{"id":532,"date":"2013-04-03T18:14:05","date_gmt":"2013-04-03T16:14:05","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.roteskreuz.at\/sociologist\/?p=532"},"modified":"2013-04-03T18:14:05","modified_gmt":"2013-04-03T16:14:05","slug":"rotes-kreuz-gefallt-mir","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/sociologist\/2013\/04\/03\/rotes-kreuz-gefallt-mir\/","title":{"rendered":"Rotes Kreuz: Gef\u00e4llt mir!"},"content":{"rendered":"<p>Ein Interview aus henri 13|2012<\/p>\n<p>Ist zwar schon vergangenes Jahr erschienen, ich finde inhaltlich aber noch immer passend. Ein Interview mit mir im<a href=\"http:\/\/henri.cantat.com\/?dl=1.1.15.0\"> henri, das Magazin, das fehlt<\/a>.<\/p>\n<p><strong><em>Welche Rolle das Rote Kreuz in Facebook spielt und warum sich niemand vor unkontrollierten Meinungs\u00e4u\u00dferungen f\u00fcrchten muss, erkl\u00e4rt Webmaster Gerald Czech.<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Gerald Czech ist Webmaster des \u00d6sterreichischen Roten Kreuzes. Der Sozio\u00f6konom ist seit \u00fcber 20 Jahren auch Rettungs- und Notfallsanit\u00e4ter.<\/p>\n<p><strong>henri: Herr Czech, welche Rolle haben die neuen Medien f\u00fcr das Leitbild gespielt?<\/strong><br \/>\nGerald Czech: Ohne unsere Online-Befragungs- Tools h\u00e4tte es nicht partizipativ, also gemeinsam, entwickelt werden k\u00f6nnen. Es ist, \u00fcberspitzt formuliert, ein<br \/>\nLeitbild 2.0.<br \/>\n<strong>Welche Rolle spielen neue Medien generell in einer Organisation,die \u201emit der Kraft der Menschlichkeit das Schicksal von Menschen in Not verbessert\u201c?<\/strong><br \/>\nFr\u00fcher waren IT-Systeme Experten in wei\u00dfen M\u00e4nteln vorbehalten. Heute stehen die Technologien in jedem Smartphone zur Verf\u00fcgung. Mein Mobiltelefon hat<br \/>\nmehr Rechenkapazit\u00e4t als ein Riesen-Rechenzentrum in den 1970er-Jahren, das muss man sich einmal vorstellen. Damit hat sich auch ver\u00e4ndert, wie und mit<br \/>\nwem wir kommunizieren.<br \/>\n<strong>Herk\u00f6mmliche Massenmedien werden dabei an Bedeutung verlieren?<\/strong><br \/>\nGenau. Wir erhalten Informationen jetzt auch aus der sogenannten \u201eCrowd\u201c, der Menge an Personen in unseren Freundeskreisen, die Nachrichten weiterleiten<br \/>\nund teilen. Auf diese Weise hat sich die Zahl der pers\u00f6nlich weitergegebenen Nachrichten vervielfacht.<br \/>\n<strong>Und was bedeutet das f\u00fcr das Rote Kreuz?<\/strong><br \/>\nDas Rote Kreuz war immer schon so etwas wie ein soziales Netzwerk, allerdings ohne digitalen Ursprung. Wir sind in \u00d6sterreich eine \u201eCrowd\u201c von fast 65.000<br \/>\nM\u00e4nnern und Frauen, die eine Idee von Menschlichkeit teilen. \u201eAus Liebe zum Menschen\u201c werden Leistungen an Bed\u00fcrftigen erbracht. Warum sollen wir dieses<br \/>\nNetzwerk der Menschlichkeit nicht auch digital abbilden, zum Beispiel auf Facebook?<br \/>\n<strong>Wie kann das funktionieren?<\/strong><br \/>\nGenauso wie die Mundpropaganda ohne Netz. Warum nicht auf Facebook oder StudiVZ sagen, dass man Nachtdienst macht, bei der \u201eTeam \u00d6sterreich Tafel\u201c<br \/>\nmithilft? Warum nicht anmerken, dass das einen Riesenspa\u00df macht, wenn es so ist? Warum nicht dieses Tool gleich mitverwenden, wenn es um die Gesamtkommunikation<br \/>\nunserer Organisation geht?<\/p>\n<p><strong>Vielleicht weil man damit die Steuerung der Kommunikation abgibt?