Zweiter Tag: Nyala, Süddarfur

Nyala ist so etwas wie Darfur für Einsteiger. Die Anreise dauert nur wenige Stunden und ist unabhängig von den Straßenverhältnissen. Denn die Provinzhauptstadt von Süddarfur fliegt das Rotkreuz-Flugzeug von Khartoum aus an. Auf dem Weg vom Flughafen zur Delegation bewundere ich die asphaltierte Strasse, ich solle sie genießen, dies seien die einzigen 5 Kilometer guter Strasse in der Provinz.

Wir besuchen unsere „Kunden“, die Krankenhäuser. Für meine Arbeit ist es essentiell, sich ein Bild von der Situation am Ende der Logistikkette zu machen. Wie sehen die medizinischen Einrichtungen aus, welche Versorgungsgüter werden gebraucht, was sind die häufigsten Krankheiten?

Christine, eine Krankenschwester aus Australien, berichtet vom Zustand des Krankenhauses und der medizinischen Situation in den Flüchtlingslagern. Geschätzte 40.000 Vertriebene halten sich in Nyala auf. Bisher haben die Rotkreuz-Chirurgen etwa 30 kriegsverletzte Patienten operiert. Am wichtigsten ist aber die medizinische Basisversorgung, Durchfall und Atemwegsinfektionen seien vor allem bei Kindern die häufigsten Erkrankungen. Dazu kommen Mangelernährung und die Gefahren verunreinigten Trinkwassers.

Ein Gebäude wurde als Lagerhaus adaptiert, eine Klimaanlage eingebaut, um die Arzneimittel vor der Hitze zu schützen. Bei unserem Rundgang treffen wir KollegInnen – Adminstratoren, Computertechniker, Radiotechniker, Logistiker, KFZ-Mechaniker, „relief delegates“, Wassertechniker, „field delegates“. Einige sind alte Bekannte, aus Kabul, dem Congo oder Bagdad. Schweizer, Isländer, Neuseeländer, Franzosen, Kenianer; die Rotkreuz-Teams sind immer international.

Nach der Bestandsaufnahme geht es an die Reiseplanung: Morgen wollen wir nach Zalinghi. Sicherheitslage erkunden, Genehmigungen einholen und die KollegInnen am Reiseziel verständigen sind ein abendfüllendes Programm.

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