Kurz vor Abreise nach Haiti

Liebe LeserIn,

Ich bin am Flughafen in München und bald geht es via Paris nach Haiti. Die nächsten zwei Wochen werde ich vor Ort sein, um einerseits das Programm in Leogane kennen zu lernen und andererseits die Delegation zu unterstützen. Die Aktivitäten, die ich seit drei Monaten von Erzählungen, Monatsberichten sowie Besprechungen so gut kenne, werde ich nun bald direkt sehen und darauf bin ich schon sehr gespannt.

Am 12.1.2012 jährt sich der Zwei-Jahrestag des verheerenden Erdbebens. Haiti war damals in aller Munde, Hilfe von vielen Ländern wurde angeboten und die Bilder der Verwüstung gingen um die Welt. Inzwischen ist Haiti nicht mehr so häufiges Gesprächsthema. Wenn ich erzähle, dass ich nach Port-au-Prince fliege ist meistens die erste Frage: „Geht dort wirklich was weiter?“ – Es ist wie wenn diese Frage automatisch zu Haiti dazugehören wuerde.

Ja, es geht was weiter. Wenn ich an die vielen kleinen und großen Erfolge denke, dann ist das unter den Umständen schon beeindruckend. Haiti war bereits vor dem Erdbeben ein extrem armes Land, das keine Rechtsstaatlichkeit hatte und immer wieder von Naturkatastrophen betroffen war. Das Erdbeben hat einen kleinen Inselstaat getroffen, der mit vielen Problemen und Herausforderungen konfrontiert ist und dennoch oder vielleicht gerade deswegen ist es wichtig zu betonen, dass die Hilfe vorangeht: in unserem Programm (das wir gemeinsam mit dem Deutschen Roten Kreuz implementieren) lernen HaitianerInnen, ihre Häuser zu bauen (etwas stabiler als zuvor, um besser vorbereitet zu sein), bekommen Trainings in Katastrophenvorsorge, Latrinen werden gebaut, Hygieneschulungen fuer verbessertes Gesundheitswissen durchgeführt und kommunale Infrastrukturen wieder errichtet. Die Kapazitäten der einheimischen Bevölkerung werden gestärkt und gefördert. (Die Rotkreuz-Hilfe in Haiti)

Bereits in zwei Tagen werde ich mehr Eindruecke vor Ort haben/bekommen und kann mehr erzählen. Denn bis jetzt sind es Erfahrungen und Berichte von anderen und ich freue mich darauf, mir selbst ein Bild von der Situation zu machen.

Liebe Grüße vom Flughafen,

Martha

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