{"id":550,"date":"2013-07-31T09:43:22","date_gmt":"2013-07-31T07:43:22","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.roteskreuz.at\/sociologist\/?p=550"},"modified":"2013-07-31T09:43:22","modified_gmt":"2013-07-31T07:43:22","slug":"freiheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/sociologist\/2013\/07\/31\/freiheit\/","title":{"rendered":"Befreit von der Freiheit, die andere meinen?"},"content":{"rendered":"<figure style=\"width: 273px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"Friedrich von Hayek (Quelle: www.eclectecon.net)\" alt=\"\" src=\"http:\/\/eclectecon.typepad.com\/.a\/6a00e54ecbb69a8833015390882f28970b-800wi\" width=\"273\" height=\"194\" \/><figcaption class=\"wp-caption-text\">Friedrich von Hayek (Quelle: www.eclectecon.net)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Wenn <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Friedrich_August_von_Hayek\">Friedrich v. Hayeks<\/a> Freunde (<a href=\"http:\/\/www.austriancenter.com\">www.austriancenter.com<\/a>) den heutigen Tag als \u00d6sterreichs <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tax_Freedom_Day\">Tax Freedom Day<\/a> ausrufen und argumentieren, dass die \u00d6sterreicherInnen bis zum 31. Juli nur f\u00fcr den Staat gearbeitet haben, so zeigt sich klar die paradigmatische Grundlage des <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Neoliberalismus\">Neoliberalismus<\/a> der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/%C3%96sterreichische_Schule\">\u00d6sterreichischen Schule<\/a>.<\/p>\n<h2>Gemeinwohl ist nicht relevant?<\/h2>\n<p>Die Argumentation, \u201e<em>dass Herr und Frau \u00d6sterreicher durchschnittlich 214 von 365 Tagen f\u00fcr die Staatskasse arbeiten, um ab dem 31. Juli theoretisch frei \u00fcber ihr Einkommen verf\u00fcgen k\u00f6nnen<\/em>\u201c, hinkt zumal Herr und Frau \u00d6sterreicher ja durchaus auch Nutzen aus dem mit Steuergeld finanzierten Gemeinwohl haben. Die \u00d6sterreicherinnen und \u00d6sterreicher konnten in den ersten 214 Tagen des Jahres 2013 die Sicherheit in den \u00d6sterreichischen St\u00e4dten genie\u00dfen, ohne Schulgeld ihre Kinder ausbilden lassen, die Universit\u00e4ten besuchen, sich in weltweit Top-gerankten Spit\u00e4lern versorgen lassen oder in den Parks der Stadt ausrasten, vom anstrengenden Arbeiten f\u00fcr den Staat. Herr und Frau \u00d6sterreicher k\u00f6nnen \u00fcbrigens \u2013 auch das ist nicht unerwartet \u2013 ebenjene Vorz\u00fcge auch im Rest des Jahres genie\u00dfen.<br \/>\nEine kleine Text-Bild-Schere zeigt die Aussendung zudem: was hat die Staatsverschuldung mit dem individuellen Steueraufkommen zu tun?<br \/>\nAber vielleicht hat das alles ja nur mit dem Wahlkampf zu tun und mit der sommerlichen Hitze?<\/p>\n<h2>Konzeptkritik<\/h2>\n<p>Zudem ist das Konzept des Selbsteinkommenschwellentags alles andere als robust. Aufgrund der Progression werden hohe Einkommen \u00fcberproportional eingerechnet, ein &#8222;durchschnittlicher Steuerzahler&#8220; ist im Sinne dieser Definition nicht wirklich sinnvoll. Vielleicht sollte man besser mit dem <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Median\">Median <\/a>rechnen? Auch sind die unterschiedlichen Zahlungen, die in solche Messwerte eingehen, nicht wirklich genormt &#8211; so werden beispielsweise Krankenkassenzahlungen an private Tr\u00e4ger nicht mit berechnet, wie in der Schweiz, obwohl diese auch verpflichtend sind. In den Vereinigten Staaten liegt der Tag zwar weit zur\u00fcck im Fr\u00fchling &#8211; trotzdem gibt es verdammt viele Personen, die keinen Zugang zu Sozialleistungen haben, deren Lebenssituation deutlich schlechter ist: trotz selbstbestimmten (Mindest-) Einkommen. Trotzalledem.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn Friedrich v. 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