{"id":647,"date":"2016-01-11T13:09:54","date_gmt":"2016-01-11T11:09:54","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.roteskreuz.at\/sociologist\/?p=647"},"modified":"2016-01-11T13:09:54","modified_gmt":"2016-01-11T11:09:54","slug":"i-promise-it-wont-be-boring","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/sociologist\/2016\/01\/11\/i-promise-it-wont-be-boring\/","title":{"rendered":"I promise it won&#8217;t be boring &#8230;"},"content":{"rendered":"<p>Ist ein sozialwissenschaftlicher Blog geeignet f\u00fcr den Nachruf auf einen Musiker? Ich finde schon, denn hat nicht schon Pierre <a href=\"http:\/\/blog.roteskreuz.at\/sociologist\/2009\/12\/09\/die-theorien-pierre-bourdieus\/\">Bourdieu<\/a> gemeint: \u201e<em>Die gesell\u00adschaft\u00adli\u00adche Welt ist akku\u00admu\u00adlierte Geschichte. Sie darf des\u00adhalb nicht auf eine Anein\u00adan\u00adder\u00adrei\u00adhung von kurz\u00adle\u00adbi\u00adgen und mecha\u00adni\u00adschen Gleich\u00adge\u00adwichts\u00adzu\u00adst\u00e4n\u00adden redu\u00adziert wer\u00adden, in denen Men\u00adschen die Rolle von aus\u00adtausch\u00adba\u00adren Teil\u00adchen spie\u00adlen<\/em>.\u201c Umso mehr ist ja die eigene Sozialisation eine Akkumulation von Empfindungen, Einfl\u00fcssen und Geschehnissen in der Vergangenheit?<\/p>\n<p>Ich war sehr betroffen zu h\u00f6ren, dass ein Gro\u00dfer die B\u00fchne verlassen hat. Warum? Bowie war einfach immer da. Permanenter musikalischer Rahmenkontext meines Lebens. Ich habe ihn fr\u00fcher immer irgendwie wahrgenommen, war er doch in jeder meiner Lebensphasen akustisch irgendwie da. Nicht so intensiv und emotional pr\u00e4sent, wie die <a href=\"https:\/\/www.thedoors.com\/\">Doors<\/a>, deren <a href=\"https:\/\/www.google.at\/url?sa=t&amp;rct=j&amp;q=&amp;esrc=s&amp;source=web&amp;cd=10&amp;cad=rja&amp;uact=8&amp;ved=0ahUKEwitlfntvqHKAhXEhiwKHTEnATkQtwIIRjAJ&amp;url=https%3A%2F%2Fwww.youtube.com%2Fwatch%3Fv%3DM_yWyBjDEaU&amp;usg=AFQjCNFaC6POOz_jDvJparfjQu8rxiSk2Q&amp;sig2=iR4T45BbEL8Ui9eNu9fVXg\">Light my Fire<\/a> oder <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=A0kypyGSKsE\">Waiting for the sun<\/a>, die mich in der Jugend auch in meinem subkulturellen Zugeh\u00f6rigkeitsgef\u00fchl sozialisiert haben.<\/p>\n<p>Doch David Bowies Musik war einfach da, genauso sein Gesicht, das Gesicht eines Cham\u00e4leons, sei es als Schauspieler oder als Musiker in den Videos, die wir auf SkyChannel (MTV war noch nicht erfunden) sahen. Nicht so wild, wie U2 deren <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=EM4vblG6BVQ\">Sunday, bloody Sunday<\/a> wohl dereinst im Musikantenstadel des Rocks gespielt werden wird. Trotzdem irgendwie da. Nicht so virtuos wie Carlos Santana, bei <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=DWO_eojWezg\">Samba Pa Ti<\/a> kommen mir noch immer die Tr\u00e4nen. Bowie war irgendwie anders. Anders, als alle anderen. Anders sogar, als er selbst. Das Anders-sein als zentraler Lebensinhalt. Vielleicht ist es das, was mich an ihm so fasziniert?<\/p>\n<p>Im Hintergrund l\u00e4uft eine <a href=\"https:\/\/open.spotify.com\/user\/johnp30133\/playlist\/2y8qAINqJ5x6E4jvmHIiWm\">Spotify-Playlist<\/a> mit Bowie-Nummern. Da ist nichts dabei, dass nicht geht. Nichts, dass nicht zu ihm passt. So wie die Stimmung sich von Track zu Track ver\u00e4ndert m\u00e4andrieren meine Gedanken, l\u00e4ngst vergessene Situationen, verdr\u00e4ngte Ereignisse, die sich weit hinter dem nutzlosen Wissen versteckt haben. Hat mich eine Person, die zumindest in meinen Erinnerungen niemals im totalen Fokus meiner musikalischen Sozialisation stand doch mehr beeinflusst als gedacht?<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" src=\"http:\/\/www.5years.com\/Im402.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"583\" \/><\/p>\n<h2>Was bleibt?<\/h2>\n<p>Pers\u00f6nliche Erinnerungen, wie jene an eine ganze durchwachte Nacht im Keller einer Schulfreundin. Nur wir zwei. Nebeneinander. Eine ganze Nacht Musikh\u00f6ren in M\u00f6dling. Am LP-Player l\u00e4uft Ziggy Stardust einmal, zweimal, immer wieder \u2013 die ganze Nacht bis zum Morgengrauen. <em>\u201eThere is a Starman waiting in the Sky \u2026\u201c<\/em><br \/>\nSo lege ich melancholisch noch einmal Space Oddity auf \u2026<\/p>\n<blockquote><p>Here am I floating round my tin can<br \/>\nFar above the Moon<br \/>\nPlanet Earth is blue<br \/>\nAnd there&#8217;s nothing I can do<\/p><\/blockquote>\n<p><iframe loading=\"lazy\" width=\"840\" height=\"630\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/cYMCLz5PQVw?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"autoplay; encrypted-media\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<blockquote><p>&#8222;I don&#8217;t know where I&#8217;m going from here, but I promise it won&#8217;t be boring.&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<p>Woran erinnerst Du Dich, wenn Du Bowie-Songs spielst?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ist ein sozialwissenschaftlicher Blog geeignet f\u00fcr den Nachruf auf einen Musiker? Ich finde schon, denn hat nicht schon Pierre Bourdieu gemeint: \u201eDie gesell\u00adschaft\u00adli\u00adche Welt ist akku\u00admu\u00adlierte Geschichte. 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