{"id":685,"date":"2020-04-16T11:36:15","date_gmt":"2020-04-16T09:36:15","guid":{"rendered":"https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/sociologist\/?p=685"},"modified":"2020-04-16T13:09:03","modified_gmt":"2020-04-16T11:09:03","slug":"verwaltung-politik-und-unabhaengigkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/sociologist\/2020\/04\/16\/verwaltung-politik-und-unabhaengigkeit\/","title":{"rendered":"Verwaltung, Politik und Unabh\u00e4ngigkeit?"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Gedanken zur aktuellen medialen Diskussion.<\/h2>\n\n\n\n<p>Das Rote Kreuz ist, wie Generalsekret\u00e4r Michael Opriesnig in einem <a href=\"https:\/\/www.wienerzeitung.at\/meinung\/gastkommentare\/2057446-Wieso-der-Rotkreuz-Mann-neben-dem-Kanzler-steht.html?em_no_split=1&amp;fbclid=IwAR2oal2412mvORIODeqJW3KZwtIJgznOQWsMFxLpGv96Tpy8Hw-kd5jy7NQ\">Gastkommentar in der Wiener Zeitung<\/a> beschreibt, gleichzeitig V\u00f6lkerrechtssubjekt und Verein, ein <a href=\"https:\/\/www.wienerzeitung.at\/meinung\/gastkommentare\/2057446-Wieso-der-Rotkreuz-Mann-neben-dem-Kanzler-steht.html?em_no_split=1&amp;fbclid=IwAR2oal2412mvORIODeqJW3KZwtIJgznOQWsMFxLpGv96Tpy8Hw-kd5jy7NQ\">Bundesgesetz definiert die Aufgaben und legitimiert auch die Unterst\u00fctzung des Roten Kreuzes f\u00fcr die Beh\u00f6rden<\/a>, die das Rote Kreuz mit Aufgaben betrauen darf. Wir nennen das <a href=\"https:\/\/media.ifrc.org\/ifrc\/what-we-do\/promoting-principles-and-values\/policy-and-diplomacy\/the-auxiliary-role\/\">Auxiliary Role<\/a>, also Unterst\u00fctzungsfunktion. Diese Auxiliarit\u00e4t geht in beide Richtungen: Das Rote Kreuz unterst\u00fctzt die Beh\u00f6rden und die Beh\u00f6rden unterst\u00fctzen das Rote Kreuz.<\/p>\n\n\n\n<p>In Zeiten, in denen Positionen mit \u201eentweder-oder\u201c deutlich popul\u00e4rer sind, als solche mit \u201esowohl-als-auch\u201c, ist es f\u00fcr viele Personen schwierig, wenn man weder NGO noch Beh\u00f6rde ist, wenn man sowohl Verein ist, wie auch V\u00f6lkerrechtssubjekt. Eine Art Rotkreuz-Unsch\u00e4rfe, um nicht <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Heisenbergsche_Unsch%C3%A4rferelation\">Heisenberg<\/a> bem\u00fchen zu m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Humanit\u00e4rer Imperativ \u2013 die Pflicht zu helfen.<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Zu helfen, wenn jemand Hilfe braucht, das ist unser Credo und unsere Aufgabe. Ohne warum und ohne zu bewerten, ob jemand selbst schuld ist, an seiner Situation. Jean <a href=\"https:\/\/www.roteskreuz.at\/fileadmin\/user_upload\/Jean_Pictet_-_Die_Grundsaetze_des_Roten_Kreuzes.pdf\">Pictet<\/a> schreibt in seinem Standardwerk \u00fcber die Grunds\u00e4tze des Roten Kreuzes &nbsp;(1979, dt. 1990): \u201eDer Grundsatz der Menschlichkeit wurde 1955 zum ersten Mal in folgender Weise formuliert: Das Rote Kreuz k\u00e4mpft gegen das Leiden und den Tod. Es fordert, da\u00df der Mensch unter allen Umst\u00e4nden human behandelt werde.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Dieses zentrale Element unseres Handelns, quasi der \u201eZug zum Tor der Menschlichkeit\u201c um es wie ein Sportreporter zu beschreiben, bleibt auch in Katastrophen, Krisen oder Pandemien unser Leuchtturm. Mein <a href=\"https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/sociologist\/2013\/09\/30\/grundsatzliches-zum-humanitaren-imperativ\/\">Blogbeitrag<\/a>, inzwischen fast 7 Jahre alt, beschafft sich im Detail mit dem Thema humanit\u00e4rer Imperativ.