Wasser für Tozia

Immer wieder erzählen wir in Interviews, dass Wasser das Notfallmedikament Nummer eins ist…ist es auch. Was aber tun, wenn die nächste Wasserquelle kilometerweit weg ist, wenn man Leute bezahlen müsste, um es herzutragen- aber wie üblich hier kein Geld da ist? Dann versuchen wir zu improvisieren und das Unmögliche wenn schon nicht möglich zu machen dann zumindest die Lage zu verbessern.

Cholera Treatment Center (CTU) Tozia

Tozia ist eine CTU im Südosten von Grande Anse. Einzugsgebiet für mehrere Tausend Menschen. Es gibt eine kleine CTU, die gleichzeitig auch Health Center also quasi Spital ist. Ein Spital, dass aus einem Zimmer ca. 2 x 1,5 m als Rezeption und Behandlungsraum und einem gleichgrossen  Lager besteht.

„Betten haben wir keine“ sagt Darline F. die Krankenschwester hier. Sie ist für alles und jeden zuständig. Der Lohn kommt unregelmäßig, aber sie arbeitet für die Gemeinschaft und weiss, dass ohne sie medizinisch keine Versorgung mehr möglich wäre. Die Dorfgemeinschaft hat begonnen eine Plattform zu bauen. Dort soll zukünftig das Zelt stehen, dass zukünftig mit acht Betten als Behandlungsraum für Cholerakranke dienen soll. Bisher hat man diese in den nächsten Ort mehrere Stunden Fußmarsch weitergeschickt.

Die Plattform ist zur Hälfte fertig, dann ist den Menschen hier das Geld ausgegangen. Vor drei Wochen war das Rote Kreuz das erste Mal hier. Das erste Team hat sich alles angesehen und hat gemeint, wir schauen, was wir tun können. Wir versprechen nie etwas…

Es kann immer etwas dazwischen kommen: das Wetter, Rohstoffmangel, Probleme mit allem und jedem.

Nachdem aber auch die MSPP ( Gesundheitsministerium) gemeint hat, dass man Tozia weiter stützen will, waren wir letzte Woche nochmals dort, um genau zu eruieren, was wir tun können.

Eigentlich sind wir WatSan- das heißt für Wasser und Latrinen und Hygiene zuständig. Nachdem wir aber die Hilflosigkeit und den grossen Bedarf gesehen haben, haben wir uns nach Rücksprache mit dem Generalsekretariat des Österreichischen Roten Kreuzes in Wien dazu entschieden hier weiter zu helfen.

Ausnahmsweise werden wir die paar Gourde, die für Sand und Zement benötigt werden, übernehmen. Wenn wir hier noch einen

Sponsor für das Zelt finden, kann das Minispital bereits in zwei Wochen stehen.

Alle Rohre sind fertig

Gestern waren wir dann dort und haben die Verrohrung vorläufig abgeschlossen. Wenn es regnet, wird das Wasser von 2 Seiten des Daches via Dachrinne gesammelt und mittels Rohren direkt in den bereits bestehenden aber immer leeren Tank geleitet. Die letzten beiden Meter habenbisher gefehlt auch eine zweite Seite des Daches wird zukünftig mit einer Dachrinne versehen. In der Regenzeit- die auch Cholerazeit ist- sollte dann im Idealfall genug Wasser bereit stehen. Alles andere, wie Brunnen graben, Anschluss an die spärliche öffentliche Wasserversorgung ist leider von unserer Seite nicht moeglich. Die Behoerden werden den Rest übernehmen müssen.

Regenwasser wird über die Dachrinne gesammelt
Regenwasser wird über die Dachrinne gesammelt

Mit viel Mühe wurde der Tank gesäubert, geschlossen und Gerhard montierte mit den Kindern den ebenfalls benoetigten Wasserhahn. Damit ist eine kontrollierte Wasserabgabe moeglich.

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Die Kinder vor Ort helfen natürlich fleissig mit.

Am Ende des Tages blieb die Erkenntnis, dass Wasser zwar nicht immer da ist, wir aber wieder versucht haben es den Leuten naher zu bringen.  So kann das Health Center in Tozia hoffentlich bald auch mit Patienten belegt werden.

Bis bald.. euer Michi

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