{"id":93,"date":"2009-01-07T17:36:56","date_gmt":"2009-01-07T15:36:56","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.roteskreuz.at\/sociologist\/?p=93"},"modified":"2009-01-07T17:36:56","modified_gmt":"2009-01-07T15:36:56","slug":"npo-blogparade-kehrseiten-des-web20-fur-npos","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogneu.roteskreuz.at\/sociologist\/2009\/01\/07\/npo-blogparade-kehrseiten-des-web20-fur-npos\/","title":{"rendered":"NPO-Blogparade: Kehrseiten des Web2.0 f\u00fcr NPOs"},"content":{"rendered":"<p>Im Rahmen einer so genannten <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Blogparade\">Blogparade<\/a> stellt sich <a href=\"http:\/\/socialaction20.wordpress.com\/2008\/12\/15\/npo-blogparade-nr-3-die-kehrseite-des-web-20-hypes-fur-den-nonprofit-sektor\">Ole Seidenberg<\/a> die Frage, was die Kehrseiten des Web2.0-Hypes sind, speziell f\u00fcr NPOs.<\/p>\n<p>Ich will diesem Aufruf zum Diskurs, der urspr\u00fcnglich eigentlich im Dezember enden sollte und nun verl\u00e4ngert wurde, gerne folgen und einige Anmerkungen und Thesen aus meiner Perspektive hinzuf\u00fcgen. Wichtig erscheint mir in diesem Zusammenhang, dass dieser Artikel ganz bewusst ein Blick auf die Kehrseite der Medaille ist und positive Aspekte au\u00dfen vor gelassen werden. (Siehe dazu vielleicht meine Beitr\u00e4ge <a href=\"http:\/\/blog.roteskreuz.at\/redcrosswebmaster\/2007\/07\/04\/disaster-20\/\">Disaster 2.0<\/a> oder <a href=\"http:\/\/blog.roteskreuz.at\/redcrosswebmaster\/2007\/07\/04\/roteskreuzat-on-strategy\/\">Roteskreuz.at: On Strategy?<\/a>)<\/p>\n<ul>\n<li>Als ersten Punkt m\u00f6chte ich, wie bereits als <a href=\"http:\/\/blog.roteskreuz.at\/sociologist\/2007\/08\/08\/blogs-und-web20-als-instrumente-der-segregation\/\">Kommentar zu einem Beitrag von Brigitte Reisner im August 2007 <\/a>ver\u00f6ffentlicht, auf das Thema Segreggation kommen:<\/li>\n<\/ul>\n<blockquote><p>Das Internet in \u00d6sterreich ist ein vorwiegend m\u00e4nnliches Medium, das signifikant Menschen \u00fcber 50 und Personen ohne Matura nicht erreicht. Zudem ist das Internet ein \u201cMittelklasse-Medium\u201d eine Distinktion des \u201cBildungsb\u00fcrgertums\u201d, das speziell unterprivilegierte Schichten durch deren Nichtpartizipation von kulturellem Kapital ausschlie\u00dft. [&#8230;] Ist das \u201cInternet\u201d noch f\u00fcr gro\u00dfe Teile der Mittelschicht nicht nur ein Begriff, sondern schon eine etablierte Kulturtechnik, so f\u00fchren Blogs, Podcasts und Wikis in diesen Milieus sogar manchmal noch zu Verst\u00f6rung und Ungl\u00e4ubigkeit. Das Ph\u00e4nomen ist wohl zur Zeit noch auf eine kleinere Gruppe von Spezialisten, um nicht zu sagen Freaks, beschr\u00e4nkt.<\/p><\/blockquote>\n<p>Ich denke, hier hat sich in der Beurteilung noch nicht viel ver\u00e4ndert. Zwar erfolgt die Nutzung auf einer breiteren Basis, trotzdem haben breite Bereiche der klassischen Kernzielgruppen der lange etablierten NPOs in der &#8222;<a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wohlfahrtsverband\">freien Wohlfahrtspflege<\/a>&#8222;, wie das so sch\u00f6n hei\u00dft, keinen Zugang zu dieser Technologie. Das Medium (wenn man das Web2.0-Toolb\u00fcndel als solches subsummieren darf) eignet sich zwar im Bereich