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Neutralit\u00e4t?<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>\u201eNeu\u00adtra\u00adli\u00adt\u00e4t und Unpar\u00adtei\u00adlich\u00adkeit wur\u00adden oft mit\u00adein\u00adan\u00adder ver\u00adwech\u00adselt\u201c, so Pic\u00adtet. \u201e[\u2026] Der Neu\u00adtra\u00adle wei\u00adgert sich, ein Urteil zu f\u00e4l\u00adlen, der Unpar\u00adtei\u00adli\u00adche trifft dage\u00adgen eine Ent\u00adschei\u00addung nach vor\u00adher fest\u00adge\u00adleg\u00adten Regeln.\u201c Und diese Regeln sind im Einsatzfalle ganz klar. Rasch helfen und weiteres Leiden verhindern. Gerade Kommunikation und ad\u00e4quate Information rettet Leben, nicht nur im Katastrophen- und Pandemiefall, aber in diesen F\u00e4llen ganz besonders. Beispiele daf\u00fcr findet man im <a href=\"https:\/\/intjem.biomedcentral.com\/articles\/10.1186\/1865-1380-7-15\">International Journal of Emergency Medicine<\/a>, in <a href=\"http:\/\/currents.plos.org\/disasters\/article\/the-effectiveness-of-disaster-risk-communication-a-systematic-review-of-intervention-studies\/\">PLOS Current Disasters<\/a> oder auch im <a href=\"https:\/\/www.ifrc.org\/en\/publications-and-reports\/world-disasters-report\/wdr2005\/\">World Disasters Report 2005<\/a> der IFRC. Das ist der Grund, warum das Rote Kreuz in den ersten Tagen der Pandemie eine Kampagne entwickelt hat, die in Folge seitens der Bundesregierung \u00fcbernommen wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eAls freiwillige Hilfsgesellschaft unterst\u00fctzt das \u00d6sterreichische Rote Kreuz die \u00f6sterreichischen Beh\u00f6rden im humanit\u00e4ren Bereich\u201c, definiert das Bundesgesetz und das machen wir auch. Ob es sch\u00f6nes Wetter hat, oder bei Gewitter. In Zeiten mit Katastrophen und zu jenen, in denen Pandemie herrscht. &nbsp;Dass gerade in \u00d6sterreich die obersten Beh\u00f6rden gleichzeitig auch politische Spitzenvertreter_innen sind, denn das ist das Wesen von Minister_innen im Sinne der \u00d6sterreichischen Bundesverfassung kann und darf nicht verhindern, helfen zu wollen, nein &#8211; helfen zu m\u00fcssen! Wer auch immer politisch verantwortlich sein mag, wir werden unsere Aufgaben wahrnehmen und die Beh\u00f6rden unterst\u00fctzen. Das Rote Kreuz hat das Gesundheitsministerium unterst\u00fctzt, als die dort h\u00f6chste Beamtin Dr.in Rendi-Wagner hie\u00df. Wir haben die Beh\u00f6rde auch unter ihrer F\u00fchrung als Gesundheitsministerin unterst\u00fctzt, so wie unter allen ihren Vorg\u00e4nger_innen und Nachfolger_innen. Denn wir sind da um zu helfen. Wir unterst\u00fctzen das Innenministerium, egal ob der Minister\/die Ministerin Einem, Schl\u00f6gl, Sobotka, Mickl-Leitner, Kickl, Peschorn oder Nehammer hei\u00dft. Wir unterst\u00fctzen nicht die Poliktiker_innen, sondern die Organe der Republik. Das ist ein kleiner, aber wichtiger Unterschied!<\/p>\n\n\n\n<p>Dass die Arbeit als oberste Beh\u00f6rden schlussendlich auch mithelfen kann, dass Politiker gew\u00e4hlt oder nicht (mehr) gew\u00e4hlt werden mag sein. Das ist sogar sicher so. Aus Sicht des humanit\u00e4ren Imperativs darf das aber kein Grund sein, die Hilfe auszuschlagen. Denn, man kann es nicht oft genug sagen: Wir sind da, um zu helfen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gedanken zur aktuellen medialen Diskussion. 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