Wasser in Garissa


Heute fuhren wir raus aus Nairobi und waren ca. 7 Stunden spaeter in Garissa. Kaum verlaesst man die Grosstadt, wo von Trockenheit und Hitze nichts zu spueren ist, ist die Vegetation schon eine ganz andere. Immer mehr sieht man, dass es schon lange nicht mehr geregnet hat in der Region. Ich lese die Zeitung und lese einen sehr beruehrenden Artikel einer Kenianerin, die ueber Solidaritaet schreibt. Sie sagt, dass es wichtig ist, mit zu fuehlen fuer das eigene Volk und wir auf die Anderen schauen muessen – nicht nur auf unser Wohlergehen. Zwei Seiten spaeter ist die Situation in Turkana beschrieben, wo die Mangelernaehrung derzeit am massivsten ist. Je naeher wir zu Garissa kommen, desto trockener und heisser wird es. Wir sind auf derselben Strasse, die weiter ins groesste Fluechtlingscamp der Welt fuehrt… Dadaab, das weltweit gerade in aller Munde ist.

Nach einer langen Autofahrt erreichen wir die Stadt Garissa und treffen die Kollegen vom Kenianischen Roten Kreuz. Zuerst fahren wir gemeinsam zu einer Wasserverteilung, die etwa noch eine Stunde Autofahrt ausserhalb der Stadt stattfindet. Am Strassenrand liegen tote Tiere, hauptsaechlich Rinder, die der grossen Duerre zum Opfer gefallen sind. Es ist bedrueckend still im Auto…

Kurz spaeter sind wir an der Stelle, wo bereits ein Lastwagen (vollgefuellt mit Wassertanks) steht und der Schlauch ausgeladen wird, um den Tank mit Wasser aufzufuellen. Viele Menschen sind bereits versammelt und warten geduldig mit ihren Kanistern darauf, bald wieder mit Wasser heim zu gehen. Esel werden mit vollen Kanistern beladen und die Kinder versammeln sich rund um uns.

Es ist heiss, und weit und breit sieht man verdoerrte Baeume und Sand. Die Menschen sind freundlich, laecheln uns an und ich freue mich, dass sie Wasser bekommen.

Kurz darauf begleiten wir das Kenianische Rote Kreuz zu einem Erfolgsprojekt – Tana River (siehe Blog: Kenianische Erfolgsgeschichte). Es ist eine Stunde mit dem Auto entfernt, und ploetzlich – nach so viel Sand, toten Tieren am Wegrand und drueckender Hitze – ist man im satten Gruen: Mangobaeume, Tomatenpflanzen, Papaya – all das waechst und gedeiht hier.

Das Projekt soll bald erweitert werden und zusaetzliche 6000 Familien sollen dort Lebensmittel anbauen und sich selbst versorgen koennen.
Wie schoen waere es, wenn noch mehr Familien sich am Fluss dort ansiedeln koennten, Wasser zur Verfuegung haetten und die Anbaumethoden lernen, um gut leben zu koennen… wenn ich einen Wunsch frei haette heute, dann waere es genau dieser: noch mehr dieser Projekte!

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