{"id":75,"date":"2008-10-02T16:05:22","date_gmt":"2008-10-02T14:05:22","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.roteskreuz.at\/sociologist\/?p=75"},"modified":"2008-10-02T16:05:22","modified_gmt":"2008-10-02T14:05:22","slug":"folterknecht-oder-familienvater","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/sociologist\/2008\/10\/02\/folterknecht-oder-familienvater\/","title":{"rendered":"Folterknecht oder Familienvater?"},"content":{"rendered":"<p>Immer wieder wurde versucht nachzuvollziehen, was aus scheinbar &#8222;normalen&#8220; Menschen Folterknechte macht, die auf Anordnung einer Autorit\u00e4tsperson die schrecklichsten Dinge machen. Die bekanntesten Sozialpsychologischen Experimente dazu hat wohl der Amerikanische Forscher <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Milgram-Experiment\">Stanley Milgram<\/a> in den 1960er-Jahren gemacht. Damals wurde festgestellt, dass zwei Drittel der Probanden in einem einfachen Setting, sehr wohl dazu bereit w\u00e4ren, andere Menschen zu foltern und ihren Tod dabei in Kauf nehmen w\u00fcrden. (Quelle wikipedia):<\/p>\n<blockquote><p>Eine Versuchsperson und ein Vertrauter des Versuchsleiters, der vorgab, ebenfalls Versuchsperson zu sein, sollten an einem vermeintlichen Experiment zur Untersuchung des Zusammenhangs von <span class=\"mw-redirect\">Bestrafung<\/span> und Lernerfolg teilnehmen. Ein offizieller Versuchsleiter (Experimentator, <strong>V<\/strong>) bestimmte den Schauspieler durch eine fingierte Losziehung zum \u201eSch\u00fcler\u201c (<strong>S<\/strong>), die tats\u00e4chliche Versuchsperson zum \u201eLehrer\u201c (<strong>L<\/strong>). Die Verabreichung eines elektrischen Schlags von 45 Volt sollte der Versuchsperson die k\u00f6rperlichen Folgen <span class=\"mw-redirect\">elektrischer Schl\u00e4ge<\/span> vergegenw\u00e4rtigen. Zudem wurde das an einen elektrischen Stuhl erinnernde Versuchsinventar gezeigt, auf dem der \u201eSch\u00fcler\u201c getestet werden sollte. Diese Versuchsanordnung mit der gewollten Assoziation wurde von den Probanden zu keinem Zeitpunkt in Frage gestellt.<\/p><\/blockquote>\n<p>Dieser Versuch &#8211; so berichtet Robert Dempfer auf der <a href=\"http:\/\/www.roteskreuz.at\/meta\/berichten\/aktuelles\/news-detail\/cHash\/f2fd2b00a3\/article\/40\/folter-wied\/\">Homepage des \u00d6sterreichischen Roten Kreuzes<\/a> &#8211; wurde nun von Jerry M. Burger aus Santa Clara wiederholt und erneut best\u00e4tigt.<\/p>\n<p>Milgram interpretierte die Ergebnisse seines Experiments so:<\/p>\n<blockquote><p>Die extreme Bereitschaft von erwachsenen Menschen, einer Autorit\u00e4t fast beliebig weit zu folgen, ist das Hauptergebnis der Studie, und eine Tatsache, die dringendster Erkl\u00e4rung bedarf.<\/p><\/blockquote>\n<p>Interessant ist das f\u00fcr das Rote Kreuz deswegen, weil man auch verstehen will, wieso Folter im Krieg so weit und oft eingesetzt wird &#8211; nicht nur von irregul\u00e4ren K\u00e4mpfern oder Terroristen, sondern von nahezu jeder Armee dieser Welt. Im Rahmen dieser Forschungen hat das IKRK bereits seit langem einen eigenen Webbereich zu diesen Themen eingerichtet (<a href=\"http:\/\/blog.roteskreuz.at\/sociologist\/2008\/09\/30\/sozial-wissenschaftliche-studien-zum-thema-krieg\/\">ich berichtete bereits dar\u00fcber<\/a>).<\/p>\n<p>F\u00fcr die frankophonen leser sei auf einen Artikel der<a href=\"http:\/\/www.icrc.org\/Web\/Eng\/siteeng0.nsf\/htmlall\/review?OpenDocument\"> International Review<\/a> des Roten Kreuzes verwiesen:\u00a0 FR\u00c9SARD, Jean-Jaques (2004): Des laboratoires de Milgram aux champs de bataille: quelques \u00e9l\u00e9ments de compr\u00e9hension du comportement des combattants. In IRRC, March 2004, Vol. 86, No 853 Seiten 147 &#8211; 168 online <a href=\"http:\/\/www.icrc.org\/web\/fre\/sitefre0.nsf\/htmlall\/5ZBJJP\/$File\/IRRC_853_Fresard.pdf\" target=\"_new\">hier<\/a>. (Falls ihn jemand gelesen hat, bitte ich um ein kurzes deutsches Abstract. )<\/p>\n<p>Es gibt sogar <a href=\"http:\/\/relationary.wordpress.com\/category\/milgram-experiment\/\">Menschen<\/a>, die meinen<\/p>\n<blockquote><p>Every encounter with authority is a Milgram experiment. You are subject to influence which is either congruent with your principles or incongruent. If it is incongruent, how much incongruity are you willing to bear?<\/p><\/blockquote>\n<p>Mehr zum Thema:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nzzfolio.ch\/www\/d80bd71b-b264-4db4-afd0-277884b93470\/showarticle\/19b5eceb-8906-48f7-abc8-69187f03c5f9.aspx\">NZZ Folio-Artikel aus 2001<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.radford.edu\/~jaspelme\/_private\/gradsoc_articles\/obedience\/Migram_Obedience.pdf\">Milgrams Originalartikel aus 1963<\/a><\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Immer wieder wurde versucht nachzuvollziehen, was aus scheinbar &#8222;normalen&#8220; Menschen Folterknechte macht, die auf Anordnung einer Autorit\u00e4tsperson die schrecklichsten Dinge machen. 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