Hygiene-Promotion in Namibia

Edith Huemer in namibia

Die österreichische Rotkreuz-Delegierte Edith Huemer (im Podcast hier) führt in Namibia gemeinsam mit Kollegen des Britischen Roten Kreuzes Hygiene- und Gesundheitsschulungen durch. Das Land von der 10-fachen Größe Österreichs wird derzeit von der schwersten Flutkatastrophe seit 50 Jahren heimgesucht.  Die 28-jährige Tirolerin wird Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Namibischen Roten Kreuzes praktisch zu Trainern für „Hygiene-Promotion“ ausbilden.

Hier berichtet nun Edith „live“ aus Namibia über ihren Einsatz:

Das Foto ist aufgenommen im Camp Mubiza A – das ist etwas (~30km) entfernt von Katima – dort betreuen wir ein Team von Hygiene Promotern. Das Camp hat 452 IDPs (das sind intern Vertriebene, also Flüchtlinge, im eigenen Land)  mit 145 Haushalten. In diesem Camp leben 34 Kinder unter 5 Jahren.
Wir haben in diesem Camp Latrinen gebaut, sie mit Klopapier, Seife und Putzmaterial für die Latrinen versorgt. Den Hygiene Promotern haben wir weiters Plastikbanner und Schreiber zum Malen zur Weitergabe der Infos gegeben.
In diesem Camp haben uns die Bewohner auch ein Schauspiel über die Verbreitung von Durchfall vorgeführt – war sehr unterhaltsam. Theaterstücke sind eine der Möglichkeiten, wie man Informationen zu Hygiene und Wachsamkeit gegenüber infektiöser Durchfallserkrankungen nachhaltig verbreiten kann.
Ein Lied uebers Haendewaschen haben sie ebenfalls entworfen und uns vorgetragen.

Edith Huemer (Photo: Dr. Olwen Evans)
Edith Huemer (Photo: Dr. Olwen Evans)

Zu meinem Tagesablauf:

Gestern habe ich ca. 6 Stunden auf dem Motorboot verbracht um von Impalila nach Schuckmansberg zu fahren und dann noch nach Katima zurueck. In Schuckmansberg habe ich mit den Hygiene Promotern gesprochen und mit der Schwester im Health Care Centre. Erfreulicherweise gabs in diesem Camp in den letzten 4 Tagen keine weiteren Fälle von Durchfall. Der Teamleader der HP (Hygiene-Promotion) hat mir von seinen Plänen berichtet – er möchte gemeinsam mit den Campbewohnern den Müll rund um das Camp wegräumen und hat auch wieder eine Versammlung geplant um über die Übertragung von Krankheiten zu sprechen. Ich habe ihm auch Material zum selber Herstellen von Plakaten gebracht.
Schwierigkeiten sind die Wege – manchmal braucht man den ganzen Tag um ein Camp zu besuchen, das zur Verfügung stellen von Hygienematerial – Klopapier und Seife für so viele Menschen zur Verfügung zu stellen ist nicht so einfach. Ja und dann wäre ja dann noch der Rhythmus Afrikas – man übe sich in Geduld.
Das Wasser geht ja jetzt schon langsam wieder zurück und manchmal sind Wege, die man kurz vorher noch mit dem Motorboot passieren konnte nur mehr mit dem Kanu oder zu Fuß zurückzulegen.
Heute bin ich schon den ganzen Vormittag im Office (ein Zelt in der Sonne mit angenehmer Innentemperatur). Nächste Woche ist nochmal ein Training von Hygiene Promotern – also muss ich das vorbereiten, und nachher muss ich noch ein paar Büromaterialien besorgen. Geschäfte gibt es hier viele und man bekommt fast alles, man braucht aber Zeit.
Mit dem Teamvor Ort ist das Zusammenarbeiten sehr gut. Wir unterstützen uns gegenseitig und haben sogar Spass!
Am besten gefällt mir, wenn ich im Camp mit den Leuten rede. Ich bin auch schon gefragt, worden, ob wir nicht auch Latrinen für zu Hause bauen können – also scheint unser Programm zu fruchten. Man wird freundlich empfangen und erfährt wehr viel über die Kultur, wenn man versucht zu verstehen warum manche Dinge so sind wie sie sind.
Die Männer hier müssen wenn sie eine Frau heiraten wollen, denn Eltern Vieh kaufen – da bleibt leider so manche Liebe unerfüllt.

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