Die neue Einheit: Emergency Response Unit „M7“?

A salam aleikum!

Wir, die ERU „M7“, müssen uns jetzt auch einmal vorstellen: das sind Gottfried, Robert, und seit 11 Tagen auch Johanna, werden noch nicht lange als ERU „M7“ bezeichnet.
Angefangen hat es als die ERU M40 zwei Scanwater Units nachbestellt hatten und dann aufgrund des guten Aufbereitungsergebnisses doch nicht gebraucht wurden. Ja und so kamen wir ins Spiel und dürfen nun mit diesen 2 Filteranlagen Trinkwasser machen. Jeder TWA´ler kann sichs jetzt ausrechnen, eine Scanwater Unit mal zwei ergibt Trinkwasser für ca. 7000 Menschen.

Gottfried Stauffer in Pakistan

Die letzten Tage waren sehr anstrengend, wir sind auch alle mehr oder weniger verkühlt (komisch, oder). Die Trinkwasserproduktion haben wir jetzt seit 3 Tagen anfangen können (mit einer Einheit). Eigentlich eh ganz toll wenn man bedenkt dass das Equipment nicht komplett ist, die 2 Scanwater Units wurden ohne Pumpen usw bestellt. 2 Paletten mit Pumpen und Zusatzmaterial sind geliefert, sind aber noch in Islamabad, eine 3-Tage LKW-Fahrt entfernt. Sie wurden am 17. Oktober von Wien weggeschickt! Daher haben wir schon sehr viel gebastelt und repariert…verstopfte Vergaser, eingerostete Pumpen (benzinbetrieben), Tankplane, Schläuche usw. Im lokalen Warehouse des pakistanischen Roten Halbmondes liegt nämlich eine französische Anlage von der wir nehmen was wir brauchen können um zumindest einmal anfangen zu können. Das war natürlich nicht geplant.

Hygiene-Promotion Programm mit der Delegierten Johanna Kozlik

Johanna hat auch sehr schnell eigentlich eine 20-köpfige Hygiene Promotion Truppe zusammengestellt und trainiert. Jetzt strömen sie schön langsam in die Dörfer hinaus. In Schulen waren sie auch schon. Anfangs war es schon noch zäh aber nun wachen ihre Schäfchen auf und machen gute Arbeit. Das Hygienebewußtsein der Bevölkerung ist hier mangelhaft, was aber nicht nur auf die Flutkatastrophe zurückzuführen ist, also ein altes Problem.

Es ist echt erstaunlich wie die Bevölkerung in dieser Umwelt und mit den Bedingungen überleben kann. Die Leute vom Roten Halbmond, quasi unsere Kollegen vor Ort sind sehr hilfsbereit. Manche Helfer haben selbst ihr ganzes Hab und Gut verloren. Abdul Karims (arbeitete 2007 bei der österr. ERU M40 mit) Familie lebt im freien 1 – 2 Stunden Fahrt weit weg im Dorf und er ist hier und hilft mit für andere Wasser zu produzieren.

Wasserabgabestelle der Österreichischen Trinkwassertechniker in Pakistan

Das Wasser geht einfach kaum zurück, ungefähr 2 cm pro Tag wenn überhaupt. Und die Überschwemmung so weit das Auge reicht. Es ist beeindruckend im negativen Sinn. Also noch immer Krisengebiet in vielen Teilen des Landes. Manche kleinere Städte können nur aus  1 oder 2 funktionierenden Brunnen klares Trinkwasser beziehen. Die Föderation von Rotem Kreuz und -Halbmond hat die Emergency Response Phase verlängert bis Dezember.
Das Leben auf der Strasse und in den Dörfern/Städten ist extrem lebendig und ein Wunder wie sich das alles ausgeht. Die Hupe ist das wichtigste Fortbewegungsmittel. Die gibts in allen verschiedenen Melodien, Lautstärken und Klangfarben. Die Fahrzeuge reichen von Eselgespann, Kamelgespann, Moped, Traktor, LKW (so kunstvoll verziert wie nirgendwo), Fahrrad, und und und. Und das alles kreuz und quer. Der Stärkere, Schnellere oder Lautere hat Vorrang…. Jegliche Strasse ist kurz gesagt  Fussgängerzone, Hauptdurchzugsstrasse und Einkaufszentrum vereint.

Soweit das Treiben der ERU M7 in Pakistan. Alle Informationen zur Hilfe in Pakistan hier im Rotkreuz-Portal

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