<\/strong><br \/>\nIch denke nicht, dass Kommunikation \u201egesteuert\u201c werden kann. Das Rote Kreuz und seine Leistungen sind sowieso Themen in den sozialen Medien. Wir k\u00f6nnen<br \/>\ndabei sein, zuh\u00f6ren, die Herausforderung der partizipativen Kommunikation annehmen \u2013 oder diesen Teil des sozialen Lebens ausblenden. Steuern werden<br \/>\nwir das Ganze nicht mehr k\u00f6nnen.<br \/>\n<strong>Das hei\u00dft, jeder macht, was er will?<\/strong><br \/>\nEs war uns bald klar, dass es auch in den sozialen Medien gemeinsame Standards geben muss, um eine einheitliche Kommunikation zu sichern. Im Web gelingt<br \/>\ndas durch ein gemeinsames, bundesweites Portal, das die individuellen Rotkreuz-Organisationseinheiten zusammenfasst. Einheit in der Vielfalt, sozusagen.<br \/>\n<strong> Aber wie garantiert man diese Einheit auf Facebook?<\/strong><br \/>\nDer Wunsch nach einer einheitlichen \u201e<a title=\"Der Weg zur Social Media Policy des \u00d6RK\" href=\"http:\/\/blog.roteskreuz.at\/sociologist\/2011\/05\/29\/social-media-policy\/\">Social Media Policy<\/a>\u201c kam von den Landesverantwortlichen. F\u00fcr sie waren die Herausforderungen wegen der gro\u00dfen Zahl an<br \/>\nDienststellen und damit der Gefahr einer unkoordinierten und heterogenen Kommunikation am gr\u00f6\u00dften.<br \/>\n<strong>Wie ist diese \u201ePolicy\u201c entstanden?<\/strong><br \/>\nEntweder ich schreibe selbst Vorschriften, die dann m\u00f6glicherweise nur auf dem Papier existieren, weil sie am Zielpublikum vorbei entwickelt werden. Oder ich<br \/>\nlasse das Zielpublikum mithilfe der neuen Medien \u201emitschreiben\u201c. Auch hier ist der partizipative Charakter des Web 2.0 n\u00fctzlich. Dieser zweite Weg, den wir<br \/>\nbereits beim Leitbild gew\u00e4hlt haben, hat zudem den Vorteil: Das Bekenntnis derjenigen, die von der Norm betroffen sind, ist nachhaltiger. Sie waren ja bei ihrer<br \/>\nEntstehung eingebunden.<br \/>\n<strong>Die Mitarbeiter geben sich die Regeln selbst?<\/strong><br \/>\nSo kann man das sagen. In einer letzten Runde im Entstehungsprozess der Social Media Policy haben wir sogar Externe im Zuge eines \u201eOnline Volunteering\u201c-<br \/>\nProjekts eingeladen, ihre Kommentare abzugeben.<br \/>\n<strong>Und funktioniert diese Policy?<\/strong><br \/>\nJa, sehr gut. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind eine selbstregulierende Community. Wenn jemand ein Foto postet, das nicht in die Richtlinien passt, oder<br \/>\nfragw\u00fcrdige Aussagen trifft, dann fragen die lokalen und regionalen Kolleginnen und Kollegen nach, ob man sich den Post vielleicht nicht doch noch einmal<br \/>\n\u00fcberlegen m\u00f6chte. In den meisten F\u00e4llen muss niemand aktiv einschreiten.<br \/>\n<strong>Gab es Nebenwirkungen?<\/strong><br \/>\nJa, aber keine unerw\u00fcnschten. Weil sich auch Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer, mittlere F\u00fchrungskr\u00e4fte und Pr\u00e4sidenten mit dem Thema besch\u00e4ftigt haben, war das Thema<br \/>\nSocial Media und vor allem Facebook auf einmal nicht mehr nur \u201eJugendkram\u201c. Sondern soziale Medien wurden in den Kreis der allt\u00e4glichen Kommunikationsmittel<br \/>\naufgenommen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Interview aus henri 13|2012 Ist zwar schon vergangenes Jahr erschienen, ich finde inhaltlich aber noch immer passend. Ein Interview mit mir im henri, das Magazin, das fehlt. 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