Unterwegs im Nordosten Kenias

Landwirtschaft, Lebensmittel- und Wasserverteilungen

Seit heute bin ich wieder retour in Nairobi. Die letzten Tage waren sehr intensiv und ich bin voll mit Eindruecken aus Garissa und Wajir. Es waren nur 4 Tage und es fuehlt sich so an, als waere ich wochenlang unterwegs gewesen. In Garissa haben wir das Tana River Projekt (siehe vorhergehenden Blog) angeschaut sowie ein Waisenheim fuer Buben (es wird davon ausgegangen, dass verwaiste Maedchen viel schneller bei Familienmitgliedern wie Tanten/Onkel untergebracht werden) und Schulen. In zwei Schulen konnten wir die Initiative zum Anbau von Lebensmitteln vom kenianischen Roten Kreuz sehen. Gewaechshaeuser (eines kostet ca. 160o US Dollar) werden neben den Schulen aufgebaut, um die Kinder und ihre Familien mit den wichtigsten Lebensmitteln versorgen zu koennen. Da wachsen Tomaten, Mais, Melonen und es zeigt, wie mittel-laengerfristig die Leute in dieser Gegend versorgt werden koennen. Lebensmittel- und Wasserversorgung sind die zentralen Themen hier in Garissa, aber zumindest gibt es den Fluss Tana, der den Menschen Wasser bietet.

Es ist wichtig zu wissen, dass die Menschen hier Nomaden sind/waren. Sie ziehen mit ihren Tieren weiter, auf der Suche nach Weideland, was jetzt sehr sehr schwierig geworden ist. In vielen Gegenden hat es seit 1.5-2 Jahre (oder noch laenger) nicht geregnet und die menschen warten hart darauf.

Zwei Tage spaeter – nachdem wir Landwirtschaftsprojekte, Lebensmittelverteilung in Schulen sowie Wasserverteilungen gesehen haben, fahren wir weiter nach Wajir. Nach einer guten Minute asphaltierter Strasse geht es 7 Stunden auf einer Sandstrasse quer durch die Wueste. ich habe so ein Landbild noch nie gesehen. Es ist heiss, trocken und man sieht oft ueber eine Stunde keinen Menschen, kein Tier – nur Sand und vertrocknete Baeume. Ich sitze hinten in unserem Landcruiser und es schuettelt mich durch – von oben bis unten.

In Wajir angekommen, wird schnell ein Team vom kenianischen Roten Kreuz zusammen getrommelt, das mit uns in eines der Doerfer faehrt. Die Menschen hier in Pangal leben seit 5 Jahren hier. Es sind ehemalige Nomaden, die sich hier niedergelassen haben. Viele Maenner sind mit dem verbliebenen Vieh unterwegs – auf der Suche nach Wasser. Zurueck in Pangal sind etwa 300 Menschen.

Fatima Abdil kocht fuer alle dort – sie bekommt die Lebensmittel dazu von verschiedenen NGO’s. In Pangal sind die Menschen von Hilfe abhaengig. Sie wuerden gerne Landwirtschaft erlernen – das kenianische Rote Kreuz unterstuetzt die Menschen hier, derzeit mit Lebensmitteln fuer die Kinder.

Medizinische/Gesundheitliche Unterstuetzung

Am naechsten Tag geht’s weiter Richtung Garissa (da die Strasse von Wajir nach Garissa „besser“ ist als die direkt nach Nairobi, entscheiden wir uns dafuer). Auf dem Weg zeigen uns die Kollegen vom kenianischen Roten Kreuz ein Dorf, das ab 22.8. (also ab morgen) medizinische/gesundheitliche Unterstuetzung bekommen wird. Das Outreach Team besteht aus verschiedenen Experten (u.a.: Ernaehrungsberater, Krankenschwestern, psychosozial geschultes Personal etc.). Es freut mich besonders, dass psychosoziale Betreuung fuer DorfbewohnerInnen sowie das Kenianische Rotkreuz Team vorhanden sein wird. Sie werden viel Leid sehen, unter Druck arbeiten und so manche Anforderungen und Herausforderungen meistern muessen. Ab 22.8. wird das Team in viele Doerfer gehen, um den Ernaehrungsstatus der Menschen zu analysieren, Medikamente zu verteilen (v.a. Antibiotika, Medikamente gegen Atemwegserkrankungen etc.). Die naechsten 5 Wochen werden sie unterwegs sein, beraten, medizinisch helfen und bei schweren Faellen von Unternaehrung etc. an die Gesundheitseinrichtungen ueberweisen/verweisen. Der Bedarf ist sehr gross.

Im Dorf BusBus in Wajir wird uns gesagt, dass eine Frau und ihre 6 Kinder seit 2 Wochen keinen Appetit mehr haben und sehr schwach sind. Das Kenianische Rote Kreuz bringt sie zur naechsten kleinen Klinik, damit sie die notwendigen Infusionen bekommt. Generell  sind Wasser und Lebensmittel die primaeren Probleme und die vorwiegend nomadische Bevoelkerung sieht Gesundheit nicht als Hauptproblem an. „Wir muessen sehr sensibel vorgehen und die Kultur beruecksichtigen“ sagt Chemimir Caleb vom Kenianischen Roten Kreuz (Gesundheitsbeauftragter aus Westkenia, derzeit fuer 5 Monate in Wajir stationiert).

Public Health Komponenten in Wajir

Am Abend zuvor hatte ich eine lange Unterhaltung mit Chemimir zum Thema soziale und kulturelle Faktoren von Gesundheit. Es freut mich, einen Gespraechspartner zu diesen Themen zu haben und Chemimir weiss sehr viel dazu. Vieles von meinem Studium und dem theoretischen Wissen, das ich vor Jahren gelernt habe, setzt er hier mit seinen Teams in die Praxis um und ihm scheint es auch zu gefallen, mit mir ueber die Integration von Gsesundheit in Wasserprojekten sowie CLTS (Community Total Lead Sanitation), CBHFA (Community Based Health and First Aid) und die Zukunft von Kenia zu diskutieren.

Retour…

Nach dem Besuch in BusBus geht’s retour nach Garissa… 7 Stunden Sandpiste… Dort angekommen bin ich echt erledigt, aber zufrieden mit den vielen Infos, die mich die laengerfristigen Ideen/Moeglichkeiten fuer Kenia noch konkreter werden lassen.

Liebe Gruesse,

martha

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