Ein Tag in Lower Rosseau (Leogane)

Es ist heiss und dabei ist es erst 7 Uhr morgens. Gleich starten wir nach Lower Rosseau, Leogane, wo heute eine Grossveranstaltung zu Hygiene Promotion stattfinden wird. Luftballons sind auf einem Haus befestigt, die MitarbeiterInnen vom Gesundheitsteam haben Theaterspiel, Drama, einen Quiz fuer Hygiene, Zeichenwettbewerbe sowie kurze Rollenspiele vorbereitet – es dreht sich heute alles um das Thema Hygiene/Gesundheit. Ein DJ spielt laut Musik, die Kinder und Jugendlichen tanzen und nebenan am Feld spielen einige Fussball. Emmanuelle, unsere Delegierte fuer Hygieneschulungen in Haiti, begruesst die Leute gemeinsam mit dem Praesidenten des Dorfkommittees. Die Leute sind gluecklich, freuen sich, dass sie heute was lernen und nebenbei Musik hoeren. Es ist der perfekte Einstieg fuer meine 2 Wochen Aufenthalt in Leogane.

Alles dreht sich heute um Hygiene

Am Nachmittag hatte ich ein sehr intensives Gespraech mit Nadine (Name wurde von mir geaendert). Sie lebt in Leogane und arbeitet beim Roten Kreuz seit einigen Monaten. Sie hilft sehr gerne und lernt auch mit viel Freude Neues dazu in ihrer Arbeit. Sie erzaehlte mir vom 12.1.2010 und wie der Tag ihr Leben veraenderte. Sie ist die einzige Ueberlebende in ihrer Familie. Als sie von der Schule heimkam am 12.1. war das Haus eingestuerzt und sie konnte ihre Schwester nur mehr tot bergen.

„Dann war ich auf der Strasse unterwegs und habe verletzte Menschen auf meinem Moped zur naechsten Krankenstation mitgenommen.“

Freiwillige sind die tragende Säule des Haitianischen Roten Kreuzes
Freiwillige sind die tragende Säule des Haitianischen Roten Kreuzes

Es beruehrt mich sehr, wie die tragischen Todesfaelle in ihrer Familie bei ihr den Wunsch und das Beduerfnis erwecken, anderen zu helfen. Sie setzte diesen Wunsch auch in die Realitaet um. Zuerst als Freiwillige einer NGO und jetzt als Mitarbeiterin beim Roten Kreuz. Es ist schoen, wie sie mit Begeisterung bei der Sache ist.

„Es war eine sehr traurige Zeit fuer mich und fuer Haiti. Jetzt geht es mir besser. Ich moechte woanders helfen und viel lernen, um in Zukunft noch mehr beitragen zu koennen.“

2 Kommentare

  1. Liebe Martha,

    Vielen Dank für Deine spannenden Berichte aus Haiti. Das zeigt, dass die Hilfe des Roten Kreuzes auch noch andauert, wenn die Medien schon längst eine Region verlassen haben.
    Gerade dieser lange Atem der internationalen Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung ist es, der nachhaltige Hilfe bringt.
    Gerald Czech

  2. Danke für den Bericht aus Leogane. Seit ich weg bin hat sich einiges getan, aber leider gibt es noch immer viel zu tun. Liebe Grüße an unser großartiges Team und unsere KollegInnen aus Haiti. Bitte weiter so, die Abreit ist leider nicht mehr im Fernsehen aber wichtiger denn je.

    Michi K.

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