des breiten intellektuellen Diskurses als weiteres Tool im akademischen Medienmix im Sinne einer Demokratisierung der Meinungen, aber es ist kein ad\u00e4quates Mittel, um die Bed\u00fcrftigen als Stakeholderinnen auf der einen und die SpenderInnen auf der anderen Seite des Stakeholderkontinuums zuverl\u00e4ssig zu erreichen. Die Tools k\u00f6nnen bestenfalls die bew\u00e4hrten Systeme erg\u00e4nzen und klassische Kommunikation auf eine andere Ebene heben, also im Sinne Luhmanns anschlussf\u00e4hig machen. Aber Achtung &#8211; genau das kann auch zu einer Abkopplung des Web2.0 Bereichs und laufender Anschlusskommunkation und konstruktivistischer Selbstdefinition des Kommunikationsversuchs als <a href=\"http:\/\/heinz.typepad.com\/lostandfound\/2006\/09\/in_arbeit_web_p.html\">selbstreferentielles Subsystem<\/a> f\u00fchren, das lediglich im (auch nicht viel mehr externen) Web2.0 rezipiert wird.<\/p>\n<ul>\n<li>Ein zweiter Nachteil ist der Hype, den diese Tools haben, der dazu f\u00fchrt, dass klassische Grunds\u00e4tze der Kommunikation \u00fcber Bord geworfen werden, um auf der Web2.0-Welle reiten zu k\u00f6nnen. Eine Nicht-Geschichte wird auch nicht durch den kombinierten Einsatz einer Kombination aus Twitter, youtube und komplexen Meshups zu einer Geschichte, um es ganz banal zu sagen. Innerhalb einer Organisation ist man als Kommunikationsverantwortlicher dann oft intensiver besch\u00e4ftigt, KollegInnen die Grunds\u00e4tze der externen Kommunikation, der deutschen Sprache oder von richtigem Fotoeinsatz in der externen Kommunikation zu \u00fcberzeugen, weil viele Denken, der EInsatz des Tools alleine w\u00fcrde zu einer Verbesserung der Kommuikation f\u00fchren. Web 2.0 alleine verbessert in keinster Weise die Kommuniktion per se. (Als Beispiel dazu unser <a href=\"http:\/\/blog.roteskreuz.at\/redcrosswebmaster\/2008\/12\/09\/social-media-releas-reloaded\/\">Versuch, Social Media Releases zu etablieren<\/a>)<\/li>\n<li>Ein weiteres Argument: Die Besch\u00e4ftigung mit dem Ph\u00e4nomen Web2.0 verbraucht verdammt viele Ressourcen, sei es Zeit, eine der in NPOs oft am wenigsten vorhandene Ressource, oder auch Kapital in Form von Zugang zu Netzen, Hardware, &#8230; Auch ist es notwendig, jedes neue Tool zu beobachten, auszuprobieren, um dann auch mit dabei zu sein, falls es &#8222;abhebt&#8220;. Dabei ist es fast wie beim Lottospielen, mehr als 2\/3 aller Konzepte \u00fcberleben das erste Jahr nicht, viele Energien sind daher umsonst investiert, wenn man up2date bleiben mag. Gerade diese Ressourcen w\u00e4ren oft sinnvoller im operativen Bereich der NPO eingesetzt, oder in andere Kommunkationsformen investiert, wenn sich aufgrund der Kommunikationsstrategie kein Bedarf an Web2.0 im Kommunikationsmix ergibt.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Mir ist schon klar, dass mein Beitrag mehr Fragen aufwirft, als er zu l\u00f6sen im Stande ist, ich finde es trotzdem wichtig und notwendig, diesen Diskurs zu f\u00fchren.<\/p>\n<p>mfg<\/p>\n<p>Gerald Czech<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Rahmen einer so genannten Blogparade stellt sich Ole Seidenberg die Frage, was die Kehrseiten des Web2.0-Hypes sind, speziell f\u00fcr NPOs. 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