt es starke Bedenken, ob es \u00fcberhaupt gen\u00fcgend derartige \u201eFreiwillige\u201c gibt \u2013 andererseits sto\u00dfen sich die Vertreter der Zivilgesellschaft am Freiwilligenbegriff , der ja \u2013 weil bezahlt \u2013 nicht mehr ehrenamtlich (in der Branche ein Synonym f\u00fcr freiwillig) ist. Begriffe sind \u2013 gerade in der von Werten gepr\u00e4gten Nonprofit-Welt oftmals \u201eKampfbegriffe\u201c und helfen mit, paradigmatische Unterschiede zu verorten, der des \u201eFreiwilligen\u201c ist beispielsweise genau solcherart aufgeladen.<\/p>\n<p>Die in den Medien genannten rund 1.400 Euro pro Monat f\u00fcr solche MitarbeiterInnengruppen w\u00fcrden auf lange Frist \u00fcber die Mitarbeitermotivationslage die Rationalit\u00e4t bzw. das Selbstverst\u00e4ndnis\u00a0 der nun nicht mehr \u201eEhrenamtlichen\u201c in Richtung von Gehaltsempf\u00e4ngerInnen ver\u00e4ndern \u2013 das ist eine weitere Bef\u00fcrchtung. Dieser schleichende Wandel w\u00fcrde \u00fcber kurz oder lang auch Einfluss auf die gesamte Organisationskultur nehmen, das Sozialsystem w\u00fcrde sich nachhaltig ver\u00e4ndern. Denn \u00fcber den Weg der Gesamtorganisation beeinflussen solche nachhaltigen Struktur\u00e4nderungen auch die anderen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Frage, welche Art von Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter man f\u00fcr diese Summe bekommen w\u00fcrde \u2013 betriebswirtschaftlich gesprochen ist der Lohn\/Gehalt ja direkt proportional zur Qualifikation bzw. Eignung \u2013 ist in diesem Bereich noch gar nicht besprochen.<\/p>\n<p>Erste <a href=\"http:\/\/derstandard.at\/1345166076202\/Darabos-will-Fragestellung-fuer-Volksbefragung-noch-diese-Woche-festlegen\">Quersch\u00fcsse der Gewerkschaft<\/a>, die ein Lohndumping sehen, zeigen hier ja bereits die (zwar linke) \u00f6konomistische Diskussion anhand der Achse \u201eKapital und Proletariat\u201c, oder um nach Bourdieu zu argumentieren im \u00f6konomischen Feld. Mit einer Wende in diesem Bereich, und das kann eine m\u00f6gliche Entwicklung sein, wird die Gesamtorganisation viel deutlicher von Lohnempf\u00e4ngerinnen und Lohnempf\u00e4ngern abh\u00e4ngig, ver\u00e4ndert daher die Grundrationalit\u00e4t deutlich und droht aus dem NPO-Feld in Richtung Profitbetrieb zu driften, was ja im Interesse von keinem Stakeholder sein kann.<\/p>\n<p>Auch die Feuerwehren haben in der Zivildienerdiskussion, aber auch bei den bezahlten Pionier-Milizion\u00e4ren im Bundesheer-Reformprogramm von Minister Darabos analog argumentiert, wenn auch nicht mit dem Modell von Gubitzer: Bezahlte Helferinnen und Helfer in h\u00f6herem Anteil ver\u00e4ndern langfristig die Motivb\u00fcndel der Organisationen und f\u00fchren \u00fcber kurz oder lang ein Engagementmodell ad absurdum.<\/p>\n<h1>Zukunftsdiskurs statt partikularer Einzelinitiativen<\/h1>\n<p>Zusammenfassend ist zu sehen, dass viele vorgeschlagene L\u00f6sungen, ob zur Zivildienst oder auch zur Ausschreibungsdebatte stark davon abh\u00e4ngen, welche sozialpolitische Zukunftsperspektive die jeweils vorschlagenden Institutionen haben. In Ermangelung von gemeinsamen Zukunftsszenarien und Wegen dort hin k\u00f6nnen auch die L\u00f6sungen nur ad hoc und aus dem Bauch heraus passieren. Ein aktuelles <a href=\"http:\/\/brodnig.org\/2012\/09\/25\/zeit-fur-gedanken-gab-es-in-der-politik-nicht\/\">Interview von Ingrid Brodnig mit einem ehemaligen Pressesprecher<\/a> zeigt das sehr deutlich.<\/p>\n<p align=\"left\">Es fehlt uns, und das scheint bei vielen derzeitigen politischen Themen der Fall zu sein, ein gesamtheitlicher Diskurs, in welche Richtung es gehen kann. Es braucht also erneut einen \u00d6sterreich Konvent, der \u00fcber die Zukunftsthemen und \u2013Richtungen diskutiert, um von diesen strategischen sozialpolitischen Zielen dann kleinere Details, wie die Zivildienstdebatte, oder die der \u00d6konomisierung der Daseinsvorsorge abzuleiten. Doch daf\u00fcr reicht es nicht, die \u00d6sterreicherInnen \u00fcber \u201eWehrpflicht&amp;Zivildienst\u201c abstimmen zu lassen, im Jahr vor der Nationalratswahl.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Einige grunds\u00e4tzliche Ideen zu den Sektoren unserer Gesellschaft und den dort geltenden Normen. Selbstverst\u00e4ndlich im Zusammenhang mit den Leistungen des Roten Kreuzes ebendort. Statt eines Vorwortes m\u00f6chte ich mich hier bedanken: Im Rahmen eines Vortrages<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_monsterinsights_skip_tracking":false,"_monsterinsights_sitenote_active":false,"_monsterinsights_sitenote_note":"","_monsterinsights_sitenote_category":0,"footnotes":""},"categories":[1,8,31,17,22,23,25],"tags":[78,189,139,151],"class_list":["post-420","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","category-freiwillig","category-okonomie","category-organisation","category-sozialpolitik","category-soziologie","category-systemtheorie","tag-gubitzer","tag-okonomisierung-des-sozialen","tag-rettung","tag-soziookonomie"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/sociologist\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/420","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/sociologist\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/sociologist\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/sociologist\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/sociologist\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=420"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/sociologist\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/420\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/sociologist\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=420"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/sociologist\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=420"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/sociologist\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=420"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}