Vorletzter Tag: Das Rote Kreuz leistet gute Arbeit

Christopher Jahn bloggt von seinem humanitären Hilfseinsatz in der Ostukraine.

Freitag

Vorletzter Tag hier in Severodonetsk – heute ein dichtes Programm. Zuerst in der Früh noch schnell frisch übersetzte Formulare für das Freiwilligentraining ausdrucken. Dann ab in die Nachbarstadt nach Lysychansk wo wir im Dezember die Baumarktgutscheine verteilen werden. Eine Straßensperre und viele Schlaglöcher später schaun wir uns kurz ein schwer zerstörtes Gebiet in unserer Zielstadt an – dann rasch weiter zum Bürgermeister.

Meeting mit dem Bürgermeister im ostukrainischen Severodonetsk
Meeting mit dem Bürgermeister im ostukrainischen Severodonetsk

Der will auch wissen um was es geht und muss uns unterstützen. Nachdem er auch gut dastehen will bei seinen Wählern und kein Geld hat funktioniert das meist – hier sogar ausgesprochen gut. Zum Abschluss ein nette Foto – ich hab mich nicht nach vorne gedrängt 😉 Schnell noch in ein Nachbargebäude und die Fotos und Dokumente der Schadenskommission ansehen. Die Liste der Schadenskommission ist die Basis für unserer Familienselektion – also ausgesprochen wichtig. Die Gelder der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit (OEZA/ADA, #Entwicklung.at) und des Roten Kreuzes (=Privatspenden) werden von uns vom Tag 1 an bis zur „Übergabe“ an die betroffenen Familien begleitet, dokumentiert und berichterstattet. „Transparency/Transparenz“ und „Accountability/Rechenschaft“ sind für das ÖRK nicht nur moderne Schlagworte – wir leben diese auch.

Alles wirkt stimmig (Unterschriften, Fotos, Dokumentation). Weiter zum Roten Kreuz in Lysychansk – die 4 jungen freiwilligen RKler warten bereits. Ihnen erzählen wir Basics über das Projekt und das wir sie ganz dringend brauchen. Sie müssen in zwei Wochen 250 Haushalte abklappern und die Information zu den Gutscheinen verteilen (wann zu holen, welcher Ausweis, wo zu beschweren und überhaupt) – außerdem die Daten der Behörde stichprobenartig überprüfen (ist das Haus überhaupt beschädigt usw).

Briefing der Freiwilligen, die die Verteilung der Hilfsgüter, besser gesagt der Gutscheine für das Baumaterial, durchführen werden.
Briefing der Freiwilligen, die die Verteilung der Hilfsgüter, besser gesagt der Gutscheine für das Baumaterial, durchführen werden.

Im Anschluss werden noch zwei Baumärkte geprüft – einen müssen wir in den kommenden Tagen auswählen. Dieser wird rund EUR 90,000 für Baumarktgutscheine erhalten die wir wiederrum an die Familien abgeben damit diese ihre Unterkünfte winterfit machen können. Leider hat nur einer der Baumärkte elektronische Gutscheinkarten wie bei uns im Obi oder Baumax. Das vereinfacht das Reporting und Monitoring sehr.

Danach noch ein Besuch beim Internationalen Komitee vom Roten Kreuz damit auch die Bescheid wissen was wir wann wo und wie machen und siehe da es entsteht eine weitere Kooperation. Das allerletzte Mail heute geht nach Kiew an den Nahrungsmittelcluster (die Kolleginnen und Kollegen versuchen den Überblick über alle Nahrungsmittelaktivitäten im Land zu bekommen) – somit kann ich guten Gewissens das Notebook abdrehen, das Rote Kreuz hat heute gute Arbeit geleistet.

 

p.s. die Tageszeitung derStandard hat ein Interview mit mir publiziert.

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