Halbzeit

Büroarbeit..

Ist jetzt nicht ganz so aufregend, gehört aber auch dazu…irgendwie…

Arbeit gibt es einige, nicht zu vergessen, das mit heute die Hälfte meiner Kurzmission schon wieder um ist.

Da wäre mal der

Der Welt Wasser Tag am 22.3.2011. Hier soll daran gedacht werden, dass Wasser lebenswichtig und nicht selbstverständlich ist. Wir haben an zwei Schulen etwas geplant. Mehr dazu am 23.3… JA man muss sicher gehen, dass die Spannung aufrecht bleibt.

Dann bleibt die weitere Kontrolle bzw. Evaluation (auf Neudeutsch) der Brunnen, bei denen das Wasser gechlort wird, sowie Rat und Hilfe für die Schulen. Auch hier gilt: nur weil gezeigt wurde, wie man die Händedesinfektionslösung zubereitet heisst es noch lange nicht, dass diese auch angewand und vor allem richtig angewand wird.

Nicht zu vergessen, dass die Regenzeit bald beginnt. Dies ist momentan schwer zu glauben, bei schwülen Temperaturen jenseits der 25°, ja es ist warm im Gegensatz zu Österreich. Ich weiß, ich soll es nicht zu oft sagen, aber es gibt keine Zensur hier. Also: ES IST WARM.

OK wieder Ernst. Natürlich gibt es immer wieder auch neue Locations, neue Orte, an denen wir helfen. Am Freitag waren wir in Haute Rosseau, ein Ort, der nicht mal den Namen Dorf verdient. Irgendwo im Nirgendwo bog der Landcruiser ab und fuhr etwas entlang, dass man in Österreich vielleicht noch als engen Feldweg durch gehen lassen könnte. Aber irgendwann konnte selbst das geländetaugliche Fahrzeug nicht mehr weiter. Ein Erdrutsch hatte alles verlegt, ein Vorbeifahren wäre lebensgefährlich.

Also raus aus dem Wagen und die letzten 2 km per pedes. Das war übrigens das 1. Mal seit ich hier bin, dass ich so etwas wie Sport machen konnte. Meine KollegInnen hatten zwar etwas Angst um meine Gesundheit, aber ich blieb tapfer. Am Ziel angekommen sahen wir ca. 3 Häuser und 2 Leute, die geschult wurden. Abgesehn von dem wahnsinnig schönen Panorama fragt man sich (zurecht), warum wir 2 Leute Schulen und uns das an tun. Die Antwort: die 2 Quellen, die es dort gibt, ist für viele Menschen in der Umgebung die einzigen Wasserstellen und sie legen dafür einige km täglich zurück. Eigentlich sollten ja sechs Leute geschult werden, aber wie es halt immer ist, zwei mussten arbeiten, zwei waren unterwegs. Unser Team hat die Schulung ganz toll aufgebaut. Auch hier wieder: es handelt sich nicht um unterbelichtete Menschen. Die weitere Unterteilung von „GRAMM“ in dezi, centi, milli, mikro würden bei einer Strassenbefragung in Wien sicher nicht alle wissen. Hier schon.

Das es Notwendig ist auch präventiv zu arbeiten, haben wir auf dem Weg nach Haute Rosseau gesehen. Da wurde ein vermutlich Cholerakranker zu dem CTC (Cholera Treatment Center) von MSF (Ärzte ohne Grenzen) gebracht. Eine Art Trage, getragen von sechs Menschen…Also der Weg für  uns ist lang und noch nicht zu Ende

Atemberaubender Ausblick

In den letzten Wochen haben wir auch begonnen eine quasi Buchführung einzuführen. Hier wird alles in Gallonen (grob gerundet 1 Gallone = 4 Liter) gerechnet. Jetzt haben wir eine Stricherlliste, bei der 1,3 oder 5 Gallonen eingetragen werden. Also je nach Größe der Community werden im Schnitt bis zu 17.000 Liter pro Tag von den Freiwilligen gechlort. Eine wirklich tolle Leistung. Ein Lob an alle Voluntaires.

Und auch ein Projekt zum Thema Regenzeit: Malaria. Auch die kleinen Plasmodien (Erreger der Malaria) haben das Klima auf Haiti lieben gelernt und machen hier quasi Dauerurlaub. Sonne, Strand, Wasser… mehr braucht eine Anophelesmücke nicht um glücklich zu sein. Ach ja, doch: viel stehendes Wasser. Womit wir beim letzten Problem für heute wären: MÜLL. Es gibt keine MA 48 (ich bin Wiener) hier, von Mülltrennung ist man hier so weit entfernt, wie Österreich vom Nulldefizit. Es gibt niemanden, der ihn holt. Also wird alles irgendwo entsorgt, am besten beim Nachbarn, weil in meinem Garten siehts schirch aus. In sämtlichen Plastikflaschen, Sackerln und ähnlichem kann sich Regenwasser sammeln. Genau dort legen diese kleinen stechenden Mistviecher ihre Eier/ Larven ab. Also gilt es, den Müll zu beseitigen. Mülldeponie ist ein Fremdwort-  ich glaube nicht, dass es das auf KREOL überhaupt gibt. Alternativen: vergraben- Grundwasserspiegel zum Teil bei unter 1,5m, verbrennen- ungesund, aber alternativ wäre irgendwann im Müll ersticken. Und da es auch in das Thema Gesundheit und Hygiene (Promotion) fällt, hat es mich auch zu interessieren. Aber das wird ein längeres Projekt werden…

Zum Abschluß noch eine Story über den besten kroatischen Pizzabäcker in Haiti wo gibt. Wenn uns mal das Heimweh plagt, wird typisch europäisch gekocht. Was wäre typischer, als ein kroatischer Pizzabäcker. Ein dickes Lob an Alex, der seine Pizzen am BBQ Grill perfekt hinbekommen hat. Sollte der Einsatz hier zu Ende sein, hat er überlegt, ein Lokal zu eröffnen- nein nicht in Haiti, leider auch nicht in Kroatien. Island wäre sein Plan. Also sollte jemand ab 2013 planen in Island Urlaub zu machen, einfach an mich wenden wegen der Küche…

BTW: als nächstes komme ich dran: entweder Palatschinken oder Erdäpfelpürre oder eine Mischung aus beiden. Man wird sehen

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