Wirklich schwierige Zustände

IMG_1271_1Unsere Expertin für Hygiene und Seuchenbekämpfung Lidwina Dox bloggt aus den Philippinischen Katastrophengebieten.

Wir sind vor zwei Tagen in Cebu gelandet. Stefan, Bianca und ich sind mit dem Linienflugzeug hierher geflogen, Dieter und Thorsten mitsamt unserem ganzen Equipment, mit der Transportmaschine via Saudi Arabien. Wir wohnen im Hotel Andy, mit all den anderen internationalen Rotkreuz-Helfern.  Die anwesenden FACT-Leute (=Field Assesment and Coordination Team, also Schnelleinheiten zur Lageklärung und Hilfskoordination) haben uns einen Überblick über die Lage verschafft. Vor allem Georg Ecker (unser ÖRK-Kollege im FACT-Team) kümmert sich um uns, er ist unsere WatSan Ansprechperson.

Die Rotkreuz-Hilfe auf den Philippinen. Standorte der Hilfskräfte aus Österreich.

Es hat sich herausgestellt, dass in einigen betroffenen Gebieten noch keine Hilfe geleistet werden konnte, obwohl rund um die  Uhr gearbeitet wird. Wir wissen, dass über 100 internationale Rotkreuzarbeiter (davon 13 ERUs – Emergency Response Units, also Schnelleinsatzgruppen) und 5.000 philippinische Rotkreuz-Mitabeiter vor Ort rund um die Uhr im Einsatz sind um Herr der Lage zu werden. Insgesamt engagieren sich auf den Philippinen 500.000 Personen für das Rote Kreuz! Ausserdem sind noch andere Organisationen vor Ort, wer genau weiss ich noch nicht, da ich momentan in Cebu bin, wo wir unsere Weiterreise intensiv vorbereiten.

Von hier aus wird koordiniert und die Helfer in alle Richtungen gesandt. Es werden Hilfsgüter verteilt, Erste Hilfe geleistet, aufbereitetes Wasser verteilt, Familien wieder zusammengeführt und vieles mehr.   Es wurde entschieden, dass wir nach Takloban geschickt werden. Etwas südlich davon wird unsere Einheit (MSM20, das heißt Mass Sanitation Management also Hygiene und Seuchenbekämpfung für bis zu 20.00 Personen) zum Einsatz kommen und mit den Spaniern kooperieren, die dort mit einer M15 (Wasseraufbereitungsanlage für 15.000 Personen) stationiert sind. Auch Werner unser Kollege, der mit den Schweden im Team ist, ist dort vor Ort. Unsere Kollegen in Tacloban berichten, dass die Stadt in einem schrecklichen Zustand sein muss, schlimmer als die Bilder in den Medien vermitteln können. Sogar die hartgesotten langjährigen Kollegen, sprechen von wirklich schwierigen Zuständen. Es scheint dort der Supergau stattgefunden zu haben. Diese Stadt war nicht nur dem Taifun sondern auch den Tsunamis (?) ausgesetzt.   Ein Grossteil der Ostküste der Insel Leyte scheint das selbe Schicksal erlebt zu haben. Sobald wie möglich werden wir von Cebu losstarten um die Betroffenen Menschen  vor Ort  zu unterstützen. Wir sitzen wie auf Ameisen, den es zählt jeder Tag.

 

Unterstützen Sie die Hilfe nach dem Taifun durch Ihre Spende!

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